BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 409 (Mose verhandelt mit dem HERRN, dass sein Angesicht doch mit hinaufzieht nach Kanaan)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

8. Mose verhandelt mit dem HERRN, dass sein Angesicht doch mit hinaufzieht nach Kanaan (2. Mose 33,11-17)


2. Mose 33,11-14

11 Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Und wenn er wiederkehrte zum Lager, so wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, nicht aus der Hütte. 12 Und Mose sprach zu dem HERRN: Siehe, du sprichst zu mir: Führe das Volk hinauf! und läßt mich nicht wissen, wen du mit mir senden willst, so du doch gesagt hast: Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade vor meinen Augen gefunden. 13 Habe ich denn Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mich deinen Weg wissen, damit ich dich kenne und Gnade vor deinen Augen finde. Und siehe doch, daß dies Volk dein Volk ist. 14 Er sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; damit will ich dich leiten

Bisher hatte Mose immer nur zeitweilige Offenbarungen von Gott empfangen. Von nun ab aber hatte er zu jeder Zeit freien Zugang zu Gott im Offenbarungszelt. Und während nach Errichtung der eigentlichen Stiftshütte Aaron als Hoherpriester nur einmal im Jahre das Allerheillgste betreten durfte, stand Mose, dem Mittler, der Zutritt allezeit offen: „Der Herr redete mit ihm von Angesicht zu Angesicht wie ein Mann mit seinem Freunde redet!“ - Ja, das persönliche, innerste Band zwischen Mose und dem Herrn hatte eine wesentliche Vertiefung erfahren, die fortan seinem ganzen Leben und Dienst den Stempel aufdrückte. - In all den früheren Unterredungen mit Gott haben wir ihn in Angelegenheiten des Volkes vor Gott stehen sehen: einmal, um den göttlichen Auftrag an Israel entgegenzunehmen (2. Mos. 19,3-6)

2. Mose 19,3-6 -- 3 Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern Israel: 4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und habe euch zu mir gebracht. 5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6 Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst.

dann um die Rechte und Satzungen Gottes für das Volk zu empfangen [2. Mos. 20,1-21]

2. Mose 20,1-21 -- 1 Und Gott redete alle diese Worte: 2 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. 4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen; 6 und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten. 7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. 8 Gedenke des Sabbattags, daß Du ihn heiligest. 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle dein Dinge beschicken; 10 aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. 12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, daß dir der HERR, dein Gott, gibt. 13 Du sollst nicht töten. 14 Du sollst nicht ehebrechen. 15 Du sollst nicht stehlen. 16 Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 17 Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat. 18 Und alles Volk sah den Donner und Blitz und den Ton der Posaune und den Berg rauchen. Da sie aber solches sahen, flohen sie und traten von ferne 19 und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen; und laß Gott nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben. 20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn Gott ist gekommen, daß er euch versuchte und daß seine Furcht euch vor Augen wäre, daß ihr nicht sündigt. 21 Also trat das Volk von ferne; aber Mose machte sich hinzu in das Dunkel, darin Gott war.

und schließlich um den göttlichen Plan für das Heiligtum zu empfangen. (2. Mos. 25,1-9.)

2. Mose 25,1-9 -- 1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Sage den Kindern Israel, daß sie mir ein Hebopfer geben; und nehmt dasselbe von jedermann, der es willig gibt. 3 Das ist aber das Hebopfer, das ihr von ihnen nehmen sollt: Gold, Silber, Erz, 4 blauer und roter Purpur, Scharlach, köstliche weiße Leinwand, Ziegenhaar, 5 rötliche Widderfelle, Dachsfelle, Akazienholz, 6 Öl zur Lampe, Spezerei zur Salbe und zu gutem Räuchwerk, 7 Onyxsteine und eingefaßte Steine zum Leibrock und zum Amtschild. 8 Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne. 9 Wie ich dir ein Vorbild der Wohnung und alles ihres Geräts zeigen werde, so sollt ihr's machen.

Hier aber wird der Schleier gelüftet, und wir dürfen etwas erkennen von dem innigen Freundesumgang mit dem Herrn, zu welchem Mose jetzt gelangt war. Seine Bereiterklärung, sich an Stelle des Volkes zu opfern, war die Brücke geworden, die zu dieser neuen wunderbaren Segnung führte. Da der Herr ihm nun versichert hatte: „Ich kenne dich mit Namen, d. h. du bist Mir ganz vertraut! und du hast auch Gnade - besonderes Wohlgefallen in Meinen Augen gefunden!“, so bittet Mose: „Laß mich doch, Herr, Deinen Weg wissen!“, damit ich Dich und Deine Absichten besser verstehen und nach Deinem Wohlgefallen handeln kann! (Lies Ps. 25,4.5.)

Psalm 25,4.5 -- 4 Aber du bist heilig, der du wohnst unter dem Lobe Israels. 5 Unsre Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen aus.

„Vor allem, Herr, gedenke daran, daß dieses Volk Dein Volk ist!“ Und tatsächlich: Gott läßt Sich überwinden durch die Bitten und Vorstellungen Seines Freundes. Sein innerstes Herz voll Liebe für Sein Volk bricht von neuem hervor, und Er sagt Mose zu: „Mein Angesicht wird mitgehen, und Ich werde dir Ruhe geben!“ Wie kostbar diese Zusage für Mose war - für ihn selbst und für das Volk, das ahnen wir kaum. Gottes Angesicht leuchtete von neuem voll Gnade über dem Volke, und Er wollte Seine Huld nun nicht mehr von dem Volke weichen lassen, sondern dasselbe geleiten durch die Wüste bis nach Kanaan! - Und wie hat der Herr diese Verheißung erfüllt. Jesaja singt: „Ich will der Gütigkeiten des Herrn gedenken - der Ruhmestaten des Herrn, nach allem, was der Herr uns erwiesen hat und nach all der großen Gnade gegen das Haus Israel, welche Er ihnen erwiesen hat entsprechend Seinen Erbarmungen und der Menge Seiner Gütigkeiten! In all ihrer Bedrängnis war Er bedrängt und Sein Angesicht hat sie gerettet. In Seiner Liebe und in Seiner Erbarmung hat Er sie erlöst! Und Er hob sie empor und trug sie alle Tage.“ - Auch mir und dir gilt diese wunderbare Zusage: „Mein Angesicht wird mit dir gehen, und Ich werde dir Ruhe geben!“ - Vielleicht liegt heute ein schwerer Weg vor dir und dein Herz ist gedrückt und unruhig. Der Herr kennt dich ja, und Er will dich durch Seine Gegenwart und Sein Mitgehen erfreuen und dir die tiefe innere Ruhe des Glaubens verleihen! „Er ist unser Friede!“

(Donnerstag, 23. Mai 1935)

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