BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 395 (Mose verhört Aaron und bestraft das Volk durch die Schwerter der Leviten)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

4. Mose verhört Aaron und bestraft das Volk durch die Schwerter der Leviten (2. Mose 32,21-29)


2. Mose 32,25

25 Da nun Mose sah, daß das Volk zuchtlos geworden war (denn Aaron hatte sie zuchtlos gemacht, zum Geschwätz bei ihren Widersachern)

Unter allen Schmerzen und Enttäuschungen gewinnt der Mann Gottes an innerer Kraft und Entschlossenheit und reift dem Ziel entgegen. Mose stellt sich auf im Tor des Lagers mit dem Ruf: „Her zu mir, wer für den Herrn ist!“ Es ist die Frage der Entscheidung: „Für oder wider?“ Dazwischen gab es kein Drittes. - Es muß ja Schwierigkeiten im Volke Gottes geben, „damit die Bewährten offenbar werden“. (1. Kor. 11,19.)

1. Korinther 11,19 -- Denn es müssen Parteien unter euch sein, auf daß die, so rechtschaffen sind, offenbar unter euch werden.

Aaron hatte sich in keiner Weise bewährt; doch die übrigen Söhne Levis verstanden den Ernst und die Bedeutung der Stunde. Sie traten entschlossen und geschlossen auf die Seite Gottes. Dieser heilige Entschluß, diese Weihe für Gott brachte die göttliche Segnung auf den Stamm Levi. Als Mose 38 Jahre später bei seinem Abscheiden die zwölf Stämme segnete, da gedachte er dieser ernsten Stunde am Fuße des Sinai - da gedachte er es dem Stamme Levi, daß ihm die Treue gegen seinen Gott höher stand als die Bande des Blutes! - Mose selbst hatte ja eben in jenem Augenblick die Treue gegen seinen Gott höher gestellt als die Bande des Blutes. Nur wer selbst Gott mit ganzer Treue dient, kann andere zur Treue gegen Ihn auffordern und stärken! So war es Mose, der später dem Stamm Levi das Zeugnis ausstellen durfte: „Gottes Geheimnisse und Erleuchtungen sind für Seinen Frommen, den Er versucht hat zu Massa, mit welchem Er haderte bei dem Wasser von Meriba - der im Blick auf Vater und Mutter sprach: Ich sehe sie nicht! - der seine Brüder nicht kannte und von seinen Söhnen nichts wissen wollte! - Denn sie (die Leviten) haben Dein Wort, o Herr, beobachtet, und Deinen Bund bewahrten sie. Sie werden Jakob lehren Deine heiligen Rechtsansprüche und Israel Dein Gesetz; sie werden Weihrauch legen vor Deine Nase und Ganzopfer auf Deinen Altar!“ [5. Mos. 33,8. 9.]

5. Mose 33,8. 9 -- 8 Und zu Levi sprach er: Deine Macht und dein Licht bleibe bei deinem heiligen Mann, den du versucht hast zu Massa, da ihr hadertet am Haderwasser. 9 Wer von seinem Vater und von seiner Mutter spricht: Ich sehe ihn nicht, und von seinem Bruder: Ich kenne ihn nicht, und von seinem Sohn: Ich weiß nicht, die halten deine Rede und bewahren deinen Bund;

Ja, wer persönlich dem Herrn treu und geweiht ist, den wird Gott auch erleuchten können - der wird auch imstande sein, andere zu lehren und Gott Ehre zu bereiten! (Lies Ps. 112,1-10.)

Psalm 112,1-10 -- 1 Halleluja! Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Lust hat zu seinen Geboten! 2 Des Same wird gewaltig sein auf Erden; das Geschlecht der Frommen wird gesegnet sein. 3 Reichtum und die Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich. 4 Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten. 5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leidet und richtet seine Sachen aus, daß er niemand Unrecht tue! 6 Denn er wird ewiglich bleiben; des Gerechten wird nimmermehr vergessen. 7 Wenn eine Plage kommen will, so fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN. 8 Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden sieht. 9 Er streut aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich, sein Horn wird erhöht mit Ehren. 10 Der Gottlose wird's sehen, und es wird ihn verdrießen; seine Zähne wird er zusammenbeißen und vergehen. Denn was die Gottlosen gerne wollten, das ist verloren.

