BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1916
Juni 1916

Sonnabend, den 17. Juni 1916


3. Mose 13,6; 34

Es ist immer schmerzlich und beklagenswert, wenn ein Glied des Volkes Gottes Anlaß zur Besorgnis gibt, selbst wenn sich schließlich zeigen sollte, daß der Grund zur Besorgnis nicht so triftig und tiefliegend war, wie man erst gemeint hatte! Ein Kind Gottes soll sich schon davor fürchten, scheinbar zurückzubleiben in dem Wettlauf zum himmlischen Ziele (Hebr. 4,1; 1. Kor. 9,24-27) und dadurch seinen ernstgesinnten Mitgläubigen Sorge zu machen oder den Weltkindern Anstoß zu geben. Wieviel trauriger aber ist es, wenn jemand wirklich zurückbleibt im inneren Leben – wenn ein Christ Hindernisse und Anstöße in seinem Wandel bestehen läßt und es versäumt, „sich von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes zu reinigen“. (2. Kor. 7,1; vergl. 2. Petr. 1,9-10.) Was man unter dem „sieben Tage einschließen“ verstehen kann, sieht man u.a. aus 2. Thess. 3,6.14-15. Der Apostel gebietet den Christen, sich zurückzuziehen von dem geschwisterlichen Verkehr mit jedem Mitgläubigen, der unordentlich wandelt, auf daß er auf diese Weise beschämt werde und zur Umkehr komme. Man soll ihn alber nicht als einen Feind ansehen, sondern zurechtweisen als einen Bruder (bezw. eine Schwester)! – Wenn wir einen solchen Mitgläubigen sehen, der in seinem Verhalten Anlaß zu Besorgnis und Betrübnis gibt, so wollen wir ihn in priesterlicher Gesinnung „einschließen“, d.h. einen Kreis von ringendem Gebet und Flehen um ihn schließen, daß er keine Ruhe bekommt in seinem jetzigen Zustande, sondern, gedrungen vom Geiste Gottes, sich beugen und reinigen muß! Auf diese Weise will der Herr ihn zurechtbringen, daß er seinen Platz unter dem Volke Gottes, von neuem gereinigt und eifriger denn zuvor, im Segen und mit Freude einnehmen kann. Wenn ein Kind Gottes zu Besorgnissen Anlaß gegeben hat, auch wenn das Übel nicht so tiefliegender und ernster Natur war, wie man erst meinte, so hat solcher Christ auf jeden Fall Ursache und Gott fordert es von ihm, daß er „seine Kleider wasche“! Sein Wandel und sein Benehmen – die Kleider sind in der Schrift ein Bild von diesen – waren jedenfalls nicht geheiligt und bedürfen der Reinigung und Änderung, damit das vom Herrn gewirkte innere Leben sich auch praktisch in allen Dingen kundgebe in williger Unterordnung unter das Wort und die Leitung des Herrn!

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