BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1919
Oktober 1919

Sonnabend, den 1. November 1919


Jona 4,10.11

Es war, ehe Ninive Buße tat, erschreckend viel Sünde und Schuld bei ihren Bewohnern angehäuft, und Gott hätte Sich nur als gerecht erwiesen, wenn Er dieses überlaufende Maß von Sünde und Greuel heimgesucht hätte mit Seinem vernichtenden Strafgericht. Doch will Er hier insbesondere den Propheten darauf hinweisen, daß mit den Schuldigen auch Tausende von Unschuldigen hingerafft worden wären - daß viele, viele Geschöpfe in Ninive waren, die an der allgemeinen schrecklichen Sündenschuld keinen bewußten Anteil hatten und dennoch hätten mit untergehen müssen im Gericht, wenn Gott nicht Buße gesehen und Gnade geübt hätte! Und da denkt Gott außer an die Menschenkinder auch an das Vieh, das mit umgekommen wäre! Ja, Gott, unser Schöpfer, hat auch für die Tiere ein Herz: „Er erbarmt Sich aller Seiner Werke“. (Ps. 145,9.) So hören wir in Ps. 147,9 und Hiob 38,41, daß Gott das Schreien der jungen Raben vernimmt als ein Rufen zu Ihm; wir wissen, daß Ihm das Seufzen der ganzen Schöpfung zu Herzen geht. Und so will Er auch nicht, daß das Seufzen der ganzen Schöpfen zu Herzen geht. Und so will Er auch nicht, daß Seine Gläubigen hart und ungerecht gegen die Tiere seien! „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehes, aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.“ (Spr. 12,10.) Es ist Sünde, ohne Notwendigkeit einem Tier ein Leid anzutun, es hart zu behandeln oder es zu vernachlässigen! Viel muß die unvernünftige Kreatur leiden unter der Härte der Menschen. Doch kann man auch nach der entgegengesetzten Seite zu weit gehen! Man findet hie und da eine Hätschelei, eine Bevorzugung und Verzärtelung der Tiere, die lächerlich und ärgerlich zugleich ist. Manche Dame bettet ihre Katze oder ihren Hund auf Seide, gönnt aber ihren Dienstboten nicht eine Stunde Erholung oder nicht das nötige Essen! Mancher Herr behandelt sein Pferd ausgezeichnet, aber seinen Knecht sehr schlecht! Ein anderer gibt seinem Kanarienvogel die zärtlichsten Namen und hat für seine Frau nicht einen lieben Blick! Alles dies ist ein Greuel vor Gott, ja, es mag Götzendienst sein! Bei Kindern Gottes sollte solches nicht gefunden werden!

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