BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1918
Februar 1918

Freitag, den 15. Februar 1918


Hosea 13,13

Die schweren Drangsale, welche dem Volke Israel bevorstehen, vergleicht der Prophet hier wie an vielen Stellen der Schrift mit den ans Leben greifenden Drangsalen einer schweren Geburt. (Vgl. Jer. 13,21.22; 22,20-23.) Doch liegt in diesem Bilde die tröstliche Hoffnung eingeschlossen, daß Gott Seinem Bundesvolke trotz all seiner Missetaten nicht den Garaus machen will, sondern daß Er dasselbe durch schwere Drangsale zu einer geistlichen und sittlichen Neugeburt zu führen beabsichtigt. (Vgl. Jer. 30,4-11; Jes. 54,1-17; 66,5-14.) Zur damaligen Zeit allerdings erwies sich das Volk als ein „unverständiges Kind“, das im gegebenen Augenblick nicht in den gewiesenen Ausweg eintritt und somit seine Geburt verzögert, so daß das Leben von Mutter und Kind aufs äußerste gefährdet, wenn nicht gar vernichtet wird. Und bis auf den heutigen Tag ist Israel als Volk zu keiner Neugeburt gelangt, selbst nicht in jener einzigartigen Gnadenzeit, als Jesus, der Sohn Gottes, in seiner Mitte erschien und es als sein Messias und Heiland zur geistlichen und nationalen Wiedergeburt leiten wollte! Die Juden haben Ihn, der allein sie zum Heil und Leben hätte führen können, zum schmählichen Tode gebracht, wie wir wissen. Damit haben sie sich ihr eigenes Grab gegraben und liegen nun im geistlichen und nationalen Tode. Der Gott aber, an welchen Abraham, der Erzvater Israels, glaubte, „welcher die Toten lebendig macht und das Nichtseiende ruft, als wenn es da wäre“ (Röm. 4,17) - Er wird in der heute noch zukünftigen Endzeit Seine herrlichen Segensabsichten mit Israel, dem „Samen Abrahams“, zur Erfüllung bringen! Davon redet Hosea in den nun folgenden Versen, wie überhaupt die alttestamentlichen Propheten es immer neu in mannigfacher Weise tun. (Lies Micha 4,1-5.8; Jes. 26,15-19; 49,14-26.)

Auch in unserem inneren Leben gibt es immer wieder Augenblicke, da es gilt, durch eine vor uns liegende Enge im Glaubensgehorsam und mit Glaubensmut durchzudringen, um in eine neue, von Gott uns bereitete Segnung einzutreten. Wohl uns, wenn wir vor einem Ringen und Kämpfen, wie Jakob es in „Pniel“ durchmachte, nicht zurückschrecken; denn nur auf diese Weise werden wir zu Gotteskämpfern, zu Überwindern! Wie viele Gläubige aber erweisen sich angesichts solcher Wendepunkte in ihrem Leben als „unweise Kinder“! Sie gehen nicht auf Gottes Gedanken ein, sie treten nicht ein in den Durchbruch, den Gott für sie bereitet und beabsichtigt hat, und erreichen somit nicht die Segensstufe, welche Er für sie vorsah. Deshalb so viele Unentwickelte, Stehen- und Steckengebliebene unter dem Volke Gottes - so viele, die ihre göttliche Bestimmung nicht voll und ganz erreichen! Deshalb so viel Tod, wo nur Leben und Heil sein sollte!

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