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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 204 (Die drei Jahresfeste: Fest ungesäuerte Brote, Erntefest und Lesefest)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

14. Die drei Jahresfeste: Fest ungesäuerte Brote, Erntefest und Lesefest (2. Mose 23,14-17)


2. MOSE 23,16a

16 Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Früchte, die du auf dem Felde gesät hast. Und das Fest der Einsammlung im Ausgang des Jahres, wenn du deine Arbeit eingesammelt hast vom Felde.

Im nahen Zusammenhang mit dem Fest der Erstlingsgarbe stand das Fest der Webebrote [3. Mose 23,15-21]

3. Mose 23,15-21 -- 15 Darnach sollt ihr Zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die Webegarbe brachtet, sieben ganze Wochen; 16 bis an den Tag nach dem siebenten Sabbat, nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und neues Speisopfer dem HERRN opfern, 17 und sollt's aus euren Wohnungen opfern, nämlich zwei Webebrote von zwei Zehntel Semmelmehl, gesäuert und gebacken, zu Erstlingen dem HERRN. 18 Und sollt herzubringen neben eurem Brot sieben jährige Lämmer ohne Fehl und einen jungen Farren und zwei Widder, die sollen des HERRN Brandopfer sein, mit ihrem Speisopfern und Trankopfern, ein Opfer eines süßen Geruchs dem HERRN. 19 Dazu sollt ihr machen einen Ziegenbock zum Sündopfer und zwei jährige Lämmer zum Dankopfer. 20 Und der Priester soll's weben samt den Erstlingsbroten vor dem HERRN; die sollen samt den zwei Lämmern dem HERRN heilig sein und dem Priester gehören. 21 Und sollt diesen Tag ausrufen; denn er soll unter euch heilig heißen, da ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr tun. Ein ewiges Recht soll das sein bei euren Nachkommen in allen euren Wohnungen.

welches auch „Fest der Wochen“ heißt, weil es sieben Wochen - eine Woche von sieben Wochen -, nach dem erstgenannten Feste kommt. Während das Fest der Erstlingsgarbe den Anfang der Gerstenernte bedeutete, ist das Fest der Erstlingsbrote der Abschluß der Weizenernte; und das dritte hier genannte Fest (Vers 16b), der Abschluß der Einsammlung aller Feld-, Baum- und Gartenfrüchte, ist das Laubhüttenfest. - Wie wir uns erinnern, geschah die Darbringung der Erstlingsgarbe stets an einem Sonntag. Ebenso fand auch die Darbringung der Erstlingsbrote vor dem Herrn - sieben Wochen später - stets „am anderen Tage nach dem Sabbat“, also wiederum an einem Sonntag, statt. Daher erhielt dieses letztgenannte Fest später den Namen Pfingsten, herrührend von dem griechischen Pentecoste, d. h. „Fünfzig“, da es der fünfzigste Tag nach dem Fest der Erstlingsgarbe war. Wir sehen also: diese beiden Feste, das der Erstlingsgarbe und das der Erstlingsbrote, standen in innigem Zusammenhang sowohl der Zeit als der Bedeutung nach. Beide waren Erntefeste: ersteres bestimmte den Beginn, letzteres war das eigentliche Hauptfest der Getreideernte. - An diesem Fest der Webebrote - oder Pfingstfest, das ein Tag der Freude und des Dankes war (lies 5. Mos. 16,9-12), mußten, wie auch am Fest der ungesäuerten Brote, alle männlichen Israeliten ans dem ganzen Lande in Jerusalem erscheinen vor dem Angesicht des Herrn.

5. Mose 16,9-12 -- 9 Sieben Wochen sollst du dir zählen, und anheben zu zählen, wenn man anfängt mit der Sichel in der Saat. 10 Und sollst halten das Fest der Wochen dem HERRN, deinem Gott, daß du eine freiwillige Gabe deiner Hand gebest, nach dem dich der HERR, dein Gott, gesegnet hat; 11 und sollst fröhlich sein vor dem HERRN, deinem Gott, du und dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd und der Levit, der in deinem Tor ist, der Fremdling, der Waise, und die Witwe, die unter dir sind, an der Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, daß sein Name da wohne. 12 Und gedenke, daß du Knecht in Ägypten gewesen bist, daß du haltest und tust nach diesen Geboten.

