BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1923
September 1923

Donnerstag, den 20. September 1923


4. Mose 15,4-12; 3. Mose 2,4-10 (Das Speisopfer)

Das Speisopfer wurde in verschiedener Form dargebracht. Immer aber mußte Öl damit vermengt und darüber gegossen - Weihrauch darauf gelegt werden. - Das Öl ist eine Darstellung des Heiligen Geistes, in dessen Kraft der Herr Jesus lebte und mit welchem Er bei Beginn Seines Dienstes gesalbt und versiegelt wurde. (Luk. 3,21.22.) - Der Weihrauch deutet hin auf den kostbaren Duft hingebender Weihe für Gott, welcher ununterbrochen von dem ganzen Wesen und Denken, Wirken und Reden unseres Heilandes zu Gott aufstieg. - Während von dem Feinmehl und Öl nur das „Gedächtnisteil“, eine Handvoll, für Gott war, kam aller Weihrauch mit diesem Gedächtnisteil auf den Altar und wurde für Jehova geräuchert.

Alles, was Jesus tat - mochte es auch eine irdische Pflicht sein oder zum Wohl der Menschen geschehen - es diente durchaus zur Ehre und Verherrlichung Gottes und war Ihm geweiht. - Daß das Speisopfer vielfach gebacken oder geröstet und auch zerbrochen dargebracht wurde, weist deutlich darauf hin, daß der Sohn Gottes während Seines Erdenwandels durch viel Trübsalshitze, durch Leiden, Mühsale und Bedrängnisse aller Art gehen mußte. O wie wurde Er vom Teufel versucht, von den Menschen verachtet und verlassen, enttäuscht und geschmäht. Ja, wahrlich, Er war „ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt; Er war verachtet, und wir haben Ihn für nichts geachtet!“ (Vgl. Ps. 22,6-18; 69,1-21.) - Doch gerade in all den Widrigkeiten und Schmerzen, den Proben und Prüfungen Seines Lebens bis zur letzten in Gethsemane und auf Golgatha hat Jesus Sich als der Vollkommene, ganz Gott Geweihte, bewährt. - Nichts als Reinheit und Heiligkeit, Liebe und Gerechtigkeit, Sanftmut und Demut offenbarte sich in Ihm, und Sein ganzes Leben, Lieben und Leiden war ein duftender Wohlgeruch für Seinen Gott! - Das ganze Leben Jesu war - allerdings wieder in anderem Sinne als Sein Tod - ein Opfer; es war ein Weg zum Altar: „Er soll es zum Altar tragen.“ Und wie jenes Gedächtnisteil des Speisopfers auf dem Altar „geräuchert“ wurde, so schloß das unendlich kostbare, gottgeweihte Leben des Sohnes Gottes hienieden mit Seiner freiwilligen Aufopferung am Kreuz!

Herr, lenke unsre Herzen und unsern ganzen Sinn
Auf Deine Angst und Schmerzen und auf dein Opfer hin.
Du ließest Dich verklagen, Du wardst verhöhnt, verspeit,
Verspottet und geschlagen, Du, Herr der Herrlichkeit!
Du wardst von Gott verlassen, damit Er bei uns sei -
Du mußt’st im Tod erblassen, damit vom Tod wir frei!
O Lamm, sei hochgepriesen! Du trugst die ganze Schuld;
Dank Dir! Du hast erwiesen nur Gnade, Lieb’ und Huld.

Auch das Leben jedes wahren Kindes Gottes soll und kann ein „Speisopfer“ für Gott sein, an welchem Er Wohlgefallen hat.

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