BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 418 (Wie der HERR den Wunsch des Mose erfüllte, seine Herrlichkeit zu sehen)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

9. Wie der HERR den Wunsch des Mose erfüllte, seine Herrlichkeit zu sehen (2. Mose 33,18-23)


2. Mose 33,18-20

18 Er aber sprach: So laß mich deine Herrlichkeit sehen. 19 Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht alle meine Güte vorübergehen lassen und will ausrufen des HERRN Namen vor dir. Wem ich aber gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wes ich mich erbarme, des erbarme ich mich. 20 Und sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.

Nach all den Erfahrungen und Offenbarungen der Herrlichkeit Gottes wiederholt der treue Knecht seines Herrn die Bitte: „Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen!“ - Was Mose hier begehrt, muß - das zeigt uns die göttliche Antwort! - über alle bisherigen Offenbarungen der Herrlichkeit des Herrn hinausgehen (2. Mos. 16,7. 10; 24,16. 17) - muß selbst das Reden des Herrn mit Mose von Angesicht zu Angesicht (Kap. 33,11) übersteigen.

2. Mose 16,7. 10 -- 7 und des Morgens werdet ihr des HERRN Herrlichkeit sehen; denn er hat euer Murren wider den HERRN gehört. Was sind wir, daß ihr wider uns murrt? ... 10 Und da Aaron also redete zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel, wandten sie sich gegen die Wüste; und siehe, die Herrlichkeit des HERRN erschien in einer Wolke. / 2. Mose 24,16. 17 -- 16 und die Herrlichkeit des HERRN wohnte auf dem Berge Sinai und deckte ihn mit der Wolke sechs Tage, und er rief Mose am siebenten Tage aus der Wolke. 17 Und das Ansehen der Herrlichkeit des HERRN war wie ein verzehrendes Feuer auf der Spitze des Berges vor den Kindern Israel. / 2. Mose 33,11 -- Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Und wenn er wiederkehrte zum Lager, so wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, nicht aus der Hütte.

Was Mose begehrt, ist: ein Schauen Gottes ohne Bild und ohne Hülle. Diese besondere Gnade, wie er sie sich vorstellt, wünscht Mose, um über die Kluft, die durch den Abfall des Volkes sich aufgetan hat, hinwegzukommen - Gott so nahezustehen, wie er es als Mittler für ein so wankelmütiges, untreues und doch so sehr geliebtes Volk, das zu so Hohem berufen und bestimmt ist, bedarf! Ohne sich völlig darüber klarzuwerden, empfand Mose doch, daß er noch nicht der vollkommene Befreier und Mittler für Israel war. Als Verkündiger der göttlichen Offenbarungen für Israel bereitete er ja nur die Erscheinung des großen, göttlichen Erlösers und Versöhners vor! (Vgl. Hebr. 8,6-13; [9,11-15; 10,12-18].)

Hebräer 8,6-13 -- 6 Nun aber hat er ein besseres Amt erlangt, als der eines besseren Testaments Mittler ist, welches auch auf besseren Verheißungen steht. 7 Denn so jenes, das erste, untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum zu einem andern gesucht. 8 Denn er tadelt sie und sagt: "Siehe, es kommen die Tage, spricht der HERR, daß ich über das Haus Israel und über das Haus Juda ein neues Testament machen will; 9 nicht nach dem Testament, das ich gemacht habe mit ihren Vätern an dem Tage, da ich ihre Hand ergriff, sie auszuführen aus Ägyptenland. Denn sie sind nicht geblieben in meinem Testament, so habe ich ihrer auch nicht wollen achten, spricht der HERR. 10 Denn das ist das Testament, das ich machen will dem Hause Israel nach diesen Tagen, spricht der HERR: Ich will geben mein Gesetz in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 11 Und soll nicht lehren jemand seinen Nächsten noch jemand seinen Bruder und sagen: Erkenne den HERRN! denn sie sollen mich alle kennen von dem Kleinsten an bis zu dem Größten. 12 Denn ich will gnädig sein ihrer Untugend und ihren Sünden, und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken." 13 Indem er sagt: "Ein neues", macht das erste alt. Was aber alt und überjahrt ist, das ist nahe bei seinem Ende. / Hebräer 9,11-15 -- 11 Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, und ist durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht, das ist, die nicht von dieser Schöpfung ist, 12 auch nicht der Böcke oder Kälber Blut, sondern sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. 13 Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gesprengt, heiligt die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, 14 wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Fehl durch den ewigen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! 15 Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. / Hebräer 10,12-18 -- 12 Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt nun zur Rechten Gottes 13 und wartet hinfort, bis daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden. 14 Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet die geheiligt werden. 15 Es bezeugt uns aber das auch der heilige Geist. Denn nachdem er zuvor gesagt hatte: 16 "Das ist das Testament, das ich ihnen machen will nach diesen Tagen", spricht der HERR: "Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich es schreiben, 17 und ihrer Sünden und Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken." 18 Wo aber derselben Vergebung ist, da ist nicht mehr Opfer für die Sünde.

