BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Juli 1926

Dienstag, den 6. Juli 1926


4. Mose 19,11.12

Ein Sündenschade ist viel schneller geschehen, als hinweggetan! In einem Augenblick haben wir unsere Seele befleckt und die heilige Gemeinschaft mit Gott eingebüßt; aber nicht so schnell ist unsere Seele gereinigt und zurechtgebracht; das empfinden alle lauteren Kinder Gottes! Eine einzige Berührung mit der Verwesung genügte, um den Israeliten für sieben Tage unrein zu machen. Und wenn er nicht bis zum dritten Tage sich des Reinigungswassers bediente, so war auch am siebenten Tage noch keine Wiederherstellung zu erlangen! - Es durfte also nicht viel Zeit vergehen, bis der Israelit das Reinigungswasser anwandte. Das ist sehr bedeutungsvoll auch für uns! Sobald ich inne werde, daß ich gefehlt habe und wäre es auch nur durch einen lieblosen Gedanken - durch einen unfreundlichen Blick - durch ein unwahres Wort, so sollte ich nicht zögern, sondern eilen in die Gegenwart meines Gottes und mit aufrichtiger Beugung, mit klarem Bekenntnis Reinigung und Vergebung suchen. Und wenn ich - wie es meistens ist - durch einen Blick, ein Wort oder eine Tat einen Menschen betrübt oder geschädigt habe, so muß das erste sein, daß ich bei ihm mein Unrecht in wirklicher Demut und Liebe gutmache. - Hatte ein Israelit seinen Nächsten benachteiligt, so mußte er erst diesem den Schaden reichlich ersetzen; erst dann durfte er bei Gott mit einem Opfer Vergebung nachsuchen! (Lies 3. Mos. 5,20-26!) „Wer seine Übertretungen verbirgt, wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennet und lässet, der wird Barmherzigkeit erlangen!“ (Lies Ps. 32,1-5; 1. Joh. 1,8.9!)

Wenn man in einen ruhigen Teich einen Stein wirft, so schließt sich die Wasserfläche wohl schnell über ihm; aber es dauert eine geraume Zeit, bis der Wasserspiegel wieder glatt ist und die Sonne sich von neuem in ihm spiegeln kann! So erlangen wir wohl, wenn wir mit aufrichtigem Schmerz und Bekenntnis zum Herrn kommen, die Zusicherung der Vergebung und Reinigung; aber doch fühlen wir noch die Störung, welche unsere Sünde verursacht hat und erst nach und nach kehrt der volle Friede wieder. - Unser Gott ist heilig. Es wäre nicht erziehlich für uns, wenn wir in unserem Herzen und Gewissen nicht noch die Nachwehen der Versündigung empfinden würden - wenn der Heilige Geist uns nicht den tiefen Ernst auch einer kleineren Verfehlung fühlen lassen würde! Es bedarf einer Reinigung am dritten und auch am siebenten Tage, um mit dem Bilde dieser alttestamentlichen Verordnung zu reden! Die Seele kommt in das helle Licht der Gegenwart Gottes und sieht vor Seinen heiligen Augen nicht nur die einzelne, verunreinigende Tat, sondern erkennt auch die böse Wurzel, aus welcher die Handlung hervorging: Hochmut, Eitelkeit, Habsucht, Eigenwille, Unlauterkeit oder was es nun sein mag! - Ja, die praktische Reinigung, dieses ernste Werk des Heiligen Geistes in uns, bedarf Zeit. Die Demütigung, das ernste Selbstgericht, das tiefe Erkennen und Bereuen unseres Fehltrittes muß der Freude der Wiederherstellung vorangehen. Diese Wahrheit soll uns durch unseren heutigen Text vor Augen gestellt werden. - Wenn ein Kind Gottes dem Heiligen Geiste nicht Zeit und Gehör gibt zu gründlicher Bußwirkung, so wird es bald wieder in dieselbe Sünde fallen und sein inneres Leben wird oberflächlich, unklar und unlauter werden!

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