Der Herr fordert von allen Seinen Gläubigen die gleiche Entschiedenheit und Entschlossenheit, wenn die Frage entsteht: Nach Jesu Sinn oder nach der Welt Weise handeln? Nach dem Willen Gottes oder nach den Forderungen der Menschen sich richten? (Lies Luk. 14,26 u. 33; [vgl. Mark. 8,36-38; 2. Tim. 2,11-13; 1. Joh. 2,15-17].)

Lukas 14,26. 33 -- 26 So jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein. ... 33 Also muß auch ein jeglicher unter euch, der nicht absagt allem, was er hat, kann nicht mein Jünger sein. / Markus 8,36-38 -- 36 Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme an seiner Seele Schaden? 37 Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele löse. 38 Wer sich aber mein und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, des wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. / 2. Timotheus 2,11-13 -- 11 Das ist gewißlich wahr: Sterben wir mit, so werden wir mitleben; 12 dulden wir, so werden wir mitherrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; 13 glauben wir nicht, so bleibt er treu; er kann sich selbst nicht verleugnen. / 1. Johannes 2,15-17 -- 15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16 Denn alles, was in der Welt ist: des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. 17 Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

Schweres wurde gefordert an jenem Tage von den Söhnen Levis. Ihr Schwert mußten sie nehmen und ohne Ansehen der Person töten jeden, der irgendwie dem Goldenen Kalb gehuldigt hatte. Dreitausend Menschen fielen unter ihrem Schwert! - Welch eine Anklage - welch eine Last auf Aarons Gewissen hätte dies sein müssen, wenn er seine große Schuld einigermaßen erkannt hätte! - Laßt uns jenen Tag, an welchem das Gericht über das Goldene Kalb in Israels Mitte vollzogen wurde, in Vergleich stellen mit jenem anderen, viel späteren Tage, an welchem sich die Gnade Gottes in Israels Mitte offenbarte durch die Macht des Heiligen Geistes. An diesem Tage rief der Apostel Petrus, in der Kraft Gottes dastehend, gleichsam auch: „Her zu mir, wer für den Herrn ist!“ „Laßt euch retten aus dem verkehrten Geschlecht Israels heraus!“ Da wurden an jenem Tage durch das Wort von Christus und Seinem Heil dreitausend Seelen aus Israel gerettet und traten entschlossen auf die Seite des erhöhten Herrn und Erlösers! [Lies Apgesch. 2,40. 41.]

Apostelgeschichte 2,40. 41 -- 40 Auch mit vielen anderen Worten bezeugte und ermahnte er: Lasset euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht! 41 Die nun sein Wort gern annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugetan an dem Tage bei dreitausend Seelen.

Entweder Errettung von Schuld und Verdammnis oder aber das ewige Gericht Gottes - vor dieser Wahl steht jeder einzelne Mensch heute: „Wer dem Sohne Gottes huldigt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne Gottes nicht huldigt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm!“ Wie unendlich verschieden war Moses Einfluß auf das Volk von demjenigen Aarons! - Aaron war ein Spielball, ein willenloses Werkzeug in den Händen eines von Gott abgeirrten Volkes: er machte ihren das Kalb, wie sie es begehrten! - Mose dagegen kommt unmittelbar von Gott zum Volke, und die aufgeregte Menge wird in einem Augenblick still. Heiliger Schrecken fällt auf sie, denn Mose brachte ihnen Gott zum Bewußtsein und stellte sie in Seine Gegenwart! Ja, Mose „schaute den Unsichtbaren, als sähe er Ihn“, und deshalb ging solche Macht, solcher Einfluß von ihm aus!

(Donnerstag, 9. Mai 1935)

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