BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 404 (Der HERR redet mit Mose in der Stiftshütte außerhalb des Lagers)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

7. Der HERR redet mit Mose in der Stiftshütte außerhalb des Lagers (2. Mose 33,7-11)


2. Mose 33,7-11

7 Mose aber nahm die Hütte und schlug sie auf draußen, ferne vom Lager, und hieß sie eine Hütte des Stifts. Und wer den HERRN fragen wollte, mußte herausgehen zur Hütte des Stifts vor das Lager. 8 Und wenn Mose ausging zur Hütte so stand alles Volk auf und trat ein jeglicher in seiner Hütte Tür und sahen ihm nach, bis er in die Hütte kam. 9 Und wenn Mose in die Hütte kam, so kam die Wolkensäule hernieder und stand in der Hütte Tür und redete mit Mose. 10 Und alles Volk sah die Wolkensäule in der Hütte Tür stehen, und standen auf und neigten sich, ein jeglicher in seiner Hütte Tür. 11 Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Und wenn er wiederkehrte zum Lager, so wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, nicht aus der Hütte.

Das Priestertum war noch nicht eingerichtet, wie Gott es auf dem Berge angeordnet hatte - die Stiftshütte noch nicht hergestellt, wie Gott sie Mose auf dem Berge gezeigt hatte. - Doch die große Sünde des Volkes drängt Mose, wie wir sahen, zu einem äußerst gewagten, äußerst gewichtigen Schritt! Seine Liebe und sein Eifer für Gott trieb ihn eilends vorwärts, da ja für das Volk wie für die Ehre Gottes alles auf dem Spiel stand! - Er konnte nicht warten auf den gesalbten Priester in seinem Ephod und mit seinem Brustschild; denn er war noch nicht eingesetzt! - Nur noch ein kurzes Zögern und das ganze Volk erlag dem Gericht seines erzürnten Gottes! - Da ergreift Mose statt der Stiftshütte sein eigenes Zelt: statt des Hohenpriesters tritt er in den Riß und opfert unter Tränen sein fürbittendes Flehen für Israel Gott auf. - Es war das größte Wagnis! Mose maßte sich etwas an, das in jedem anderen Augenblick und bei jedem anderen Menschen mit dem Tode bestraft worden wäre. - Ähnlich der Königin Esther, die es aus Liebe zu ihrem Volke wagte, unaufgefordert in die Gegenwart des Königs zu gehen, was sonst nie gestattet war - sprach auch Mose hier gleichsam: „Komme ich um, so komme ich um!“ (Lies Esther 4,9-16.)

Esther 4,9-16 -- 9 Und da Hathach hineinkam und sagte Esther die Worte Mardochais, 10 sprach Esther zu Hathach und gebot ihm an Mardochai: 11 Es wissen alle Knechte des Königs und das Volk in den Landen des Königs, daß, wer zum König hineingeht inwendig in den Hof, er sei Mann oder Weib, der nicht gerufen ist, der soll stracks nach dem Gebot sterben; es sei denn, daß der König das goldene Zepter gegen ihn recke, damit er lebendig bleibe. Ich aber bin nun in dreißig Tagen nicht gerufen, zum König hineinzukommen. 12 Und da die Worte Esthers wurden Mardochai angesagt, 13 hieß Mardochai Esther wieder sagen: Gedenke nicht, daß du dein Leben errettest, weil du im Hause des Königs bist, vor allen Juden; 14 denn wo du wirst zu dieser Zeit schweigen, so wird eine Hilfe und Errettung von einem andern Ort her den Juden entstehen, und du und deines Vaters Haus werdet umkommen. Und wer weiß, ob du nicht um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist? 15 Esther hieß Mardochai antworten: 16 So gehe hin und versammle alle Juden, die zu Susan vorhanden sind, und fastet für mich, daß ihr nicht esset und trinket in drei Tagen, weder Tag noch Nacht; ich und meine Dirnen wollen auch also fasten. Und ich will zum König hineingehen wider das Gebot; komme ich um, so komme ich um.

Was Mose hier tat, indem er sein Zelt außerhalb des Lagers aufrichtete und ausrief: „Her zu mir, wer für den Herrn ist!“, das wurde sofort vom Volke verstanden. Alle, deren Herz Gott berührte und aufschloß, erkannten es mit einem Blick, daß Mose um ihretwillen eine so gewagte Handlung beging. Auch die Vielen, die nicht hinausgingen zum Zelte, empfanden dennoch, wie persönlich Moses Handlungsweise einen jeden von ihnen anging! - Sie traten aus ihren Zelten und schauten Mose nach, wie er ins Zelt trat und wie der Herr durch das Erscheinen der Wolkensäule - das Zeichen Seiner Herrlichkeit - ihn, ihren Mittler, anerkannte! - Wie mögen sie zuerst mit Furcht und Zittern gewartet haben, was aus Mose und seinem Zell da draußen wurde! Aber welch ein Jubel, als die Wolke sich niederließ und der Herr durch Seine herrliche Gegenwart den gewichtigen Schritt, den Sein geliebter Knecht getan, anerkannte und ihn Seiner innigsten Gemeinschaft würdigte! - Voll Anbetung warfen sich alle nieder - ein jeder am Eingang seines Zeltes. (Vgl. 2. Mos. 14,31; 19,9; Jes. 44,26a.)

