BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 417 (Wie der HERR den Wunsch des Mose erfüllte, seine Herrlichkeit zu sehen)
Diese BLZ Andacht: -- Im Original -- ERWEITERT

Vorige Andacht -- Nächste Andacht

DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

9. Wie der HERR den Wunsch des Mose erfüllte, seine Herrlichkeit zu sehen (2. Mose 33,18-23)


2. Mose 33,18

Er aber sprach: So laß mich deine Herrlichkeit sehen

Wir bleiben noch stehen bei der Bitte des Mose: „Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen!“ Sich stützend auf alle bisherigen Gnadenerweise, Bevorzugungen und Offenbarungen, die er von Gott empfangen hatte, bringt Mose diese neue Bitte vor Gott! Das Wort „die Herrlichkeit Gottes“ umschließt unendlich viel! Wieviel Herrlichkeit von Gott hatte Mose schon geschaut, z. B. als Gott ihm eingab, die Geschichte der Schöpfung zu schreiben und das erste gewaltige Wort in Buchstaben niederzulegen: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde!“ - Wie hatte er die Herrlichkeit Gottes als des Befreiers Seines erwählten Volkes erlebt, als er, beauftragt von oben, vor Pharao hintrat und sprach: „So spricht der Herr: Laß Mein Volk ziehen, daß es Mir diene!“ - Und die zehn Plagen, die sich auf Moses Geheiß wie immer schwerere göttliche Gewitter über Ägypten entluden - was waren sie anders als steigende Offenbarungen der richterlichen Herrlichkeit Jehovas, des Gottes Israels? [Lies 2. Mos. 9,13-16.]

2. Mose 9,13-16 -- 13 Da sprach der HERR zu Mose: Mache dich morgen früh auf und tritt vor Pharao und sprich zu ihm: So sagt der HERR, der Hebräer Gott: Laß mein Volk, daß mir's diene; 14 ich will sonst diesmal alle meine Plagen über dich selbst senden, über deine Knechte und über dein Volk, daß du innewerden sollst, daß meinesgleichen nicht ist in allen Landen. 15 Denn ich hätte schon jetzt meine Hand ausgereckt und dich und dein Volk mit Pestilenz geschlagen, daß du von der Erde vertilgt würdest. 16 Aber darum habe ich dich erhalten, daß meine Kraft an dir erscheine und mein Name verkündigt werde in allen Landen.

Der Tag des Auszugs aus Ägypten, als die Scharen des bisherigen Sklavenvolks sich sammelten bei Ramses, der von ihnen für Pharao erbauten Vorratsstadt - sechshunderttausend Mann zu Fuß, dazu die Frauen und Kinder mit Hab und Gut - „die Heere des Herrn“! - Wahrlich, das war eine Nacht, die dem Herrn heilig war und in der Er Seine Herrlichkeit entfaltete! - Wenige Tage später stand Israel am Roten Meer. Dem grausamen Bedrücker war es schon bitter leid geworden, daß er das nützliche Sklavenvolk freigegeben hatte. Eiligst sammelte er seine besten Streitkräfte und jagte den Israeliten nach! - Und Israel, zu beiden Seiten eingeengt durch die steilen Felsenberge, von hinten bedrängt durch die glänzende Heeresmacht Pharaos, vor sich das Rote Meer - welch eine Lage! Aber auch hier offenbarte Sich der Gott der Herrlichkeit, der eher das Meer teilt und Seinem erlösten Volke einen trockenen Weg durch dasselbe bahnt, als daß Er es je einen Raub seines grimmigen Feindes werden läßt! [Vgl. 2. Mos. 14,1-4. 17-29.]