Der Hebräerbrief zeigt uns, daß Mose der treueste und größte Diener Gottes unter dem Alten Bunde war, aber doch nur ein schwaches Vorbild von dem großen Propheten und Mittler, der da kommen sollte: „Mose war treu in Gottes ganzem Hause als ein Diener, der Zeugnis ablegte von dem, was Gott betreffs der Zukunft redete. Christus aber ist größerer Herrlichkeit würdig geachtet worden als Mose; denn Er ist Sohn im Hause Gottes und über das Haus Gottes. Ja, wir sind Sein Haus, Seine Familie; und wir bewähren uns als solche, wenn wir die volle Freimütigkeit und Zuversicht, den Ruhm unserer herrlichen Hoffnung bis zuletzt unerschütterlich festhalten!“ [Hebr. 3,5. 6.]

Hebräer 3,5. 6 -- 5 Und Mose war zwar treu in seinem ganzen Hause als ein Knecht, zum Zeugnis des, das gesagt sollte werden, 6 Christus aber als ein Sohn über sein Haus; des Haus sind wir, so wir anders das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten.

So kann der Herr Mose seine Bitte nur so weit gewähren, als es die zwischen dem unendlich großen Gott und dem schwachen Menschen bestehende Schranke zuläßt! Denn der Gott wesensgleiche Mittler, der Sohn Gottes und Herr der Herrlichkeit, welcher Sein Volk für ewig erlösen und zur Herrlichkeit Gottes bringen konnte, war noch nicht da. - So will Jehova jetzt alle Seine Gnade vor Moses Angesicht vorübergehen lassen und vor seinen Ohren Seinen wunderbaren Namen ausrufen, um Seinem geliebten Knecht alles an Offenbarung Seiner Herrlichkeit zuteil werden zu lassen, was in der Jetztzeit möglich war! - „Noch schauen wir nur wie im Spiegel, und viele Rätsel bleiben; dann aber sehen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist all unser Erkennen nur Stückwerk, dann aber werden wir Ihn voll und ganz erkennen, so wie wir jetzt schon von Ihm voll und ganz erkannt sind!“ - Johannes schreibt uns: „Sehet, welch eine Liebe uns der Vater geschenkt hat, daß wir Kinder Gottes heißen sollen! Deswegen versteht uns die Welt nicht und erkennt uns auch nicht an, weil sie Ihn nicht verstanden und erkannt hat! - Doch, Geliebte, wir sind ja schon jetzt Gottes Kinder, und noch ist es nicht offenbar, was wir einmal sein werden. Doch wir wissen: wenn es offenbar werden wird wenn Er offenbar werden wird, dann werden wir Ihm gleich sein, denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist! - Ein jeder nun, der diese herrliche Aussicht, diese freudige Hoffnung auf Ihn im Herzen hat, der reinigt sich in der Jetztzeit, und zwar entsprechend Seiner Reinheit!“

(Samstag, 1. Juni 1935)

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