BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Mai 1926

Montag, den 10. Mai 1926


4. Mose 18,15-19; Römer 15,14-21

„Alles, was die Mutter bricht“ - d. h. alle Erstgeburt, die sie dem Herrn darbringen, soll dir gehören, sagt Jehova hier zu den Priestern. Hat uns dies nicht noch etwas Besonderes zu sagen, wenn wir priesterlich denken und dienen gelernt haben? Freuen wir uns dann nicht über alles, was dem Herrn geweiht wird, mehr, als wenn wir es selbst bekämen? Und stehen wir dann nicht in so inniger Gemeinschaft mit Ihm, daß wir an allem teilhaben, was unserem Herrn zuteil wird? - Jesus sagt im hohepriesterlichen Gebet zum Vater: „Die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben!“ - Wenn nun heute dem Herrn Seelen gewonnen, Kinder geboren werden wie der Tau aus der Morgenröte - ist da nicht eine Schar von priesterlich empfindenden Gläubigen, denen Er, der gute Hirte, als Seinen „Freunden und Nachbarn“ zurufen kann: „Freuet euch mit Mir, denn Ich habe Mein Schaf gefunden, das verloren war!“? - Ja, sowohl die Freuden als die Schmerzen Christi dürfen die wahren Priesterseelen mit Ihm teilen. Wenn die bekehrten Galater noch so wenig von dem Stempel und der Ähnlichkeit Christi an sich tragen, so ruft ihnen der priesterliche Apostel Paulus zu: „Meine Kindlein, um die ich abermals Geburtswehen habe, bis daß Christus in euch Gestalt gewinnt!“ Und wenn die bekehrten Korinther in Gefahr stehen, auf einen verkehrten Weg - unter einen verkehrten Einfluß zu geraten, so schreibt er ihnen mit brennendem Herzen: „Ich eifere um euch mit Gottes Eifer. Denn ich habe euch (wie ein Vater seine Tochter) einem Manne verlobt, Christus, um euch Ihm als eine keusche Jungfrau darzustellen. Ich fürchte aber, daß etwa, wie die Schlange Eva verführte durch ihre List, also auch euer Sinn verderbt und abgewandt werde von der Einfalt gegen Christum!“ - Und welch heilige, väterlich-priesterliche Liebe und Sorge liegt darin, wenn der betagte Johannes seinen wichtigen, kostbaren Hirtenbrief an die Kinder Gottes schließt mit der Warnung: „Kinder, hütet euch vor den Götzen!“ - Gott hat zu allen Zeiten wahre Priester und Hirten gehabt unter Seinem Volke, die Seine Freuden, Seine Schmerzen teilten; Er hat sie auch heute! Gehörst du zu denselben? Siehst du es als die höchste Ehre, als das größte Vorrecht an, wenn der Herr Jesus etwa auch zu dir sagt wie zu dem gedemütigten, zurechtgebrachten Petrus: „Weide Meine Lämmlein! Hüte Meine Schafe! Weide Meine Schafe!“? (Lies Joh. 21,15-17; 1. Petr. 5,1-5.)

„Es ist ein ewiger Salzbund vor dem Herrn für dich und deinen Samen mit dir!“ Nach einer heute noch bei den Arabern bestehenden und auch den alten Griechen wohlbekannten Sitte wurde beim Abschluß einer Stammesfreundschaft oder eines Vertrages Brot und Salz gegessen. Das Salz war das Zeichen der Bundschließung, indem dadurch ein Bündnis fest und unverbrüchlich gemacht wurde. - Das Salz ist ein erhaltendes, alle Kräfte der Speise hebendes, vor Verderbnis bewahrendes Element. (Vgl. 2. Chron. 13,5.) Kein Opfer durfte ohne Salz sein! (Vgl. 3. Mos. 2,13.) - Mit dem Wort: „Ihr seid das Salz der Erde!“ zeigt der Herr Seinen wahren Gläubigen die hohe Aufgabe, inmitten der allgemeinen sittlichen Fäulnis, Gottesferne und Zerrüttung, welche durch die Sünde in der Welt ist, das erhaltende, heiligende Element unter den Menschen zu sein. Er läßt uns aber auch erkennen, daß wir dies nur insoweit und solange sein können, als der Geist und das Leben Christi in uns herrscht und wirkt. Sobald wir nicht mehr in der Gemeinschaft und Kraft Christi leben, verlieren wir unsere Salz- und Segenskraft: „Wenn aber das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden!“ O, wie viele Kinder Gottes, die einmal wirklich ein Salz und ein Segen in ihrer Familie, an ihrer Arbeitsstätte, an ihrem Ort gewesen sind, sind „fade“ - „dumm“ - kraftlos und salzlos geworden und taugen für Gott nichts mehr! [Vgl. Offb. 3,15.16.]

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