BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 496 (Anfertigung des siebenarmigen Leuchters aus getriebenem Gold)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
G. GESETZ 3: Der Bau des Heiligtums (2. Mose 35-40)

16. Anfertigung des siebenarmigen Leuchters aus getriebenem Gold (2. Mose 37,17-24)


2. Mose 37,17-24

17 Und er machte den Leuchter von feinem, getriebenem Golde. Daran war der Schaft mit Röhren, Schalen, Knäufen und Blumen. 18 Sechs Röhren gingen zu seinen Seiten aus, zu jeglicher Seite drei Röhren. 19 Drei Schalen waren an jeglichem Rohr mit Knäufen und Blumen. 20 An dem Leuchter aber waren vier Schalen mit Knäufen und Blumen, 21je ein Knauf unter zwei von den sechs Röhren, die aus ihm gingen, 22 und die Knäufe und Röhren gingen aus ihm, und war alles aus getriebenem, feinem Gold. 23 Und machte die sieben Lampen mit ihren Lichtschnäuzen und Löschnäpfen von feinem Gold. 24 Aus einem Zentner feinen Goldes machte er ihn und all sein Gerät.

Schon gestern sahen wir, daß der goldene Leuchter in der Stiftshütte in erster Linie ein Bild ist von unserem großen Herrn Jesus, der da spricht: „Ich bin das Licht der Welt!“ Ja, Er war hier auf Erden und ist jetzt im Himmel die leuchtende Offenbarung Gottes, die Offenbarung der Herrlichkeit und der Liebe Gottes inmitten der Finsternis und Sünde einer verlorenen Menschenwelt, aus welcher Er durch Sein Licht und Seine Liebe alle herausrettet, die zur rechten Zeit ihr Herz solchem Licht und solcher Liebe öffnen. - „Vielfach und mannigfaltig hat Gott in vergangenen Zeiten zu unseren Vätern geredet durch die Propheten; jetzt aber am Ende der Tage hat Er zu uns geredet im Sohne, d. h. in der Person unseres großen Heilandes Jesus Christus! Ihn hat Er gesetzt zum Erben aller Dinge - Ihn, durch welchen Er auch einst die Welten erschaffen hat. Ja, „Jesus ist der Abglanz Seiner Herrlichkeit und das Gepräge Seines Wesens und trägt das Weltall durch Sein Allmachtswort. Nachdem unser Herr nun durch die Hingabe Seiner Selbst die Reinigung unserer Sünden vollbracht hat, hat Er Sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe!“ [Lies auch Joh. 14,8-11.]

Johannes 14,8-11 -- 8 Spricht zu ihm Philippus: HERR, zeige uns den Vater, so genügt uns. 9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater; wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? 10 Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, der tut die Werke. 11 Glaubet mir, daß ich im Vater und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen.

Als der Erhöhte vereinigt Christus alle Glaubenden mit Sich und verbreitet durch sie göttliches Licht in der dunklen Welt! - Ihr seid das Licht der Welt! So spricht Er zu all Seinen wahren Jüngern und Jüngerinnen. - Wir sind in Wahrheit das Licht der Welt nur in dem Maße, als Er, unser Herr, in uns Macht und Gestalt gewinnt - nur in dem Maße, als der Heilige Geist Seine Arbeit in uns tun und Seine Kräfte in uns entfalten kann. Das Öl ist nämlich in der ganzen Heiligen Schrift eine Darstellung des Heiligen Geistes. David jubelt: „Du salbst mein Haupt mit Öl - mein Freudenbecher fließt über!“ (Lies Ps. 89,20 [Luth. 21]; 92,10b [Luth. 11 b]; 2. Kor. 1,22; 1. Joh. 2,20. 27.)

Psalm 89,21 -- Ich habe gefunden meinen Knecht David; ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl. / Psalm 92,11 -- Aber mein Horn wird erhöht werden wie eines Einhorns, und ich werde gesalbt mit frischem Öl. / 2. Korinther 1,22 -- und versiegelt und in unsre Herzen das Pfand, den Geist, gegeben hat. / 1. Johannes 2,20.27 -- 20 Und ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wisset alles. (Andere Überlieferung: "und habt alle das Wissen". ... 27 Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt bei euch, und ihr bedürfet nicht, daß euch jemand lehre; sondern wie euch die Salbung alles lehrt, so ist's wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibet bei ihm.

Alles an dem Leuchter ist von Gold, welches ein Bild ist von der göttlichen Herrlichkeit. Unser Zeugnis in der Welt muß von Gott gewirkt und von einem göttlichen Wandel getragen sein. Was in eigener Kraft und nach eigener Weisheit geschieht, ist nicht nur wertlos - es schädigt das göttliche Werk in uns und anderen und entwertet es. - Wie der Leuchter einen starken goldenen Fuß hatte, auf dem er ruhte, so müssen auch wir im göttlichen Leben fest gegründet sein! Nur auf Grund des vollbrachten Werkes Christi, und nur wenn wir stark sind in der Gnade, werden wir ein Licht für Gott in der Welt sein können. [Lies 2. Petr. 1,1-11.]

2. Petrus 1,1-11 -- 1 Simon Petrus, ein Knecht und Apostel Jesu Christi, denen, die mit uns ebendenselben teuren Glauben überkommen haben in der Gerechtigkeit, die unser Gott gibt und der Heiland Jesus Christus: 2 Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unsers HERRN! 3 Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, 4 durch welche uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt sind, nämlich, daß ihr dadurch teilhaftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt; 5 so wendet allen euren Fleiß daran und reichet dar in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis 6 und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit 7 und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe allgemeine Liebe. 8 Denn wo solches reichlich bei euch ist, wird's euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unsers HERRN Jesu Christi; 9 welcher aber solches nicht hat, der ist blind und tappt mit der Hand und vergißt die Reinigung seiner vorigen Sünden. 10 Darum, liebe Brüder, tut desto mehr Fleiß, eure Berufung und Erwählung festzumachen; denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln, 11 und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers HERRN und Heilandes Jesu Christi.

Daß die Arme des Leuchters aus dem Schaft desselben hervorgingen und mit ihm vereinigt waren, erinnert uns daran, daß wir mit unserem hochgelobten Herrn Jesus durch den Glauben vereinigt sind und nur dadurch imstande sind, für Ihn zu dienen und zu leuchten! „Einst waret ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn! Darum wandelt nun auch als Kinder des Lichts! Die Frucht, die durch das Licht hervorgerufen wird, besteht in lauter Gütigkeit und praktischer Gerechtigkeit, in Wahrhaftigkeit und Treue! Prüft und fragt darum immer wieder, was dem Herrn wohlgefällt und habt keinerlei Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis! Deckt diese vielmehr auf und straft sie, indem ihr mit eurem guten Wandel Zeugnis gegen sie ablegt! Denn was im Verborgenen von bösen Menschen getrieben wird, das ist so schändlich, daß man nicht einmal davon reden kann! Alles aber kann durch das göttliche Licht in seinem wahren Charakter offenbar gemacht werden, denn das Licht ist es, welches alles ins Licht stellt! Darum ertönt der Ruf: Wache auf, du Schläfer! Stehe auf von den Toten! Dann wird Christus dein Licht sein und dir leuchten!“

(Dienstag, 10. September 1935)

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