BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 3. Mose -- 283 (Der nächste Verwandte soll den verkauften Erbbesitz eines Armen auslösen)
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DAS DRITTE BUCH MOSE (Leviticus)
C. GOTTES GESETZ -- TEIL 6: HEILIGUNG (3. Mose 17-27)
12. Auslösungen und Freilassungen in jedem fünfzigsten Jahr (Erlassjahr) (3. Mose 25,25-55)

a) Der nächste Verwandte soll den verkauften Erbbesitz eines Armen auslösen (3. Mose 25,25)


3. MOSE 25,25.35

25 Wenn dein Bruder verarmt, und verkauft dir seine Habe, und sein nächster Verwandter kommt zu ihm, daß er's löse, so soll er's lösen, was sein Bruder verkauft hat. ... 35 Wenn dein Bruder verarmt und neben dir abnimmt, so sollst du ihn aufnehmen als einen Fremdling oder Gast, daß er lebe neben dir

Es gibt bei Kindern Gottes auch ein inneres, geistliches Verarmen – manchmal selbstverschuldet, indem die Betreffenden sich nicht nahe genug zu ihrem reichen Gott gehalten, nicht glaubensvoll aus Seiner unergründlichen Gnadenfülle geschöpft oder gar durch bewußten Ungehorsam ihre Seele geschädigt haben – häufig auch unverschuldet durch Mangel an geistlicher Unterweisung und Speise, durch schwierige äußere Verhältnisse oder besonders auferlegte Prüfungen und Leiden. Da sollen wir nicht lange fragen: „Wer ist mein Nächster?“ oder: „Selbstverschuldet oder nicht?“ sondern sollen – erfüllt von der barmherzigen und mitfühlenden Liebe unseres Herrn – unserem „verarmten“ oder „wankend gewordenen“ Mitgläubigen zu Hilfe kommen! Wir sollen suchen, ihn zu erquicken mit der Gnade, die uns selbst erquickt hat, ihn zu trösten mit dem Trost, mit welchem wir selbst getröstet worden sind, ihm zurechtzuhelfen aus dem Worte Gottes, das uns selbst zurechtgebracht hat! (Lies Eph. 4,23; 1. Petr. 3,8.)

Epheser 4,23-- Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts / 1. Petrus 3,8 -- Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich.

Wie wenig wird doch im allgemeinen dieser geschwisterliche Liebesdienst untereinander geübt! Wie mangelt es häufig bei den Kindern Gottes – sowohl an dem herzlichen Verstehen und Mitgefühl füreinander als auch an dem Bewußtsein der Verantwortung für das innere Wohl des anderen! Und doch sind wir „Glieder voneinander“! Ach, daß doch nie die Kainsfrage unser Verhalten bezeichnen möchte: „Soll ich meines Bruders (meiner Schwester) Hüter sein?“ Ja, das sollen und dürfen wir, und wo das im rechten Sinne, im Sinne unseres liebenden Herrn und Heilandes verstanden und geübt wird, des Bruders, der Schwester Hüter zu sein, da steht es wohl unter dem Volke Gottes! Da wird der inneren „Verarmung“ gewehrt, da waltet der Geist der Liebe und der Heiligkeit – da weist man die Unordentlichen zurecht, da tröstet man die Kleinmütigen, da nimmt man sich der Schwachen an, da ist man langmütig gegen alle! Da stärkt man die müden Hände und richtet auf die gelähmten Knie; da sieht man zu, daß doch niemand an der Gnade Gottes Mangel leide, daß keine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse; da wird das Lahme nicht vom Wege abgewandt, sondern vielmehr geheilt! (1. Thess. 5,14; Hebr. 12,12-17.)

1. Thessalonicher 5,14-- Wir ermahnen aber euch, liebe Brüder, vermahnet die Ungezogenen, tröstet die Kleinmütigen, traget die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann./ Hebräer 12,12-17 -- 12 Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee 13 Und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. 14 Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den HERRN sehen, 15 und sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch dieselbe verunreinigt werden; 16 daß nicht jemand sei ein Hurer oder ein Gottloser wie Esau, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. 17 Wisset aber, daß er hernach, da er den Segen ererben wollte, verworfen ward; denn er fand keinen Raum zur Buße, wiewohl er sie mit Tränen suchte.

Geht solche Gesinnung, solche Liebe, solcher Dienst von dir aus in dem Kreis von Gläubigen, in dem du stehst?

(Donnerstag, 5. September 1918)

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