BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Mai 1926

Sonnabend, den 1. Mai 1926


4. Mose 18,7; Hebräer 10,14-25

Sowohl am ehernen Altar, der im Vorhof stand, als auch „innerhalb des Vorhangs“, am goldenen Altar im Heiligtum vollzog sich der heilige Dienst der Priester. Doch ins Allerheiligste gelangten sie nie, nur der Hohepriester einmal im Jahre. Durch Christi vollbrachtes Erlösungswerk aber ist uns nun auch das Allerheiligste aufgetan. Als Jesus am Kreuze rief: „Es ist vollbracht!“ da zerriß im Tempel der Vorhang, der das Allerheiligste verbarg und verschloß. Gott hat Sich nun völlig geoffenbart in Seiner unendlichen Liebe, Herrlichkeit und Heiligkeit. Wir alle dürfen mit aufgedecktem Angesicht - ohne Furcht und Schrecken - die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi anschauen und bis an Gottes Thron, ja, an Gottes Herz eilen und da weilen und bleiben - da unseren Ruheort, die Quelle unseres Lebens, unserer Kraft und Freude finden! (Lies 2. Kor. 3,17.18; 4,6; Joh. 1,14-18.) - Und von der Gegenwart unseres Gottes aus dürfen wir nun auch als Priester und Gesandte Gottes segnend, gebend, austeilend zu den Menschen kommen. Das Erteilen des Segens war gleichfalls ein hoher Dienst der Priester; Segensvermittler durften sie für das Volk sein. [Lies 4. Mos. 6,22-27; 5. Mos. 10,8.9; 21,5.] - Melchisedek, welcher Abraham entgegenzog nach der Königsschlacht und ihn und seine Kampfgenossen erquickte und beschenkte, stellt uns insbesondere das königliche, das segnende Priestertum dar. [1. Mos. 14,17-24; 1. Petr. 2,9.] Kennzeichnet auch dieser priesterliche Zug unser Leben? Ist uns Geben wirklich seliger als Nehmen? Sind wir Gottes Heils- und Segensvermittler für eine sterbende, verderbende Welt? - Jesus sagt: „Wer an Mich glaubt, gleichwie die Schrift sagt, von dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen!“ Und der Hebräerbrief ruft uns zu: „Des Wohltuns und Mitteilens vergesset nicht, denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen!“ (Vgl. Gal. 6,1-10.) - Äußere und innere Segnungen dürfen wir vermitteln; Erlösten und Unerlösten dürfen wir als Priester Gottes wohltun: „Der Gesetzlose borgt und erstattet nicht wieder; der Gerechte aber ist gnädig und gibt!“

Es prüfe sich an diesen kostbaren Worten und Darstellungen ein jedes Gotteskind. Wie viele tun den heiligen, freiwilligen Segensdienst nicht! Wie viele Gläubige bleiben in Selbstsucht, Eigenliebe, Habsucht und Lieblosigkeit gefangen, und ihre Umgebung wartet vergeblich auf Strahlen der Herrlichkeit Gottes! Und doch war von Gott aus diesen Gotteskindern das große wunderbare Geschenk zugedacht, in diesem kurzen Erdenleben ein Darsteller und Nachahmer Gottes zu sein, Seine Liebe mit der Tat zu üben und zu verkündigen! Auch zu mir und zu dir hat der Herr gesprochen: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“ Bist du ein Segen für die Welt - für deine tägliche Umgebung? Verstehst du den dir anvertrauten Priesterdienst und übst du ihn? „Ihr sollt eures Priestertums warten in allem!“

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