BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1917
Juni 1917

Dienstag, den 5. Juni 1917


1. Johannes 1,10b

Was uns hier gesagt werden soll, ist dieses: es ist uns als Gläubigen nicht gestattet, uns selbst das Zeugnis auszustellen: “Ich habe nicht gesündigt!“, etwa gar mit der Beifügung „seit dann und dann“. Wohl sollen wir ganz gewiss jeden, selbst den kleinsten Ungehorsam, die kleinste Verunreinigung – auch in Regungen und Gedanken – ablegen; doch selbst im besten Fall ist unser Empfinden und Erkennen der Sünde noch unvollkommen. Deshalb sollen wir vorsichtig wande ln und das Urteil über unser Leben, auch über einzelne Abschnitte desselben, dem HErrn überlassen, dessen Blick und Einsicht göttlich vollkommen ist und dem deshalb ein solches Zeugnis und Urteil allein zusteht!* Wer behauptet, nicht gesündigt zu haben, drückt den Maßstab der unendlichen göttlichen Heiligkeit herab; er zeigt, daß das Sünde aufdeckende, reinigende Wort Gottes nicht in ihm wohnt und wirkt. Ein solcher Gläubiger macht Gott zum Lügner, der uns ja – gerade wenn wir nahe mit ihm wandeln – immer wieder aufmerksam macht auf diesen oder jenen Punkt, in welchem es uns noch fehlt an der praktischen Heiligung, an der Ähnlichkeit mit Ihm selbst, an dem Maß und der Art der göttlichen Liebe und lauteren Aufrichtigkeit!

* Wir dürfen und sollen uns üben, „allezeit ein Gewissen ohne Anstoß zu haben vor Gott und den Menschen“ (Apgesch. 24,16). Wir können und sollen „uns beeifern, Ihm wohlzugefallen“ (2. Kor. 5,9). Es ist möglich und erreichbar, schon hier auf Erden inmitten der bösen, versuchungsvollen Welt, wie Henoch „mit Gott zu wandeln“ und das innere Zeugnis des Geistes Gottes zu haben, daß wir Ihm wohlgefallen ((Lies Hebr. 11,5.6). Die innere Stellung und das köstliche Bewusstsein, welches Johannes in Kapitel 3, 21.22 beschreibt, ist nicht nur erlaubt, sondern soll von uns er strebt und kann von uns erreicht werden hienieden! – Paulus konnte, im Lichte des HErrn wandelnd, im Blick auf sein Verhalten und seine Herzensstellung vor Gott sprechen. „Ich bin mir selbst nichts (Verkehrtes, Unrechtes) bewusst!“ Doch er fügt sofort hinzu: „Aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt.“ Er stellte die Beurteilung seines Erdenwandels ganz den HErrn anheim und hütet sich, selbst feststellen zu wollen, welches Maß der Heiligung er erreicht habe. Sobald jemand dies tun wollte, würde er vom Herrn Jesu wegblicken und in Selbstgefälligkeit verfallen, die an sich schon eine Sünde ist, falls er wirklich keine andere begangen hätte! „So urteilet nicht etwas vor der Zeit, bis der HErr kommt, welcher das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Ratschläge der Herzen offenbaren wird, und dann wir deinem jeden sein Lob werden von Gott“ (1, Kor. 4,5). Ja, wie köstlich wird es für jedes lautere und treue gläubige Herz sein, wenn es – im Lichte der ewigen Herrlichkeit stehend – aus dem Munde des –HErrn das Wort hören darf: „Wohl du guter und getreuer Knecht, über weniges warst du getreu, über vieles werde Ich dich setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn!“ (Matt. 25,21)

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