BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1919
November 1919

Montag, den 3. November 1919


4. Mose 4,1-49

Dieses Kapitel enthält die Zählung der dienstfähigen Leviten und die Arbeitszuteilung an ihre drei Geschlechter. Zwei Grundsätze treten uns beim Überblick dieses Abschnitts entgegen:

1. Je heiliger der Dienst, desto größer die Verantwortung - desto ernster die göttliche Ahndung, wenn man es an einem vorsichtigen und geheiligten Verhalten fehlen läßt!

Das lehrt uns der Blick auf den Dienst der Kehathiter. Bei ihnen war die Gefahr der „Ausrottung“ am größten (V. 17-20), weil sie mit den allerheiligsten Dingen zu tun hatten! Mögen das alle beherzigen, die sich von Gott berufen glauben, Christum zu verkündigen, am Worte Gottes und an den Seelen zu dienen. Denn dies sind in Wahrheit die „allerheiligsten“ Dinge! Gerade wenn es sich um diesen Dienst handelt, spricht das Neue Testament die erschütternde Drohung aus: „Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn der Tempel Gottes ist heilig!“ (1. Kor. 3,17.)

2. Zur Aufgabe gibt der Herr auch die erforderliche Gabe, zur aufgetragenen Arbeit auch die Kraft!

Das sehen wir hier an der Arbeitszuteilung. Z. B. hatten die Merariter weitaus die schwerste Arbeit, denn sie hatten die großen „goldenen“ Bretter der Stiftshütte zu besorgen mit den schweren silbernen Füßen und goldenen Riegeln, dazu die Säulen, die Pflöcke usw. Dementsprechend gab Gott ihnen aber auch die größte Zahl dienstfähiger Männer. Während die Kehathiter deren nur 2750 und die Gersoniter 2630 hatten, zählten die Merariter 3200! Das ist um so auffallender, als an sich der Stamm der Merariter der kleinste war; denn sie hatten im ganzen nur 6200 männliche Glieder und doch 3200 im dienstfähigen Alter, während die Gersoniter im ganzen 7500 männliche Glieder hatten und nur 2630 im dienstfähigen Alter! - Diese Tatsachen lassen sich sehr wohl auf den geistlichen Dienst - überhaupt auf jeden Dienst für den Herrn anwenden! Auch da wird die Aufgabe stets der von Gott verliehenen geistlichen Gabe und umgekehrt, die dargereichte innere und äußere Kraft der von Gott zugewiesenen Arbeit entsprechen. - So war z. B. dem Apostel Paulus ein ungewöhnlich hoher, verantwortungsvoller Dienst anvertraut worden; er war der Träger des Evangeliums der Herrlichkeit Christi an die Heiden. Außerdem war ihm das Geheimnis von der Berufung und Einheit der Gemeinde, d. h. von der Bildung des Leibes Christi aus Juden und Heiden, anvertraut. (Röm. 1,1-7; Eph. 3,1-11.) Dementsprechend war er aber auch mit einer Fülle geistlicher Gnadengaben ausgerüstet, wie wohl kein anderer. War Paulus doch sowohl Evangelist als auch Lehrer und Hirte; er besaß die Gabe der Weissagung, der Ermahnung und Tröstung, wie auch die der Sprachen, der Wunder und Heilungen! Auch die ihm von Gott dargereichte Kraft war - entsprechend der ihm zugewiesenen Aufgabe - eine wunderbar große. Welche Geduld und Tragkraft hat er bewiesen! Wieviel hat er gearbeitet sowohl im persönlichen, mündlichen Dienst als auch im schriftlichen! Keiner hat so vielen Völkern und Gegenden das Evangelium gebracht, keiner so viele Gemeinden gegründet und bedient, keiner so viele heilige Briefe geschrieben wie er! Auch im Leiden - diesem besonderen Kennzeichen eines Knechtes Jesu Christi - steht Paulus wohl allen Dienern des Herrn voran! Auch für unseren kleinen Dienst, für unsere Aufgabe im Weinberge des Herrn - wenn der Herr uns eine solche zuweist - werden wir es erfahren dürfen, daß der Herr verspricht: „Wie deine Tage, so deine Kraft!“ (5. Mose 33,25) und „Meine Gnade ist genug für dich, denn Meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht!“ (2. Kor. 12,9.)

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