BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 284 (Angaben zur priesterlichen Bekleidung Aarons und seiner Söhne)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
E. GESETZ 2: Der Plan des Heiligtums (2. Mose 25-31)

11. Angaben zur priesterlichen Bekleidung Aarons und seiner Söhne (2. Mose 28,1-43)

a) Übersicht


2. Mose 28 und 29 (Übersicht)

(Wir geben heute der Vollständigkeit wegen mehr Stellen an als sonst. Man lese sie, soweit die Zeit es erlaubt!)

Gott ordnet hier die Kleidung und Weihe des Hohenpriesters und der übrigen Priester an. Die von Abraham, Isaak und Jakob gegründete Gottesfamilie hatte sich ja zu zwölf Stämmen erweitert, und so war ein besonderes Priestertum nötig. Eigentlich hatte der Herr das ganze Israel als heiliges Priestervolk in Seiner Nähe und in Seinem Dienst haben wollen, da es ja, von Gott erwählt, in einem Bundesverhältnis zu Ihm stand und zwischen Gott und allen anderen Völkern der Erde vermitteln sollte! (2. Mos. 19,3-6; 5 Mos. 7,6)

2. Mose 19,3-6 -- 3 Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern Israel: 4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und habe euch zu mir gebracht. 5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6 Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. / 5. Mose 7,6 -- Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott, Dich hat der HERR, dein Gott erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind.

Da aber Israel hierzu noch nicht reif war, erwählte Gott den Stamm Levi (anstatt der Erstgeborenen des ganzen Volkes) zu Seinem Dienst. (4. Mos. 8,13-18.)

4. Mose 8,13-18 -- 13 Und sollst die Leviten vor Aaron und seine Söhne stellen und vor dem HERRN weben, 14 und sollst sie also aussondern von den Kindern Israel, daß sie mein seien. 15 Darnach sollen sie hineingehen, daß sie dienen in der Hütte des Stifts. Also sollst du sie reinigen und weben; 16 denn sie sind mein Geschenk von den Kindern Israel, und ich habe sie mir genommen für alles, was die Mutter bricht, nämlich für die Erstgeburt aller Kinder Israel. 17 Denn alle Erstgeburt unter den Kindern Israel ist mein, der Menschen und des Viehes, seit der Zeit ich alle Erstgeburt in Ägyptenland schlug und heiligte sie mir 18 und nahm die Leviten an für alle Erstgeburt unter den Kindern Israel.

Aaron und seine Familie bildeten das Haupt des levitischen Stammes und wurden zum eigentlichen Priesterdienst ausgesondert! Der ganze Stamm Levi hatte den mehr äußeren Dienst am Heiligtum zu verrichten, und nach dem Tode Moses und Josuas lag diesem Stamm auch die Bewahrung und Geltendmachung des Gesetzes des Herrn im ganzen Volke ob. [3. Mos. 10,11; 5. Mos. 31,9-13.]

3. Mose 10,11 -- und daß ihr die Kinder Israel lehret alle Rechte, die der HERR zu ihnen geredet hat durch Mose. / 5. Mose 31,9-13 -- 9 Und Mose schrieb dies Gesetz und gab's den Priestern, den Kindern Levi, die die Lade des Bundes trugen, und allen Ältesten Israels 10 und gebot ihnen und sprach: Je nach sieben Jahren, zur Zeit des Erlaßjahrs, am Fest der Laubhütten, 11 wenn das ganze Israel kommt, zu erscheinen vor dem HERRN, deinem Gott, an dem Ort, den er erwählen wird, sollst du dieses Gesetz vor dem ganzen Israel ausrufen lassen vor ihren Ohren, 12 nämlich vor der Versammlung des Volks (der Männer, Weiber und Kinder und deines Fremdlings, der in deinem Tor ist), auf daß sie es hören und lernen den HERRN, euren Gott, fürchten und es zu halten, daß sie tun alle Worte dieses Gesetzes, 13 und daß ihre Kinder, die es nicht wissen, es auch hören und lernen den HERRN, euren Gott, fürchten alle Tage, die ihr in dem Lande lebt, darein ihr gehet über den Jordan, es einzunehmen.

An der Spitze der Priester stand der jeweilige Hohepriester, der zuerst zu aller Zeit, doch nach der Verfehlung der beiden Söhne Aarons nur noch einmal im Jahr das Allerheiligste betreten und hier den Dienst verrichten durfte! [Mose, der Knecht des Herrn, behielt bis an sein Lebensende das Vorrecht, zu jeder Zeit - bei Tag und bei Nacht - ins Allerheiligste eintreten zu dürfen!] - Der Priesterdienst in Israel bestand also darin, die Heiligung und den Gottesdienst des ganzen Volkes zu vermitteln und die geweihte Wohnstätte Gottes zu pflegen und zu hüten. [4. Mos. 3,27.28.]

