BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1921
Mai 1921

Dienstag, den 10. Mai 1921


Nahum 3,12-19

Der Prophet entreißt nun dem schuldbeladenen Ninive auch die letzte Hoffnungsstütze, das Vertrauen auf seine Festungswerke, seinen Reichtum und seine zahlreiche Bevölkerung! V. 12.13: Wie die reifen Feigen dem Schüttelnden vom Baume in den Mund fallen, so werden die sonst so sicheren Festungen Ninives unter Gottes Gericht den erobernden Feinden in die Hand fallen. Vollständige Kraft- und Mutlosigkeit wird das so tapfere Assyrervolk befallen, so daß seine Verderber leichtes Spiel haben. - Wenn Gott ein Land, ein Volk preisgibt, dann ist es trotz all seiner bisherigen Macht und Tüchtigkeit kraftlos - wehrlos! Und die Ursache ist immer die Sünde. „Gerechtigkeit erhöhet ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben!“ Wie erfüllt sich das auch jetzt an unserem deutschen Volke! - V. 14.15: In heiligem Spott fordert der Prophet Ninive auf, sich auf eine lange feindliche Belagerung einzurichten, läßt es aber zugleich erkennen, daß ihm all diese Vorbereitungen nichts helfen werden: Ninive fällt dem Feuer und dem Schwert seiner Feinde anheim! Diese würden sein wie die „Abfresser“, eine Art Heuschrecken, von denen Kanaan ab und zu heimgesucht wurde, wenn Gott Israel züchtigen wollte, und deren Wirkung eine furchtbare war. (Vgl. Joel 1,1-4.) Mochte nun Ninive auch ein Volk und ein Kriegsheer von unendlicher Zahlenstärke ausweisen (die Heuschrecken vermehren sich unglaublich schnell!) - angesichts der Zahl und Stärke seiner Feinde wird es wie nichts sein und nichts vermögen! Auch Ninives Reichtum (V. 16) nützt ihm dann nichts mehr. Mochte auch die Zahl seiner Kaufleute und Händler unermeßlich sein - der Feind, wiederum mit einem schrecklichen Heuschreckenschwarm verglichen, sollte raubend einfallen ins Land und mit der ganzen glänzenden Beute davonfliegen. V. 17 beschreibt dann den spurlosen Untergang der auserlesenen, wohlgeführten Kriegsmacht Ninives. Wie ein großer Heuschreckenschwarm an einem frostigen Tage beieinander sitzt, beim Durchbruch der wärmenden Sonne aber auf und davon fliegt, so sollten die dichten, starken Heeresmassen Ninives am Tage des Unterganges spurlos verschwinden. Man kennt ihre Stätte nicht mehr - wo sind sie geblieben? - V. 18.19: Diese Schlußverse stellen noch einmal den Untergang Assyriens als Weltreich vor aller Augen. Seine Hirten und Edlen sind die Fürsten und Großen, welchen die Verwaltung und der Schutz des Reiches oblag - die königlichen Räte, Statthalter und Feldherren mit Einschluß der Krieger - sie sind dahin, im Tode entschlafen! Überreste des Volkes mochten noch hie und da zerstreut sich finden, aber das Reich als solches war zerfallen und es gab keine Neuaufrichtung. Die Wunde war unheilbar, der Schlag tödlich! - Und diese Nachricht von dem Untergang Ninives, von dem Zerfall des Assyrischen Reiches erregte in der ganzen politischen Welt nur Freude; denn alle Länder und Völker hatten von der Bosheit Ninives, von seiner gewalttätigen, selbstsüchtigen Politik zu leiden gehabt!

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