BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 424 (Der HERR offenbart sich und Mose bittet, dass er in ihrer Mitte wohnen möge)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

11. Der HERR offenbart sich und Mose bittet, dass er in ihrer Mitte wohnen möge (2. Mose 34,5-10)


2. Mose 34,5-7

5 Da kam der HERR hernieder in einer Wolke und trat daselbst zu ihm und rief aus des HERRN Namen. 6 Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: HERR, HERR, GOTT, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue! 7 der da bewahrt Gnade in tausend Glieder und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschuldig ist; der die Missetat der Väter heimsucht auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied.

Die Offenbarung Gottes, die Mose hier empfängt, bezieht sich ganz und gar auf Gottes Regierung über Israel. Im Vordergrund steht Seine Barmherzigkeit und Gnade, Seine große Langmut, Güte und Treue. Wer aufrichtig und demütig seine Ungerechtigkeit bereut, empfängt eine wundervolle Vergebung. Andererseits jedoch muß Gott in Seiner Regierung auf Erden die Ungerechtigkeit der Väter heimsuchen an Kindern und Kindeskindern! Diese Heimsuchung kann sich erstrecken bis auf das dritte und vierte Glied in der Nachkommenschaft. Wie erschütternd ernst dies ist, erleben wir, wenn wir mit heiliger Liebe der Jugend unseres Volkes begegnen und ihr dienen. Es ist Tatsache, daß Sünde sich vererbt und daß nur eine gründliche Buße und Abkehr von der Sünde, ein treuer Wandel im neuen, göttlichen Leben solch sündliche Vererbung aufhebt! - Die Belohnung Gottes für Glauben und Gehorsam erstreckt sich bis ins tausendste Glied; denn die erbarmende, gnädig sich herablassende Liebe Gottes bildet den innersten Grund Seines Wesens und greift immer wieder über den Zorn und die vergeltende Gerechtigkeit über! (Vgl. 2. Mos. 20,5. 6; 5. Mos. 5,9. 10; 7,9. 10.)

2. Mose 20,5 -- 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen; 6 und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten. / 5. Mose 5,9.10 -- 9 Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen. Denn ich bin der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der die Missetat der Väter heimsucht über die Kinder ins dritte und vierte Glied, die mich hassen; 10 und Barmherzigkeit erzeige in viel tausend, die mich lieben und meine Gebote halten. / 5. Mose 7,9.10 -- 9 So sollst du nun wissen, daß der HERR, dein Gott, ein Gott ist, ein treuer Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, in tausend Glieder, 10 und vergilt denen, die ihn hassen, ins Angesicht, daß er sie umbringe, und säumt sie nicht, daß er denen vergelte ins Angesicht, die ihn hassen.

Diese heilige und erbarmende Liebe Gottes ist zur völligen Offenbarung und Entfaltung gelangt, indem Gott Seinen eingeborenen und so sehr geliebten Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, in die Welt gesandt hat und Ihn am Kreuze sterben ließ zu unserer Rettung! - Gerade in Seinem heiligen Eifer für Seine Ehre und für das Wohl Seines erlösten Volkes muß Gott die Sünde hassen und strafen - ja, sie ganz verbannen aus Seinem Reich. Seinem göttlich liebenden Herzen ist das Richten und Strafen ein schweres Werk - ein fremdes Werk; „denn nicht von Herzen plagt und betrübt Er die Menschenkinder!“ (Lies Klagel. 3,31-33; vgl. Jes. 28,21.)

Klagelieder 3,31-33 -- 31 Denn der HERR verstößt nicht ewiglich; 32 sondern er betrübt wohl, und erbarmt sich wieder nach seiner Güte. 33 Denn er nicht von Herzen die Menschen plagt und betrübt / Jesaja 28,21 -- Denn der HERR wird sich aufmachen wie auf dem Berge Perazim und zürnen wie im Tal Gibeon, daß er sein Werk vollbringe auf eine fremde Weise und daß er seine Arbeit tue auf seltsame Weise.

