BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Juli 1926

Freitag, den 9. Juli 1926


4. Mose 19,16; Matthäus 15,18-20

Auf freiem Felde konnte der Israelit, wenn er nicht vorsichtig wandelte, auf mancherlei Weise in Berührung mit dem Tode kommen, besonders in Kriegszeiten. Alle diese verschiedenen Todesformen haben uns im Bilde etwas für unser inneres Leben zu sagen. Die beiden ersten stellen uns Gewalttat und Verderben vor Augen. (Lies 1. Mos. 6,11.12; Ps. 14,3; Jes. 59,7.) (Der mit dem Schwerte Erschlagene war eines gewaltsamen, der andere eines natürlichen Todes gestorben und der „natürliche“ Tod zeigt uns das Verderben an, das durch die Sünde gekommen ist! Röm. 5,12.) O wieviel Gewalttat ist in unserem natürlichen Herzen und Wesen: Zorn, Heftigkeit, Eigenwille, ungerechte Anklage und Behandlung anderer, besonders Schwächerer! Wieviel hiervon klebt selbst noch Kindern Gottes an! Und wie verdorben und entstellt ist doch in uns das Ebenbild Gottes! Was für lieblose, häßliche, unreine, hinterlistige, unwahrhaftige Gedanken kommen aus dem Menschenherzen - häufig noch aus dem Herzen eines Gläubigen. O wenn doch unser Gewissen zart wäre - wenn wir doch jede derartige Regung und Äußerung als eine wirkliche Verunreinigung hassen wollten! - Geheiligte, nahe mit Gott lebende Gläubige bewahren sich vor all solchen Sünden und erhalten sich in der Furcht Gottes: „Der aus Gott Geborene bewahrt sich und der Böse tastet ihn nicht an!“ „Ihr aber, Geliebte, euch selbst erbauend auf euren allerheiligsten Glauben, betend im Heiligen Geiste, erhaltet euch selbst in der Liebe Gottes!“ - Ja, die Welt ist voller Verderben! Aber der Gottgeweihte „hält sich fern von aller Art des Bösen“; er „haßt selbst das vom Fleisch befleckte Kleid“. (1. Joh. 5,18.19; Jud. 20-24.)

Auch die Berührung mit Menschenknochen galt in Israel als verunreinigend. Diese boten keinen so erschreckenden Anblick wie ein Leichnam. Sie waren etwas, das seinen Ursprung nicht sofort verriet. - Was ist denn nun die Verunreinigung, die uns unter diesem Bilde vor Augen gestellt wird? - Lieber Leser, du begegnest ihr überall, wenn du mit der Öffentlichkeit, mit dem Geschäfts- und Berufsleben in Berührung kommst. Der Verkäufer betrügt den Käufer hinsichtlich der Güte oder des Preises seiner Waren. Der Bankhalter stellt den eigenen Vorteil über den seiner Kunden. Der Arzt täuscht die Unheilbaren und Sterbenden über ihre Gefahr. Man schmeichelt einander ins Angesicht und hinter dem Rücken redet man übel. Aus lauter Rücksicht, Höflichkeit und Selbstsucht belügt und hintergeht man einander. Gewiß, es gibt überall Ausnahmen. Aber allgemein ist die Welt eine Welt der Lüge! Und dann die fleischliche Befleckung. Wieviel Unreines geschieht bei Tag und Nacht - im geheimen und auf öffentlicher Straße! Unser Volk geht unter in Schmutz und sittlichem Verderben! Jedermann weiß, daß es so ist; die meisten finden sich damit ab! Da nicht irgendwie mit hineingezogen zu werden - sich von der Welt unbefleckt zu halten, dazu gehört ein Mut, eine Festigkeit und Wachsamkeit, welche, ach! die wenigsten Kinder Gottes aufbringen. Wir müssen es mit tiefer Beschämung sagen: an diesem „Gebein“ verunreinigen sich viele Gläubige!

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