BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1915
Juli 1915

Montag, den 26. Juli 1915


3. Mose 6,17-19 u. 7,1-7

An dem Orte, wo das Brandopfer geschlachtet wurde, sollte auch das Sünd- und Schuldopfer geschlachtet werden, nämlich am ehernen Altar. Auf Golgatha war Jesus sowohl das Brand- und Friedensopfer wie das Sündopfer und auch das Speisopfer, indem Sein vollkommenes, Gott geweihtes Leben in Seinem Tode die Krönung Seiner Weihe für Gott fand. Sehr bedeutsam ist es, daß gerade das Sünd- und Schuldopfer in erster Linie als hochheilig bezeichnet wird. Gerade bei diesem Opfer, auf welches die Sünde schuldiger Menschen übertragen war, lag die Gefahr nahe, es deshalb als weniger heilig anzusehen. Aber in nichts kam die persönliche Heiligkeit und Vollkommenheit des Herrn Jesu mehr zum Ausdruck als in der Tatsche, daß Er der Träger der Sünde anderer werden konnte. – Das Fleisch der Sünd- und Schuldopfer einzelner Israeliten gehörte dem Priester. „An heiligem Orte“, d. h. im Vorhof des Heiligtums, sollte es gegessen werden. Nur die männlichen Glieder der großen priesterlichen Familien konnten dieses hochheilige Vorrecht ausüben. Wenn eine Seele mit ihren Sünden zu Gott kommt und zu dem Opfer Christi ihre Zuflucht nimmt, so ist es vor allem Christus Selbst, der jetzt als unser großer Priester im Himmel ist, der Sich solcher Seele annimmt, ihr Sündenbekenntnis entgegennimmt und sie auf Grund Seines Opfers zu Gott und zur Vergebung ihrer Sünden führt.

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