Darum hat Gott ja auch jenen wunderbaren Weg gefunden, die schuldigen Menschenkinder zu erlösen, sie zu retten und selig zu machen, statt sie zu verderben, wie sie es verdient haben! - Dieser Weg zur Rettung der Welt hat Gott alles gekostet: „Hat Er doch Seines eigenen Sohnes nicht geschont, sondern Ihn für uns alle hingegeben. Wie wird Er uns mit Ihm nicht auch alle schenken?“ (Lies 1. Tim. 2,4-7; [Hebr. 2,9; 9,22-28].)

1. Timotheus 2,4-7 -- 4 welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde; 7 dazu ich gesetzt bin als Prediger und Apostel (ich sage die Wahrheit in Christo und lüge nicht), als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit. / Hebräer 2,9 -- Den aber, der eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel, Jesum, sehen wir durchs Leiden des Todes gekrönt mit Preis und Ehre, auf daß er von Gottes Gnaden für alle den Tod schmeckte. / Hebräer 9,22-28 -- 22 Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz; und ohne Blut vergießen geschieht keine Vergebung. 23 So mußten nun der himmlischen Dinge Vorbilder mit solchem gereinigt werden; aber sie selbst, die himmlischen, müssen bessere Opfer haben, denn jene waren. 24 Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, so mit Händen gemacht ist (welches ist ein Gegenbild des wahrhaftigen), sondern in den Himmel selbst, nun zu erscheinen vor dem Angesicht Gottes für uns; 25 auch nicht, daß er sich oftmals opfere, gleichwie der Hohepriester geht alle Jahre in das Heilige mit fremden Blut; 26 sonst hätte er oft müssen leiden von Anfang der Welt her. Nun aber, am Ende der Welt, ist er einmal erschienen, durch sein eigen Opfer die Sünde aufzuheben. 27 Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht: 28 also ist auch Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden; zum andernmal wird er ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten, zur Seligkeit.

Nun braucht niemand mehr unter der Last und dem Fluch seiner Sünde zu bleiben! Jedem Menschen steht die Zuflucht zu dem großen Erbarmen Gottes und zu Seinem Heil in Jesus offen. Ja, die göttliche Liebe bittet und beschwört den Sünder, seinen verkehrten Weg zu verlassen und rechtzeitig Heil zu suchen und zu finden in dem vollbrachten Erlösungswerk Jesu Christi. - Doch wehe denen, die es wagen, mit unvergebener Sünde weiterzulaufen! Sie häufen sich Zorn auf auf den großen Tag des Zornes, an welchem das gerechte Gericht Gottes offenbar wird und Er einem jeden vergelten wird nach seinen Werken. Wenn man sich nicht durch Seine Güte zur Buße und zur Abkehr von der Sünde leiten läßt, so verachtet man damit den Reichtum der götttlichen Güte und Langmut! Und nicht nur das - man bringt auch seine Mitmenschen und insbesondere seine Angehörigen, seine Nachkommen durch die eigene Sünde und Unbußfertigkeit ins Unglück: „Gott sucht die Ungerechtigkeit der Väter und Mütter heim an ihren Kindern und Kindeskindern!“ [Lies Röm. 2,4-11.]

Römer 2,4-11 -- 4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? 5 Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zornes und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, 6 welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken: 7 Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; 8 aber denen, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit, Ungnade, und Zorn; 9 Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses tun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen; 10 Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes tun, vornehmlich den Juden und auch den Griechen. 11 Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

Es schließt eine gewaltige Verantwortung in sich, Kindern das Leben zu geben, denn mit dem Leben vererben wir ihnen auch unsere ganze Sündhaftigkeit! Darum sollten Eltern schon um ihrer Kinder willen ihre Zuflucht zu der herrlichen Erlösung nehmen, die uns in Jesus angeboten wird!

(Freitag, 7. Juni 1935)

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