4. Mose 3,27.28 -- 27 Dies sind die Geschlechter von Kahath: die Amramiten, die Jizhariten, die Hebroniten und die Usieliten, 28 was männlich war, einen Monat alt und darüber, an der Zahl achttausendsechshundert, die der Sorge für das Heiligtum warten.

Die Priester hatten das Gesetz in seiner Gesamtheit und Reinheit zu bewahren, selbst darin zu forschen und das Volk damit bekannt zu machen. Sie hatten über dem Ansehen des Gesetzes zu wachen und (nach dem Tode Moses und Josuas) im Orts- und im Obergericht nach demselben zu entscheiden. [5. Mose 31,9; 33,10; 2. Chron. 19,8; Mal. 2,7.]

5. Mose 31,9 -- Und Mose schrieb dies Gesetz und gab's den Priestern, den Kindern Levi, die die Lade des Bundes trugen, und allen Ältesten Israels/ 5. Mose 33,10 -- die werden Jakob deine Rechte lehren und Israel dein Gesetz; die werden Räuchwerk vor deine Nase legen und ganze Opfer auf deinen Altar. / 2. Chronik 19,8 -- Auch bestellte Josaphat zu Jerusalem etliche aus den Leviten und Priestern und aus den Obersten der Vaterhäuser in Israel über das Gericht des HERRN und über die Streitsachen und ließ sie zu Jerusalem wohnen, / Maleachi 2,7 -- Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde das Gesetz suche; denn er ist ein Engel des HERRN Zebaoth.

Der höchste Priesterdienst war das Nahen zum Altar, die Darbringung der Opfer, die Sprengung des Opferblutes! Auch das Darbringen des Räucherwerks morgens und abends im Heiligtum, die Reinigung und das Anzünden des goldenen Leuchters, die wöchentliche Auflegung des Schaubrotes und die beständige Unterhaltung des Feuers auf dem Brandopferaltar - all dies gehörte gleichfalls zum Hauptdienst der Priester, neben welchem es noch Viele Nebendienste gab, wie z. B. die nächtliche Bewachung des Tempelraumes, das Blasen der Trompeten, die Stärkung und Ermutigung des Volkes im Kriege - besonders beim Auszug in denselben u. a. m. [vgl. 4. Mos. 10,8.10; 5. Mos. 20,2-4; 2. Chron. 5,12; 7,6; 29,26.]

4. Mose 10,8.10 -- 8 Es sollen aber solch Blasen mit den Drommeten die Söhne Aarons, die Priester, tun; und das soll euer Recht sein ewiglich bei euren Nachkommen. ... 10 Desgleichen, wenn ihr fröhlich seid, und an euren Festen und an euren Neumonden sollt ihr mit den Drommeten blasen über eure Brandopfer und Dankopfer, daß es euch sei zum Gedächtnis vor eurem Gott. Ich bin der HERR, euer Gott. / 5. Mose 20,2-4 -- 2 Wenn ihr nun hinzukommt zum Streit, so soll der Priester herzutreten und mit dem Volk reden 3 und zu ihnen sprechen: Israel, höre zu! Ihr geht heute in den Streit wider eure Feinde; euer Herz verzage nicht, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht und laßt euch nicht grauen vor ihnen; 4 denn der HERR, euer Gott, geht mit euch, daß er für euch streite mit euren Feinden, euch zu helfen. / 2. Chronik 5,12 -- und die Leviten und die Sänger alle, Asaph, Heman und Jedithun und ihre Kinder und Brüder, angezogen mit feiner Leinwand, standen gegen Morgen des Altars mit Zimbeln, Psaltern und Harfen, und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Drommeten bliesen; / 2. Chronik 7,6 -- Aber die Priester standen in ihrem Dienst und die Leviten mit den Saitenspielen des HERRN, die der König David hatte machen lassen, dem HERRN zu danken, daß seine Barmherzigkeit ewiglich währet, mit den Psalmen Davids durch ihre Hand; und die Priester bliesen die Drommeten ihnen gegenüber, und das ganze Israel stand. / 2. Chronik 29,26 -- Und die Leviten standen mit den Saitenspielen Davids und die Priester mit den Drommeten.

Berauschende Getränke waren dem Priester verboten [3. Mos. 10,8-11] - ebenso das Trauern um die Toten, das Kahlscheren des Hauptes und andere heidnische Gewohnheiten.

3. Mose 10,8-11 -- 8 Der HERR aber redete mit Aaron und sprach: 9 Du und deine Söhne mit dir sollt keinen Wein noch starkes Getränk trinken, wenn ihr in die Hütte des Stifts geht, auf daß ihr nicht sterbet. Das sei ein ewiges Recht allen euren Nachkommen, 10 auf daß ihr könnt unterscheiden, was heilig und unheilig, was rein und unrein ist, 11 und daß ihr die Kinder Israel lehret alle Rechte, die der HERR zu ihnen geredet hat durch Mose.

