BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1918
Juni 1918

Freitag, den 14. Juni 1918


3. Mose 23,17 (IV. Webebrote oder Pfingstfest)

Eine sehr bedeutsame Tatsache ist, daß die zwei Erstlingsbrote, die zum Heiligtum gebracht wurden, ausdrücklich gesäuert gebacken werden sollten, obwohl der Sauerteig doch ein Sinnbild der Sünde, des Bösen ist! Was hat dies zu bedeuten? Es weist uns darauf hin, daß in den Kindern Gottes, obwohl sie wiedergeboren sind und den Heiligen Geist besitzen, auch noch die sündhafte alte Natur vorhanden ist, solange sie auf Erden sind. Die Gegenwart des Heiligen Geistes nimmt die alte Natur nicht fort aus uns; auch veredelt Er sie nicht nach und nach, wie manche meinen. Aber Er gibt uns die Kraft, unser altes Wesen und alle sündhaften Neigungen und Regungen zu überwinden und in den Tod zu geben. Deshalb heißt es: „Die aber Christo angehören, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten“; d. h. sie tragen wohl neben der neuen, gottgeschenkten Natur das Fleisch – die sündige, alte Natur – noch in sich, aber sie suchen und finden immer neu im Herrn und Seiner Gnade die Kraft, das Fleisch, das alte Wesen zu unterdrücken, zu besiegen. Ja, sie halten sich im Glauben „der Sünde gegenüber für tot, Gott aber lebend in Christo Jesu“! (Röm. 6,11.) So sind und werden die wahren Christen in den täglichen Versuchungen und Proben immer völliger Überwinder, aus deren Wandel und Gesinnung die Liebe und Geduld, die Wahrheit und Reinheit Christi leuchtet! – Der Sauerteig in jenen „Webebroten“ war wohl noch vorhanden, aber durch das Feuer, in welchem sie gebacken waren, war die gärende Wirkung desselben zum Stillstand gekommen! So ist die alte Natur in uns wohl noch da; sie soll und kann aber in den Tod gegeben und im Tode gehalten werden, indem wir wissen und glauben, daß sie im Feuer von Golgatha gerichtet und zunichte gemacht worden ist: „Wir wissen dieses, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, auf daß der Leib der Sünde abgetan sei, daß wir der Sünde nicht mehr dienen.“ (Röm. 6,6.) Nicht mehr die schädliche und Gott verunehrende Wirksamkeit der innewohnenden Sünde, sondern vielmehr die heiligende Wirkung der uns geschenkten Gnade und des uns regierenden Heiligen Geistes sei auch heute an mir und dir zu sehen!

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