2. Mose 14,31 -- und die große Hand, die der HERR an den Ägyptern erzeigt hatte. Und das Volk fürchtete den HERRN, und sie glaubten ihm und seinem Knecht Mose. / 2. Mose 19,9 -- Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dicken Wolke, auf daß dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und glaube dir ewiglich. Und Mose verkündigte dem HERRN die Rede des Volks. / Jesaja 44,26 -- bestätigt aber das Wort seines Knechtes und vollführt den Rat seiner Boten; der zu Jerusalem spricht: Sei bewohnt! und zu den Städten Juda's: Seid gebaut! und ihre Verwüstung richte ich auf;

Liebe, göttliche Liebe ist in ihrer Handlungsweise niemals Anmaßung! [Röm. 13,8-10; 1. Kor. 13,4-6.]

Römer 13,8-10 -- 8 Seid niemand nichts schuldig, als daß ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn was da gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten", und so ein anderes Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten zusammengefaßt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 10 Denn Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. / 1. Korinther 13,4-6 -- 4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, 5 sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit;

Wenn die wahre Weisheit gerechtfertigt wird von allen ihren Kindern, so wird die Handlungsweise der gottgewirkten Liebe völlig anerkannt von Gott. Ja, gottgewirkte Liebe heiligt jeden Boden, auf welchen sie ihren Fuß setzt! - Was wir hier miterleben in 2. Mos. 33,7-11, ist eine große Stunde in der Geschichte Israels - eine erhabene Lektion, die wir in der Schule Gottes lernen dürfen. - Bedenken wir, was es heißt, daß die Gegenwart Gottes das Lager Israels verlassen hatte! - Was war Israel ohne seinen Gott? Kein Volk so hilflos wie Israel ohne Gott! [Hos. 7,13; 9,12b.]

Hosea 7,13 -- Weh ihnen, daß sie von mir weichen! Sie müssen verstört werden; denn sie sind von mir abtrünnig geworden! Ich wollte sie wohl erlösen, wenn sie nicht wider mich Lügen lehrten. / Hosea 9,12 -- Und ob sie ihre Kinder gleich erzögen, will ich sie doch ohne Kinder machen, daß keine Leute mehr sein sollen. Auch weh ihnen, wenn ich von ihnen gewichen bin!

Keine Krume Brot hatten sie zu essen ohne Ihn, keinen Tropfen der Erquickung für ihren Durst in der Hitze der Wüste ohne Ihn! - Die Gegenwart des Allmächtigen allein war ihr Schatten gewesen bei Tage und ihre Sicherheit in der Nacht. [2. Mos. 13,21. 22; Neh. 9,19-21.]

2. Mose 13,21.22 -- 21 Und der HERR zog vor ihnen her, des Tages in einer Wolkensäule, daß er den rechten Weg führte, und des Nachts in einer Feuersäule, daß er ihnen leuchtete, zu reisen Tag und Nacht. 22 Die Wolkensäule wich nimmer von dem Volk des Tages noch die Feuersäule des Nachts. / Nehemia 9,19-21 -- 19 doch verließest du sie nicht in der Wüste nach deiner großen Barmherzigkeit, und die Wolkensäule wich nicht von ihnen des Tages, sie zu führen auf dem Wege, noch die Feuersäule des Nachts, ihnen zu leuchten auf dem Wege, den sie zogen. 20 Und du gabst ihnen einen guten Geist, sie zu unterweisen; und dein Man wandtest du nicht von ihrem Munde, und gabst ihnen Wasser, da sie dürstete. 21 Vierzig Jahre versorgtest du sie in der Wüste, daß ihnen nichts mangelte. Ihre Kleider veralteten nicht und ihre Füße zerschwollen nicht.

Wer sollte sie durch die pfadlose Wüste - durch den Sand der Einöde führen, wenn Gott sie verlassen hatte? - Nur ein Mann war da, der Gott in ihre Mitte zurückbringen konnte - der einzige, der noch eine Verbindung herstellen konnte! Und sein Ringen und Flehen während vierzig Tagen und Nächten besiegte Gott, so daß Mose dann vom Berge herabkommen konnte und Israel die Vergebung und die Gnade und das erneute Mitgehen Gottes zusichern konnte!

(Samstag, 18. Mai 1935)

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