BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1916
November 1916

Sonntag, den 5. November 1916


3. MOSE 14,39-40

Wo Sünde steckt, aber nicht ans Licht gebracht und abgetan wird in wahrer Buße und Heiligung, da schreitet sie unbedingt fort und entwickelt sich, indem ihr wahres Wesen immer deutlicher zutage tritt! (2.Tim. 2,16.) – Wenn jedoch die Gottesfürchtigen betrübt und beunruhigt sind über das Böse, das sich in ihrer Mitte zeigt und den Namen des Herrn verunehrt, und sie wenden sich in aufrichtiger Demütigung zum Herrn, so werden sie Seine Hilfe erfahren. Entweder bewirkt Er es, daß die Schuldigen die ernsten Zurechtweisungen der Liebe und der Zucht beherzigen und sich vom Bösen reinigen oder aber es offenbart sich klar, daß die Betreffenden in der Sünde beharren wollen. Und damit ist der ernste Augenblick gekommen, da es heißt: „Tut den Bösen von euch selbst hinaus!“ Der Herr Jesus, der priesterliche Richter, „gebietet, daß man die Steine, an denen das Übel ist, herausreiße und sie hinauswerfe außerhalb der Stadt an einen unreinen Ort“.*

* Ob der „Hinausgeworfene“ oder „Ausgeschlossene“ ein wirkliches Kind Gottes war (und in diesem Falle auch noch ist, – denn „die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar!“ Röm. 11,29) – das läßt sich in solchem Fall schwer sagen, denn das ungöttliche Verhalten und die Verhärtung des Betreffenden spricht nicht dafür. Andererseits aber lehrt uns die Schrift und die praktische Erfahrung, daß auch ein wirklich Wiedergeborener, ein wahres Schaf Christi, welches ewiges Leben besitzt, sich sehr weit von dem guten Hirten entfernen, sein Ohr vor Seiner Stimme verschließen und sein Herz in schrecklicher Weise verhärten kann. Handelt es sich um solch eine wirklich wiedergeborene Seele – was Gott allein im letzten Grunde feststellen kann, – so soll selbst diese letzte und schwerste Form der Gemeindezucht – der Ausschluß aus der Mitte der Gläubigen – nach Gottes heiliger Absicht das Mittel sein, den Abgeirrten durch solche Strafe und Zucht zur Besinnung, zur Einsicht und Umkehr zu bringen und seine Heilung und Wiederherstellung zu bewirken. Inwieweit, wann und in welcher Weise dies aber geschehen wird, können wir im voraus nicht wissen. Wir müssen, nachdem wir vorher uns in jeder Weise in Liebe und Ernst um seine Zurechtbringung bemüht haben, ihn nunmehr völlig Gott und Seiner Zucht überlassen und können nur noch ernstlich und anhaltend für ihn beten. (Vgl. d. Betr. v. 19. Juni.)

Ja, der Herr wacht über Seine Gemeinde, mag sie in unserer Zeit des Verfalles auch nur noch in Bruchstücken geschaut werden. Auch da noch fordert Er auf und hilft den Gottesfürchtigen zur Trennung von „Menschen, die verderbt sind in ihrer Gesinnung“ und die „von der Sünde nicht ablassen“ wollen. (Lies 1. Kor. 5,2.6-7.)

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