BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1917
August 1917

Dienstag, den 21. August 1917


Hosea 9,1-3

Israel hatte so gar kein Empfinden für seinen tief gesunkenen sittlichen Stand, noch einen Blick für die immer ernster sich zusammenballenden Gerichtswetter über seinem Haupte. Solange Tenne (Getreide) und Kelter (Most und Öl, vgl. Joel 2,24) noch nicht versagten, glaubte das Volk, immer noch vergnügt sein zu können. Doch ihre Freude war heidnisch, wie die der götzendienerischen Völker um sie her! Es war eine Freude ohne Gott, ja, ein Gegensatz zu ihrem Gott, welcher trauerte über ihre Treulosigkeit und ihren Abfall. Jehova hatte Israel geliebt und es so innig mit Sich verbunden, daß Er dieses Bundesverhältnis immer von neuem mit dem Ehebunde vergleicht. Dementsprechend war Israels Abwendung von Ihm und seine Hinkehr zu den Götzen gleich der Untreue eines abtrünnigen Weibes! - Selbst den Erntesegen auf seinen Korntennen schrieb das Volk nicht der langmütigen Güte seines Bundesgottes zu, sondern wollte in den Früchten der Natur, die ihnen noch so reichlich zuflossen, Geschenke der heidnischen Gottheiten sehen, denen sie so willig dienten! - Doch wenn es Jehova nicht mit Güte gelang, das abtrünnige Volk zurückzugewinnen, so sollte es nun im Strafgericht inne werden, wie sehr es seinen liebenden und heiligen Gott zur Eifersucht und zum Zorn gereizt hatte. Korn und Most sollte ihnen entzogen werden, indem sie von Feindeshand aus ihrem Lande weggeführt wurden. Sie sollten merken, daß Kanaan das Land Jehovas war, welches sie nun um ihrer Sünden und Greuel willen ausspie wie eine unzuträgliche Speise! (Lies 3. Mose 18,26-29.) Ja, Israel sollte die Freiheit mit der Gefangenschaft vertauschen („Ägypten“ ist hier nur der Ausdruck der Knechtschaft für Israel), indem sie durch die Assyrer weggeführt wurden.*) - Hüten wir uns vor einem oberflächlichen „Guter-Dinge-sein“, wenn es in unserem Verhältnis zum HERRN nicht stimmt! „Prüfen und erforschen wir vielmehr unsere Wege und laßt uns zu dem HERRN umkehren!“ (Klagel. 3,40.)

*) Dort im Heidenlande sollen sie „Unreines essen“, nicht nur, weil sie unter dem Druck der heidnischen Macht die gesetzlichen Speiseverbote nicht einhalten können und aus Mangel und Not Dinge essen müssen, welche unter dem Gesetz als unrein gelten (3. Mose 11), sondern auch insofern, als sie ihre Speise nicht mehr durch Darbringung der Erstlinge vor Jehova heiligen können!

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