BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1919
Oktober 1919

Freitag, den 31. Oktober 1919


Jona 4,10.11

Die Riesenstadt Ninive muß entsprechend ihrer Größe wohl bedeutend mehr als 120 000 Einwohner gehabt haben. Selbst wenn man sich sagt, daß sie nicht so dicht bevölkert war, wie unsere modernen Städte, sondern zwischen den Häusermassen auch große Weideplätze für das viele Vieh hatte, so muß doch die Einwohnerzahl eine viel, viel größere gewesen sein. Deshalb glauben zahlreiche Ausleger, daß man unter den 120 000 Menschen, die „nicht zu unterscheiden wissen zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken“, die kleinen Kinder zu verstehen habe, und daß dementsprechend die ganze Bevölkerung der Riesenstadt mindestens eine Million (andere rechnen zwei Millionen) Menschen betragen habe!

Wenn dies so ist, so ist es besonders ergreifend, daß Gott hier die unmündigen Kinder hervorhebt und Sein besonderes Erbarmen für sie zum Ausdruck bringt. Es stimmt dies mit dem Geist der ganzen Bibel überein. Sagt nicht Jesus von den Kindern: „Ihrer ist das Himmelreich!“? Vernehmen wir nicht die ernsten Worte: „Sehet zu, daß ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet; denn Ich sage euch, daß ihre Engel im Himmel allezeit das Angesicht Meines Vaters schauen, der in den Himmeln ist!“? (Matth. 18,10; 19,14.) - Wahre Gläubige sollten stets ein Herz voll barmherziger Liebe für Kinder haben, da diese Gott und dem Herrn Jesus so kostbar - Gegenstände Seiner besonderen Fürsorge und Erbarmung sind! Wieviel Kinderelend und Kinderjammer gibt es - äußeren nicht nur, sondern auch inneren, bei den Reichen und bei den Armen, bei Gesunden und bei Kranken! Ach, so viele verlassene und verlorene Gröschlein, die aufgesucht, geschützt, geliebt, gehegt und gepflegt werden sollten von barmherziger Nächstenliebe, die vor allem hingeführt werden sollten zu Dem, der sie mit Heilandsliebe liebt und sie retten und schirmen will vor Sünde und Verderben. Erweisen wir Gläubige uns auch im Verständnis und in der Liebe zu Kindern als „Nachahmer Gottes“? Wer kein Herz für Kinder hat, der versteht auch das Herz Gottes und des Heilandes noch nicht!


Im Anschluß an die hier ausgesprochenen Wahrheiten und Tatsachen möchte ich erneut hinweisen auf das große, köstliche Kinderrettungswerk von Schwester Eva von Tiele-Winckler. Das mit vielen Bildern ausgestattete Buch: „Heimat für Heimatlose“ (Verlag St. Johannis-Druckerei Dinglingen, Baden; Preis mit Porto 3,75 Mk.) und das Heft: „Was nichts ist, das hat Gott erwählt“ (Verlag Diakonissenhaus Friedenshort, Miechowitz, Oberschlesien; Preis mit Porto 80 Pf.) berichten uns über die Entstehung und den gesegneten Fortgang dieser Arbeit, in welcher mehr als 400 Diakonissen stehen. Schwester Eva nimmt freudig weitere Kräfte an, welche sich dem Herrn Jesus für den Dienst an Kindern zur Verfügung stellen wollen; es fehlt sehr an tüchtigen Schwestern. Wer sich dort ausbilden und in den Dienst stellen lassen will, verlange die Aufnahmebedingungen beim Diakonissenhaus Friedenshort, Miechowitz, Oberschlesien.

Es liegt mir aber noch etwas auf dem Herzen! Ein dem Herrn sehr wohlgefälliger Dienst, der - wenn in Liebe und Hingebung geübt - köstliche Freuden und Segnungen in sich schließt, ist für ein gläubiges Mädchen derjenige eines Dienstmädchens oder einer Stütze der Hausfrau in kinderreichem Hause! Welche Selbstsucht und Bequemlichkeit klingt doch vielfach heraus, wenn Stellesuchende immer nur „in ruhigen kleinen Haushalt“ oder „nicht zu Kindern“ gehen wollen! Warst du nicht selbst einmal ein Kind - sehr bedürftig der Hilfe, sehr empfänglich für Liebe? Wie soll denn den überlasteten Müttern geholfen werden, die einen großen, kinderreichen Haushalt zu führen haben? In unseren Tagen brechen viele Mütter mit ihren Kräften zusammen, weil sich keine treuen, hilfsbereiten, arbeitswilligen Dienstmädchen und Stützen finden wollen, die nicht so sehr um des Lohnes willen, als vor allem aus Liebe zum Heilande und aus Liebe zu den Kindern und ihren Müttern helfen und arbeiten wollen. Auch für gebildete Töchter wäre es ein dankenswerter und sehr fördernder Beruf, wenn sie in wirklich demütiger, selbstloser Weise doch mal wenigstens auf ein Jahr den Posten einer Gehilfin der Mutter in kinderreichem Hause übernehmen wollten. Das wäre ein wertvoller Beitrag zum „Wiederaufbau unseres Volkes“ und ein Dienst, der im eigenen späteren Leben reiche Früchte tragen würde! Warum melden sich gläubige, dienstbereite Mädchen nicht auch hierzu mehr?

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