BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1922
August 1922

Donnerstag, den 3. August 1922


4. Mose 11,4-6; Galater 5,13-26; 6,14-16

Wie oft gleichen die Gläubigen heute dem Volke in der Wüste. Das erneuerte Herz büßt gar leicht seine Frische im göttlichen Leben ein! Der Geschmack an den himmlischen Gaben nimmt ab, die erste Liebe läßt nach, der Herr Jesus ist der Seele nicht mehr, wie im Anfang, der Allgenugsame und Kostbare. (Offenb. 2,4.5.) Gottes Wort und der Gebetsumgang mit Ihm verlieren ihren Reiz und werden der Seele lästig, langweilig - eine mechanische Pflichterfüllung. (Lies Hebr. 5,11-14.) Und in solcher Verfassung wendet man gern das Auge zurück zur Welt, das Herz folgt dem Auge und die Füße folgen dem Herzen! In solchen Zeiten vergessen wir, was die Welt in Wirklichkeit für uns war, als wir noch in und von ihr waren! Wir vergessen, welche Mühsal und Knechtschaft, welches Elend und welche Erniedrigung der Dienst der Sünde uns einbrachte - wie der Teufel uns am Narrenseil herumführte und ins Verderben brachte! - Nur die Befriedigung und das Wohlsein des Fleisches lebt in unserer Erinnerung auf und wir wollen den Kämpfen und Proben des Glaubens entfliehen. - Ist das vielleicht heute deine innere Stellung, mein Bruder, meine Schwester?

Angesteckt von der unzufriedenen Stimmung des „Mischvolkes“ weinten auch die Kinder Israel von neuem und beklagten sich, indem sie zurückverlangten nach Ägypten mit seiner Fülle von Fischen und schmackhaften Gemüsen, die auch die Unbemittelten sich mit Leichtigkeit verschaffen konnten. Es gibt - auch bei Kindern Gottes noch - häufig gar selbstsüchtige, fleischliche Tränen, die vor Gott nichts gelten und keinen Trost von Ihm erwarten dürfen! Prüfen wir uns, wenn wir traurig sind, ob unser Schmerz ein heiliger oder ein unheiliger - ob unsere Tränen von Gott anerkannt und getrocknet werden können oder nicht! - Hatte Israel denn ganz und gar vergessen, wie es in Wirklichkeit in Ägypten gewesen war? Dachten sie nicht mehr an die Peitsche der Treiber und die Hitze der Ziegelöfen, die sie so bitter hatten fühlen müssen? (Lies 2. Mos. 1,8-14; 2,23-25 [5,6-23].)

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