2. Mose 14,1-4. 17-29 -- 1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Rede mit den Kindern Israel und sprich, daß sie sich herumlenken und sich lagern bei Pihachiroth, zwischen Migdol und dem Meer, gegen Baal-Zephon, und daselbst gegenüber sich lagern ans Meer. 3 Denn Pharao wird sagen von den Kindern Israel: Sie sind verirrt im Lande; die Wüste hat sie eingeschlossen. 4 Und ich will sein Herz verstocken, daß er ihnen nachjage, und will an Pharao und an aller seiner Macht Ehre einlegen, und die Ägypter sollen innewerden, daß ich der HERR bin. Und sie taten also. ... 17 Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, daß sie euch nachfolgen. So will ich Ehre einlegen an dem Pharao und an aller seiner Macht, an seinen Wagen und Reitern. 18 Und die Ägypter sollen innewerden, daß ich der HERR bin, wenn ich Ehre eingelegt habe an Pharao und an seinen Wagen und Reitern. 19 Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels her zog, und machte sich hinter sie; und die Wolkensäule machte sich auch von ihrem Angesicht und trat hinter sie 20 und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Es war aber eine finstere Wolke und erleuchtete die Nacht, daß sie die ganze Nacht, diese und jene, nicht zusammenkommen konnten. 21 Da nun Mose seine Hand reckte über das Meer, ließ es der HERR hinwegfahren durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken; und die Wasser teilten sich voneinander. 22 Und die Kinder Israel gingen hinein, mitten ins Meer auf dem Trockenen; und das Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur Linken. 23 Und die Ägypter folgten und gingen hinein ihnen nach, alle Rosse Pharaos und Wagen und Reiter, mitten ins Meer. 24 Als nun die Morgenwache kam, schaute der HERR auf der Ägypter Heer aus der Feuersäule und Wolke und machte einen Schrecken in ihrem Heer 25 und stieß die Räder von ihren Wagen, stürzte sie mit Ungestüm. Da sprachen die Ägypter: Laßt uns fliehen von Israel; der HERR streitet für sie wider die Ägypter. 26 Aber der HERR sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer, daß das Wasser wieder herfalle über die Ägypter, über ihre Wagen und Reiter. 27 Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kam wieder vor morgens in seinen Strom, und die Ägypter flohen ihm entgegen. Also stürzte sie der HERR mitten ins Meer, 28 daß das Wasser wiederkam und bedeckte Wagen und Reiter und alle Macht des Pharao, die ihnen nachgefolgt waren ins Meer, daß nicht einer aus ihnen übrigblieb. 29 Aber die Kinder Israel gingen trocken mitten durchs Meer; und das Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur Linken.

Damals sangen Mose und die Kinder Israel dem Herrn dieses Lied: „Singen will ich dem Herrn, denn hoch erhaben ist Er! Roß und Reiter des Feindes hat Er ins Meer gestürzt! Meine Stärke und mein Gesang ist der Herr; denn Er ist mir zur Rettung geworden.“ - Wahrlich, das war eine neue Herrlichkeit von Gott, die Mose erlebt hatte! -Nennen wir noch Mara - das bittere Wasser, das der Herr trotz des Murrens Israels süß machte und Elim mit seinen zwölf Wasserquellen und siebzig Palmbäumen - Tage der Ruhe und der Erquickung vor dem Angesicht des Herrn für Sein auserwähltes Volk! - Und dann die Gabe des Manna, dieses Brotes der Engel, das der Herr, um den täglichen Hunger Seines Volkes zu stillen, täglich in der Morgenfrühe vom Himmel fallen ließ - lauter Herrlichkeiten Gottes! - Und zuletzt am Sinai: Wie bis ins Innerste erschütternd erlebte Mose da die Herrlichkeit Gottes, so daß er spricht: „Ich bin voll Furcht und Zittern!“ (Lies 2. Mos. 19,16-20; 20,18-21; Hebr. 12,21!)

2. Mose 19,16-20 -- 16 Als nun der dritte Tag kam und es Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton einer sehr starken Posaune; das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. 17 Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg. 18 Der ganze Berg Sinai aber rauchte, darum daß der HERR herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, daß der ganze Berg sehr bebte. 19 Und der Posaune Ton ward immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm laut. 20 Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose stieg hinauf. / 2. Mose 20,18-21 -- 18 Und alles Volk sah den Donner und Blitz und den Ton der Posaune und den Berg rauchen. Da sie aber solches sahen, flohen sie und traten von ferne 19 und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen; und laß Gott nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben. 20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn Gott ist gekommen, daß er euch versuchte und daß seine Furcht euch vor Augen wäre, daß ihr nicht sündigt. 21 Also trat das Volk von ferne; aber Mose machte sich hinzu in das Dunkel, darin Gott war. / Hebräer 12,21 -- und also schrecklich war das Gesicht, daß Mose sprach: Ich bin erschrocken und zittere.

Und doch, wir haben gesehen, wie auch diese Herrlichkeit Gottes den geliebten Knecht nicht verzehrte, sondern auf eine neue Stufe hob. - Lauter Herrlichkeiten Gottes, so daß wir an die Worte erinnert werden, die wir in der Schrift finden : „Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit“ „Von Vertrauen zu Vertrauen!“ „Von Kraft zu Kraft!“; „Von Sieg zu Sieg!“ - Weißt du, Kind Gottes, daß auch dein Weg diese Überschrift tragen kann und tragen soll entsprechend dem wunderbaren Plan, den Gott über dein Leben gefaßt hat? (Lies Ps. 84,5-7 [Luth. 6-8]; Eph. 4,15; 2. Petr. 3,18.)

Psalm 84,6-8 -- 6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln, 7 die durch das Jammertal gehen und machen daselbst Brunnen; und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt. 8 Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, daß man sehen muß, der rechte Gott sei zu Zion. / Epheser 4,15 -- Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus / 2. Petrus 3,18 -- Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unsers HERRN und Heilandes Jesu Christi. Dem sei Ehre nun und zu ewigen Zeiten! Amen.

(Freitag, 31. Mai 1935)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 30.04.2018 14:42 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)