BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 236 (Angaben zum Bau eines siebenarmigen Leuchters aus Gold)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
E. GESETZ 2: Der Plan des Heiligtums (2. Mose 25-31)

4. Angaben zum Bau eines siebenarmigen Leuchters aus Gold (2. Mose 25,31-40)


2. MOSE 25,37-40

37 Und sollst sieben Lampen machen obenauf, daß sie nach vornehin leuchten, 38 und Lichtschneuzen und Löschnäpfe von feinem Golde. 39 Aus einem Zentner feinen Goldes sollst du das machen mit allem diesem Gerät. 40 Und siehe zu, daß du es machst nach dem Bilde, das du auf dem Berge gesehen hast.

Es ist beachtenswert, daß das vom goldenen Leuchter ausstrahlende Licht bei Tag und Nacht das einzige Licht im Heiligtum war, da das natürliche Licht der Sonne nicht eindrang. (1. Kön. 8,12.)

1. Könige 8,12 -- Da sprach Salomo: Der HERR hat geredet, er wolle im Dunkel wohnen.

Die Stiftshütte hatte kein Fenster, und wenn auch die goldene Bretterhütte keine Kopfdecke hatte, so waren doch jene wundervollen großen Teppiche von Byssus, von Ziegenhaar, von rotgefärbten Widderfellen und von Dachsfellen über sie gebreitet, so daß im Heiligtum Dunkel geherrscht hätte, wenn nicht der goldene Leuchter sein siebenfaches Licht Tag und Nacht ausgestrahlt hätte! - Nur bei diesem Licht, das ja die Erleuchtung des Heiligen Geistes darstellt, taten die Priester ihren Dienst im Heiligtum! Solange sie vor Gott in Seiner Wohnung dienten, lebten und wandelten sie nur in diesem Lichte. - Dies hat uns Kindern Gottes viel zu sagen. Vielfach ist es bei uns nicht ausschließlich das göttliche Licht, von dem wir uns bestimmen und durchdringen lassen in unserer Denkungsart und in unserem Wandel! (Lies Gal. 5,[7-10.]16-26!)

Galater 5, 7-10 -- 7 Ihr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? 8 Solch Überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. 9 Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig. 10 Ich versehe mich zu euch in dem HERRN, ihr werdet nicht anders gesinnt sein. Wer euch aber irremacht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle. / Galater 5,16-26 -- 16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. 17 Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch; dieselben sind widereinander, daß ihr nicht tut, was ihr wollt. 18 Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. 19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, 20 Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, 21 Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. 22 Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. 23 Wider solche ist das Gesetz nicht. 24 Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. 25 So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. 26 Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, einander zu entrüsten und zu hassen.

Wieviel kann bei Kindern Gottes, die doch Priester sein sollten, noch mitsprechen an weltlicher und menschlicher Beeinflussung! - Es gibt sehr wenige Gläubige, in deren Denken und Leben einzig und allein der Wille Gottes die bestimmende Macht ist, in deren Anschauungen und Entschlüssen nur noch das Licht von oben, wie es uns in der Heiligen Schrift leuchtet, alles regiert! Ja, es gibt sehr wenige, die ihre herrliche Priesterstellung Gott und Menschen gegenüber verstehen und einnehmen! - Paulus schreibt den Philippern: „Ich bete darum, daß eure Liebe immer mehr zunehme – ja, daß sie überfließe und begleitet sei von klarer Einsicht und von dem richtigen Feingefühl, damit ihr prüfen und unterscheiden könnt, was in jedem Fall das Richtige ist. So kommt ihr lauter, lichtdurchdrungen und ohne Fehltritt hindurch bis zum Tage Christi, voll der Früchte der Gerechtigkeit, die Jesus Christus in euch hervorbringt, und die zur Herrlichkeit und zum Preise Gottes dienen!“ [Vgl. Eph. 5,8-17.]

Epheser 5,8-17 -- 8 Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem HERRN. 9 Wandelt wie die Kinder des Lichts, die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit, 10 und prüfet, was da sei wohlgefällig dem HERRN. 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr. 12 Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch zu sagen schändlich. 13 Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht gestraft wird; denn alles, was offenbar ist, das ist Licht. 14 Darum heißt es: "Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten." 15 So sehet nun zu, wie ihr vorsichtig wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, 16 und kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. 17 Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des HERRN Wille.

Die sieben Arme des Leuchters bildeten in ihrer Höhe nicht eine Pyramide, sondern nach übereinstimmender Überlieferung eine gerade Linie, parallel mit der Südseite des Heiligtums. (Gegenüber - an der Nordseite - stand der goldene Tisch mit den Schaubroten.) So ist der goldene Leuchter auch abgebildet auf dem heute noch in Rom zusehenden Triumphbogen des römischen Feldherrn Titus, der Jerusalem nach harter Eroberung im Jahre 70 zerstörte und die heiligen Geräte des damaligen (herodianischen) Tempels als Siegesbeute nach Rom brachte. - Es ist die Zeit und die Sammlung wert, daß wir vor Gott unsere hohe Berufung ins Auge fassen und sie mit heiliger Energie betätigen: das göttliche Licht selbstloser Liebe und himmlischer Klarheit durch unser ganzes Wesen und Handeln auszustrahlen den vielen Mitmenschen gegenüber, welche noch in innerer Finsternis, belastet und befleckt von Schuld, ins Verderben laufen! - Der Teufel sucht ja auf alle Weise ein klares Zeugnis ihnen gegenüber zu vereiteln: „Der Gott dieser Welt Verdunkelt den Menschen das Denkvermögen durch Unglauben, damit ihnen der helle Lichtglanz der frohen Botschaft von der Herrlichkeit Christi nicht entgegenleuchte und ins Herz strahle!“ - Die Macht der Liebe und des Geistes Jesu Christi in Seinen lauteren und demütigen Zeugen ist aber stärker als der Wille des Teufels!

(Donnerstag, 1. November 1934)

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