BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1924
August 1924

Dienstag, den 19. August 1924


Sacharja 11,8.9; 5. Mose 32,19-25; [Jeremia 23,1-32]

„Und ich vertilgte drei Hirten in einem Monat.“ Ohne Zweifel sind es böse, falsche Hirten - Hirten, die diesen Namen nicht mit Recht tragen, welche „vertilgt“ werden. Der Herr Jesus, welcher hier als der wahre und gute Hirte Israels redet, hat es während Seiner Wirksamkeit unter Israel immer wieder zu tun gehabt mit den Führern des Volkes, den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Pharisäern. Diese nahmen die Stelle von Hirten ein, aber sie konnten Israel nicht weiden und führen nach Gottes Sinn, weil sie selbst sich den Einwirkungen des Geistes Gottes entzogen. Sie ehrten wohl Gott mit ihren Lippen und mit ihren frommen Gewohnheiten, aber ihr Herz war fern von Ihm. Sie waren blinde Blindenleiter, Bauleute, die den köstlichen Eckstein, welcher das Haus und Reich Israel gründen und stützen sollte, verwarfen! Als Jesus in ihre Mitte trat, da wollten sie Seine Gnade und Herrlichkeit nicht erkennen - ja, sie haßten und verwarfen Ihn! „Des Menschen Sohn muß viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und verworfen werden!“ [In Matth. 21,23 - 23,39 hören wir Jesu letzte Unterredungen mit ihnen;] da muß Er ihnen in heiligem Zorn das siebenfache „Wehe!“ entgegenschleudern - diesen falschen Hirten, die selbst nicht in das durch Jesus aufgeschlossene Himmelreich eingingen und diejenigen, welche hineingehen wollten, abhielten und hinderten! Haben wir nicht diese drei Klassen von „bösen Hirten“ Israels und Jesu vernichtendes Urteil über sie zu erkennen in dem Wort: „Und Ich vertilgte drei Hirten in einem Monat“? Hören wir es nicht aus Jesu Unterredungen mit ihnen heraus, daß Seine heilige Seele ungeduldig, betrübt und erzürnt war über ihre Unlauterkeit und Herzenshärtigkeit - über ihren bösen, irreführenden Einfluß auf das Volk? - „Auch ihre Seele wurde Meiner überdrüssig.“ Um jeden Preis wollten sie Ihn aus dem Wege haben und sannen darauf, wie sie Ihn umbrächten - Ihn, den Heiligen und Gerechten, den Wohltäter und Retter der Elenden, den guten Hirten! - Wir wissen, wie das Volk, das dem Herrn Jesus bei Seinem Einzug in Jerusalem jubelnd das „Hosianna!“ zurief, gleich darauf von seinen bösen Hirten und Führern beeinflußt wurde, für Christi Tötung zu stimmen.

Da sprach Ich: „Ich will euch nicht mehr weiden! [Vgl. Jer. 23,39.40.] Was stirbt, mag sterben und was umkommt, mag umkommen; und die übrigen mögen einer des anderen Fleisch fressen!“ Werden wir hier nicht erinnert an des Herrn Jesu Ausruf über Jerusalem? Weinend nähert Er Sich zum letztenmal der Stadt und ruft aus: „Jerusalem, Jerusalem! Die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind: Wie oft habe Ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein sammelt unter ihre Flügel - aber ihr habt nicht gewollt! Euer Haus wird euch wüste gelassen; denn ihr werdet Mich von jetzt ab nicht sehen, bis ihr einmal sprechen werdet: ‚Gepriesen sei, der da kommt im Namen Jehovas!‘“ d. h. bis ihr Mir als eurem Messias und Retter huldigen werdet! Und dann kündigt Jesus ihnen an, welch furchtbares Schicksal Jerusalem und Israel treffen soll, weil sie Ihn verworfen haben. (Lies Matth. 23,37-39; Luk. 19,41-44.) Wir wissen, daß bei der Belagerung Jerusalems durch die Römer Hunderte von Juden gekreuzigt, Tausende hingeschlachtet wurden und daß Mütter das Fleisch der eigenen Kinder aßen, um ihren Hunger zu stillen. „Die Hände barmherziger Weiber haben ihre Kinder gekocht; sie wurden ihnen zur Speise bei der Zertrümmerung der Tochter Meines Volkes.“ [Klagel. 4,10; vgl. Hes. 5,5-13.] - Teures Menschenherz, machst du dir klar, welch furchtbare Folgen es für dich hat, wenn du dem Herrn Jesus die persönliche Huldigung versagst - wenn du Ihn nicht in dein Herz und Leben aufnimmst als deinen Herrn und Erlöser? „Küsset den Sohn (es handelt sich um den Huldigungskuß auf die Füße des Herrschers), auf daß Er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Wege, wenn nur ein wenig entbrennt Sein Zorn! Glückselig alle, die auf Ihn trauen und sich in Ihm bergen!“

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