BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Juli 1926

Dienstag, den 20. Juli 1926


4. Mose 20,14-21; [Hesekiel 35,1-9]

Israel kommt nun dem Besitztum der Nachkommen Esaus nahe. Entsprechend der Mahnung des Herrn: „Habet wohl acht! Laßt euch nicht in Streit mit ihnen ein! [5. Mos. 2,1-7], bittet Mose freundlich um die Erlaubnis des Durchzugs und weist hin auf all das Ungemach, das Israel durch Jahrhunderte in der Fremde erlebt. Nun hat Gott Sich Israels erbarmt und es aus der Sklaverei Ägyptens gerettet; es sehnt sich, nach 40 jähriger Wanderung möglichst ohne Umwege das ihm von Gott verheißene Land Kanaan zu erreichen. Mose verspricht, Israel werde sich im Lande Edom in keiner Weise aufhalten, sondern nur auf der großen Heerstraße stracks durchziehen. Edom schlägt jedoch diese Bitte schroff ab und droht mit Feindseligkeiten, falls Israel den Durchzug dennoch versuche. Israel betont nochmals, daß es nur einen glatten Durchzug wünsche und selbst den Wasserverbrauch bezahlen wolle. Aber die Edomiter lassen alsbald ihr Heer an die Grenze rücken, um Israel auf jeden Fall von einem Durchzug abzuhalten. So mußte es den großen Umweg machen und das ganze Gebirge Edom (oder Seir) umziehen. -

Die bittersten Gegner des Volkes Gottes sind nicht die ganz Gottfernen, sondern solche, die einmal dem Heil sehr nahe waren. Esau hätte das Erstgeburtsrecht gehabt und alle Segnungen Gottes wären sein Teil geworden, wäre er nicht ein fleischlich und irdisch gesinnter Mensch gewesen, der in flüchtiger Stunde sein Erstgeburtsrecht um ein schmackhaftes Linsengericht verkaufte! (1. Mos. 25,27-34; Hebr. 12,12-17.) - Es gibt ringsumher mehr Menschen, als wir denken, welche schon einmal mächtig die göttliche Gnade verspürt haben. Aber als es galt sich zu entscheiden, da war ihnen die Welt, die Sünde, das Ichleben zu lieb, als daß sie es aufgeben wollten! Die Folge ist ein böses Gewissen, das sich wohl bewußt ist, den Irrweg erwählt zu haben. Und dieses böse Gewissen bringt bittersten Haß und Widerspruch hervor, wenn man mit solchen in Berührung kommt, die das gute Teil erwählt und den Weg des Glaubensgehorsams eingeschlagen haben! „So wie damals der aus dem Fleische Geborene den aus dem Geiste Geborenen verfolgte, so auch jetzt!“ (Lies Matth. 23,34.35; Röm. 8,5-9.) Wenn alle diejenigen, welche einmal dicht vor der engen Pforte gestanden haben oder schon hindurchgegangen sind, aber den guten Weg wieder verlassen haben, ein Zeichen an der Stirn trügen, wir würden erstaunt sein über ihre Zahl! (Lies [2. Tim. 4,10;] Luk. 14,25-27.) Es gibt nicht nur eine Hinkehr zu Gott und Seinem Heil - es gibt auch eine folgenschwere Abkehr von der Gnade! [Lies Mark. 4,14-19; Hebr. 6,4-8; 2. Petr. 2,20-22.] - Es ist etwas sehr Ernstes um die Vererbung und um das Nachahmen der Kinder - dementsprechend um die Verantwortung der Eltern. In 1. Mose 27,41 lesen wir: „Und Esau feindete Jakob an wegen des Segens, womit sein Vater ihn gesegnet hatte!“ Und diese Feindschaft finden wir hier genau so wieder bei den Nachkommen. Sehen wir wohl zu, was unsere Kinder an uns sehen und von uns hören - was für eine Gesinnung wir ihnen einprägen - was für ein geistiges Erbe wir unseren Nachkommen hinterlassen! Wir tragen eine große Verantwortung.

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