BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1919
Juni 1919

Montag, den 16. Juni 1919


Einleitung zum vierten Buch Mose

Entsprechend seinem Inhalt trägt das 4. Buch Mose im Hebräischen die Überschrift: „In der Wüste“. Es umfaßt den Zeitraum vom 2. bis zum 40. Jahr nach dem Auszug aus Ägypten - berichtet uns also den Hauptteil der Wüstenwanderung Israels vom Berge Sinai bis an die Grenze des verheißenen Landes Kanaan. Der Herr Selbst wohnte inmitten Seines aus Ägypten erlösten Volkes (vgl. 2. Mose 40,34-38); Seine heilige und gnädige Gegenwart begleitete sie durch alle Mühsale, Gefahren und Widerwärtigkeiten der Wüstenwanderung; Er sorgte in Seiner Treue wunderbar für sie und brachte sie hindurch; die Wolken- und Feuersäule leitete sie! - In der griechischen Übersetzung (Septuaginta) trägt das 4. Buch Mose den Namen: „Zahlen“ (Numeri); denn es berichtet uns von zwei Volkszählungen. In den ersten Kapiteln finden wir die Musterung der kampffähigen Männer Israels und die Zählung der Leviten zum Zweck ihrer Einstellung in den Dienst am Heiligtum. (Kap. 1 - 4.) Eine neue Volkszählung wurde dann 38 Jahre später in den Ebenen Moabs vorgenommen zum Zweck der gerechten Verteilung des Landes unter die zwölf Stämme nach ihrer verschiedenen Zahlenstärke. (Kap. 26.) - Wie jedes der fünf Bücher Mose, so ist auch dieses vierte von großer Bedeutung und Kostbarkeit - voll praktischer Unterweisung für uns. Daß Mose, der Knecht Gottes, unter der Leitung und Eingebung des Heiligen Geistes tatsächlich der Schreiber dieses Buches wie des gesamten Pentateuchs (Fünfbuches) ist, das ist für uns Christen, die wir an die Inspiration (Eingebung durch den Heiligen Geist) der ganzen Heiligen Schrift glauben, zweifellos wahr und klar, aber durch die neueren Altertumsforschungen auch für Nichtgläubige überwältigend erwiesen! (Äußerst interessant, erfreulich und lehrreich sind in dieser Hinsicht für den gebildeten Leser, der Zeit und Interesse zu eingehenderem Studium hat, die Bücher von J. Urquhart: „Die neueren Entdeckungen und die Bibel“, Band 1-5, jeder Band 4 Mk., zusammen 16 Mk.; und: „Wie man die Bibel lesen soll“, 4 Mk. Porto extra. Verlag von Emil Müller, Barmen, Parlamentstraße.)

4. Mose 1,1-3 Fast zwei Jahre hatten die Kinder Israel am Fuße des Berges Sinai gelagert. (Vgl. V. 1 mit 2. Mose 19,1.2.) Hier hatte der Herr ihnen durch Mose Seine Gebote, Verordnungen und Satzungen gegeben. Hier hatten sie nach himmlischem Vorbild und genauer göttlicher Bestimmung die Stiftshütte mit all ihrem Zubehör gefertigt. Aaron und seine Söhne waren zum Priesterdienst geweiht worden, und Jehova hatte in Gnade und Herrlichkeit Wohnung genommen in der Mitte Seines erlösten Volkes. Nun war der Augenblick gekommen, da Israel unter der heiligen Führung seines Gottes den Hauptteil seiner Wüstenwanderung beginnen sollte. Schon beim Auszug aus Ägypten hatte Jehova Seinem Volke den Stempel eines Kriegsheeres aufgedrückt. (2. Mose 6,26; 12,41.) Er Selbst, ihr König und oberster Kriegsherr (2. Mose 15,3.18), führte sie siegreich aus der Knechtschaft ihrer Feinde heraus und vernichtete deren Macht im Roten Meere (2. Mose 3,19-22; 12,35.36; 13,14.18; 14,21-31.) - Hier nun findet eine genaue Musterung und Organisation dieses Heeres statt, das mit seinen Frauen und Kindern, mit seinem Vieh und seiner Habe in die verheißene Heimat - ins Land Kanaan - ziehen sollte.

Wo ein Kriegsheer ist, da gibt es auch Feinde. Das Israel des Alten Bundes hatte Feinde und auch das Neue Testament zeigt uns das Volk Gottes als ein Kriegsheer im Kampfe: „Unser Kampf ist nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Fürstentümer, wider die Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis, wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern!“ Es wird uns nicht verhehlt, mit was für einem furchtbaren Widersacher wir es zu tun haben: „seine Absichten sind uns nicht unbekannt!“

Groß’ Macht und viel List
Sein’ grausam’ Rüstung ist,
Auf Erden ist nicht sein’sgleichen!

Ja, es ist Satan, der große Widersacher Gottes, welcher mit seinen finsteren Fürsten und Gewaltigen wider Gott und Seine Sache streitet. Deshalb wird jedem wahren Gläubigen zugerufen: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! Nimm teil an den Trübsalen als ein guter Kriegsmann Jesu Christi!“ (1. Tim. 6,12; 2. Tim. 2,12.) Herrlich und tröstlich ist es, daß uns der endgültige herrliche Sieg der Sache Gottes gewiß sein darf und daß uns auch jetzt schon Schritt für Schritt Sieg geschenkt wird, wenn wir, dem Herrn vertrauend, mutig im Glaubensgehorsam vorwärtsgehen! „Unser Glaube ist der Sieg, welcher die Welt überwindet!“ (1. Joh. 5,4.) Eine von Gott Selbst dargereichte Waffenrüstung steht jedem Glaubenskämpfer zur Verfügung (lies Eph. 6,13-18; 1. Thess. 5,8-10); macht er treuen Gebrauch von ihr, so vermag er festzustehen für den Herrn und zu siegen. Der Apostel Paulus konnte - auch im Namen seiner Mitgläubigen - rühmen: „Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzuge umherführt in Christo! - Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesum Christum!“ (1. Kor. 15,57; 2. Kor. 2,14.)

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