BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1922
Juni 1922

Dienstag, den 13. Juni 1922


Zephanja 3,18-20

Diese Verse greifen nochmals zurück auf V. 10; es handelt sich um die Herbeibringung der zahlreichen in der Verbannung und Zerstreuung befindlichen Glieder des israelitischen Gottesvolkes. Lange haben sie getrauert wegen der köstlichen Festversammlungen und Gottesdienste im Tempel zu Jerusalem - sei es in der Jetztzeit, daß diese Festversammlungen nicht stattfinden, weil Jerusalem noch öde liegt und Jehova noch nicht zu Seinem Hause dort zurückgekehrt ist - sei es beim Beginn des Tausendjährigen Reiches, wo die Gottesdienste im Tempel in ihrer ganzen Feierlichkeit und Schönheit wieder stattfinden, die in der Zerstreuung befindlichen Israeliten aber noch fern sind und nicht an denselben teilnehmen können. (Vergl. Ps. 27,1-6; 42,1-11; 137,1-6; Klagel. 1,1-10.) Dann aber greift Gott mit Wundern und Zeichen ein und bringt sie eilends heim in ihr Land zu Segnung und Heil. (Lies Jer. 23,3.4; Hes. 34,11-16; 36,24-36 [Hos. 1,10 - 2,1 [Luther 2,1-3]; Röm. 11,22-27].)

Die aus der Verbannung zurückkehrenden Israeliten werden hier „Hinkende“ genannt; damit wird uns das Elend und die Ermattung beschrieben, darin sie sich befinden. Sie, die so lange um Jerusalems willen von den Nationen geschmäht wurden, sollen nun tatsächlich in ihr Heimatland zurückgebracht werden. Ihre Schmach soll in Herrlichkeit, ihre Trauer in jubelnde Freude verwandelt werden. Sie sollen zum Lob und zum Ehrennamen werden, d. h. jetzt wird man sie, weil der Herr sie erhöht und segnet, anerkennen und ehren in all den Ländern, wo sie vorher verachtet waren - ja auf dem ganzen Erdenrund. „Gebeugt werden zu dir kommen die Kinder deiner Bedrücker und alle deine Schmäher werden niederfallen zu den Sohlen deiner Füße. Und sie werden dich nennen: Stadt des Herrn, Zion des Heiligen Israels!“ [Lies Jes. 60,10-22; 61,7-9; Ähnliches verspricht der Herr Seiner neutestamentlichen Gemeinde: Offenb. 3,9.] Diese Ehre, dieses Lob wird aber nicht ihnen selbst gelten - sie werden es auch nicht für sich nehmen, sondern ihrem großen, herrlichen Erlöser und Herrn werden sie zum Ehrennamen und zum Ruhm sein vor aller Welt! (Vgl. Jes. 61,3b.11.) „Vor ihren eigenen Augen“, d. h. ganz auffallend und unerwartet wird der Herr eingreifen und Israels Verbannung und Zerstreuung, ihr Elend und ihre Unterdrückung wenden - sie zu überströmender Segnung und wunderbarer Herrlichkeit bringen in ihrem Lande. [Jer. 29,11-14.]

Ähnlich wie jene gläubigen Israeliten werden auch wir gläubige Christen verachtet wegen unserer Zukunftshoffnungen. Gott aber wird dieselben über Erwarten erfüllen und uns mit unserem himmlischen Haupte, dem Herrn Jesus, vereinen in wunderbarer Herrlichkeit, Gott wird „alles unter ein Haupt zusammenbringen in Christus - das, was in den Himmeln und das, was auf der Erde ist“. „In Ihm haben auch wir ein Erbteil erlangt“ und werden ewiglich „zum Preise Seiner Herrlichkeit“ sein.

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