König David hat später für die im Heiligen Lande heimisch gewordene Priesterschaft eine schöne Dienstordnung verfaßt und die große Familie Aarons in 24 Priesterordnungen eingeteilt, deren jede ihren Vorsteher hatte und eine Woche lang - von Sabbat zu Sabbat - im Tempel zu dienen hatte! (1. Chron. 24,3; 2. Chron. 23,4; 2.Kön.11,9; Luk.1,5.

1. Chronik 24,3 -- Und es ordneten sie David und Zadok aus den Kinder Eleasars und Ahimelech aus den Kindern Ithamars nach ihrer Zahl und ihrem Amt. / 2. Chronik 23,4 -- So sollt ihr also tun: Der dritte Teil von euch, die des Sabbats antreten von den Priestern und Leviten, sollen die Torhüter sein an der Schwelle. / 2. Könige 11,9 -- Und die Obersten taten alles, was ihnen Jojada, der Priester, gesagt hatte, und nahmen zu sich ihre Männer, die des Sabbats abtraten, und kamen zu dem Priester Jojada. / Lukas 1,5 -- Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, war ein Priester von der Ordnung Abia, mit Namen Zacharias, und sein Weib war von den Töchtern Aarons, welche hieß Elisabeth.

Die Kapitel 2. Mos. 29 und 3. Mos. 8 und 9 beschreiben uns die Dienstweihe der Priester, welche sieben Tage lang währte und am achten Tag ihren Höhepunkt fand. - Das Kapitel 2. Mos. 28 beschreibt uns ausführlich die hohepriesterliche Dienstkleidung. Der Hohepriester trug über dem weißen, langen Priestergewand die wundervollen Kleider der Pracht und Herrlichkeit (V. 2), während die Dienstkleidung der übrigen Priester rein weiß war, also die Farbe des Lichts und der Reinheit hatte. Von Gott wird gesagt: „Licht ist Sein Gewand!“ - der Gürtel war das besondere Zeichen des Dienstes (Jes. 22,21).

Jesaja 22,21 -- und will ihm deinen Rock anziehen und ihn mit deinem Gürtel gürten und deine Gewalt in seine Hand geben, daß er Vater sei derer, die zu Jerusalem wohnen und des Hauses Juda.

Der Unterhalt der Priester war von Gott reichlich angeordnet. Die Leviten empfingen den Zehnten aller Feld- und Baumfrüchte von seiten des Volkes; ihrerseits gaben sie von diesem ihrem Einkommen wiederum den Zehnten an die Priester ab. (4. Mos. 18,26-28.)

4. Mose 18,26-28 -- 26 Sage den Leviten und sprich zu ihnen: Wenn ihr den Zehnten nehmt von den Kindern Israel, den ich euch von ihnen gegeben habe zu eurem Erbgut, so sollt ihr davon ein Hebeopfer dem HERRN tun, je den Zehnten von dem Zehnten; 27 und sollt solch euer Hebeopfer achten, als gäbet ihr Korn aus der Scheune und Fülle aus der Kelter. 28 Also sollt auch ihr das Hebeopfer dem HERRN geben von allen euren Zehnten, die ihr nehmt von den Kindern Israel, daß ihr solches Hebopfer des HERRN dem Priester Aaron gebet.

Außerdem fielen den Priestern die Erstlinge aller Erzeugnisse des Landes zu: Getreide, Öl, Most usw. Auch alle Erstgeburt gehörte ihnen. (die Erstgeburt der Menschen wurde mit Geld gelöst und so den Priestern übermittelt!) - Auch von den meisten Opfern bekam der Priester seinen bestimmten Anteil. Doch ihr ganzes Einkommen bezogen sowohl Priester als Leviten von Gott, nicht von den Menschen; denn Gott gehörte das Land und das Volk. Ihm Selbst, dem Allerhöchsten, wurden alle Zehnten, alle Erstgeburt, alle Gaben und Opfer unmittelbar dargebracht, und Gott in Seiner Güte teilte dies alles Seinen Dienern zu! der Herr sprach zu Aaron - zum ganzen Stamm Levi: ,,du sollst im Land nichts besitzen und kein Erbteil in der Mitte deines Volkes erhalten! Ich bin dein Erbteil und dein Besitz inmitten der Kinder Israel!“ - Leider sank der Stand und die Würde des Priestertums im Lauf der Jahre und Jahrhunderte tief herunter. Als der Herr Jesus in Israel auftrat, da waren gerade die Hohenpriester und Schriftgelehrten diejenigen, die seine Wirksamkeit am meisten hemmten, und deren Haß Ihn schließlich zum Tode brachte.

(Mittwoch, 19. Dezember 1934)

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