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JAHRGANG 1921
Mai 1921

Sonntag, den 8. Mai 1921


Nahum 2,1-13 (Luther 2,2-14)

Kap. 2 enthält eine sehr lebendige Schilderung des Unterganges Ninives, der Hauptstadt Assyriens. Der zweite Vers zeigt, daß wir vor allem an die heute noch zukünftige Endzeit zu denken haben, obwohl die Vernichtung Ninives durch die Meder und Perser ein Vorspiel der zukünftigen Geschehnisse war. In irgend einer Form wird Assyrien in der Endzeit wieder als mächtiges Reich erstehen und zu den letzten Bedrängern Israels gehören - als solcher aber auch sein endgültiges Gericht empfangen. Israels Herrlichkeit dagegen wird sich schließlich im Tausendjährigen Reiche ungehindert auf Erden entfalten unter dem machtvollen Zepter Christi!

Bisher war Assyrien der Zerschmetterer anderer Nationen gewesen; jetzt sendet Gott ihm einen Zerschmetterer - das zu Jesus bekehrte, in Gott stark gewordene Israel der Endzeit! (Vergl. Micha 5,4-8.) In heiligem Hohn mahnt der Prophet das hochmütige, selbstsichere Ninive, seine Festung zu bewahren, d. h. mit Truppen zu besetzen, die Zugänge zu überwachen und sich zu ernstem Kampfe zu rüsten. Israel, das - obwohl der Weinstock Jehovas - so oft um seiner Abtrünnigkeiten willen den „Plünderern“ preisgegeben war, bildet nun eine Schar von Helden. Jehova-Jesus Selbst rüstet es als Sein Volk zum Kampf und macht dessen Feinde erbeben.

V. 3 u. 4: Die blanken Schilde von Kupfer oder Gold glänzen rötlich; die Krieger sind in rotes Tuch (Karmesin) gekleidet; die mit Metall beschlagenen Kriegswagen, von der Sonne bestrahlt, leuchten erschreckend. Die Lanzen, mit Zypressenschaft versehen, werden drohend geschwungen. Furchtbar ist für Ninive das Getöse und der Anblick der herannahenden israelitischen Kriegsscharen! - V. 5-10: Im Gegensatz zu Israels Kampfesmut sehen wir hier die Verzagtheit der Assyrer. Sie gedenken ihrer Edlen und Tapferen, d. h. sie setzen in dieser Gefahr ihre Hoffnung auf ihre Feldherren und Krieger, aber vergeblich. Hast und Unsicherheit herrscht unter den Truppen; in ihrer Angst eilen sie zur Stadtmauer, um sie zu verteidigen. Mit dem bei den Alten wohlbekannten Sturmdach suchen sie sich vor den Geschossen der belagernden Feinde zu decken. Aber es kommt schnell zur Übergabe der Festung; die mächtigen Stadttore werden geöffnet und die siegreichen Feinde dringen ein! (Der Tigris mit seinen Nebenflüssen und Kanälen umgab die Stadt, daher „die Tore an den Strömen“.) - Im königlichen Palast herrscht größte Niedergeschlagenheit, denn der Gerichtsbeschluß Gottes über Ninive steht fest. Sie, die als Königin thronte, wird nun der Schande anheimgegeben, ihre Bewohner ziehen in die Verbannung! - Ihre „Mägde“, d. h. die, welche Ninive dienten - etwa ihre Kaufleute und Beamten -, beklagen schmerzerfüllt das Schicksal der weltberühmten Stadt. - V. 8: Mit einem Wasserteich wird Ninive hier verglichen; es strömten ungeheure Menschenmengen in der Riesenstadt zusammen - zugleich auch großer Reichtum und Wohlstand. (Vgl. Jer. 15,13.) Aber das alles hilft jetzt nichts mehr: Gott vernichtet Ninives Größe. Ihre Bewohner fliehen. Mag man auch hinter ihnen herrufen: „Stehet, stehet!“ so sieht sich doch keiner um aus Angst vor den feindlichen Siegern. Diese werden nun aufgefordert, sich an Ninives unendlichen Vorräten und Schätzen zu bereichern, und das tun sie auch, so daß an die Stelle des bisherigen Reichtums und der Fülle Leere und Verödung tritt. Die, welche die Plünderung und Verödung der Weltstadt mit ansehen müssen, vergehen vor Schmerz und Schrecken. - V. 11-13 [Luther V. 12-14]: Ninive wird hier als eine Löwenwohnung bezeichnet; der Vergleichungspunkt ist die Raubsucht ihrer Herrscher und ihrer Krieger, die den Löwen gleich die Völker zermalmten und ihre Schätze plünderten und in Ninive zusammentrugen. Nun aber kommt Gottes Gericht über Ninives Macht; ihre Kriegswagen werden verbrannt, ihre Krieger vom Schwert verzehrt, ihre Reichtümer vernichtet. Ninives Boten - seien es nun seine politischen Gesandten oder seine weitreisenden Kaufleute, die sonst in der ganzen damaligen Welt mit Achtung begrüßt und gehört wurden - ihre Stimme wird nicht mehr vernommen. Ninive ist keine Macht mehr in der Welt! - Ninives Untergang, der uns hier beschrieben wird, führt uns vor Augen, daß bald die ganze Welt, wie wir sie um uns haben untergehen wird: „Die Welt vergeht und ihre Lust!“ Und mit der Welt gehen alle die verloren, die ihr angehört und gehuldigt haben. „Wer aber den Willen Gottes tut“, indem er sich von der Welt zu Jesus wendet - sich auf Gottes Seite stellt, „der bleibt in Ewigkeit“! Uns Kindern Gottes aber wird zugerufen: „Da nun dies alles aufgelöst wird, welche solltet ihr sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit, erwartend und beschleunigend die Ankunft des Tages Gottes!“

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