So waren denn auch an jenem Pfingst- oder Erntefest, an welchem nach der Himmelfahrt des Herrn Jesu der Heilige Geist ausgegossen wurde, die gottesfürchtigen Juden von nah und fern in Jerusalem versammelt. Es war wiederum „der Tag nach dem Sabbat“, also ein Sonntag - sieben Wochen nach dem Auferstehungstage des Herrn Jesu. In der Kraft des soeben empfangenen Heiligen Geistes stand der Apostel Petrus da und verkündigte der großen Menge das Herrliche Heil und den großen Heiland. Gott begleitete das Wort mit wunderbaren Kraftwirkungen: dreitausend von diesen Juden bekehrten sich aufrichtig zum Herrn Jesus; sie schlossen sich der Schar der geheiligten Jünger an und wurden für die Ewigkeit gerettet. Welch Herrlicher Erntetag für Gott an diesem Erntefest Israels! [Apgesch. 2,1.14.41-47.]

Apostelgeschichte 2,1.14.41-47-- 1 Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. (...) 14 Da trat Petrus auf mit den Elfen, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kundgetan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen. (...) 41 Die nun sein Wort gern annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugetan an dem Tage bei dreitausend Seelen. 42 Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. 43 Es kam auch alle Seelen Furcht an, und geschahen viel Wunder und Zeichen durch die Apostel. 44 Alle aber, die gläubig waren geworden, waren beieinander und hielten alle Dinge gemein. 45 Ihre Güter und Habe verkauften sie und teilten sie aus unter alle, nach dem jedermann not war. 46 Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in Häusern, 47 nahmen die Speise und lobten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen und hatten Gnade beim ganzen Volk. Der HERR aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde.

So hat Gott Selbst uns die Antwort gegeben auf die Frage: Was bedeutet im geistlichen Sinn das Fest der Wochen, das Pfingstfest Israels? - Wie wir in der Darbringung der Erstlingsgarbe ein Vorbild sehen auf die Auferstehung und Erhöhung Christi, so erkennen wir in dem Fest der Erstlingsbrote einen klaren Hinweis auf die Sammlung der Gemeinde des Herrn. Diese wird ja auch genannt die Gemeinde der Erstgeborenen, welche „die Erstlinge des Geistes“ haben. (Hebr. 12,23; Röm. 8,23; Jak. 1,18.)

Hebräer 12,23 -- und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten / Römer 8,23 -- 23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. / Jakobus 1,18 -- Er hat uns gezeugt nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen.

Diese Sammlung der erlösten Brautgemeinde schreitet, wie wir wissen, seit jenem Pfingsttage, da der Heilige Geist herniederkam, fort. Täglich werden unserem großen Heiland noch neue Seelen gewonnen durch die Machtwirkungen der göttlichen Gnade - durch die Arbeit des Geistes Gottes und der in Wahrheit von Ihm erfüllten Werkzeuge! [Lies Ps. 2,1-5.10-12; Hebr. 2,2.3; 12,25.]

Psalm 2,1-5.10-12 -- 1 Warum toben die Heiden, und die Völker reden so vergeblich? 2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HERRN und seinen Gesalbten: 3 "Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile!" 4 Aber der im Himmel wohnt, lacht ihrer, und der HERR spottet ihrer. 5 Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. (...) 10 So lasset euch nun weisen, ihr Könige, und lasset euch züchtigen, ihr Richter auf Erden! 11 Dient dem HERRN mit Furcht und freut euch mit Zittern! 12 Küßt den Sohn, daß er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen! / Hebräer 2,2.3-- 2 Denn so das Wort festgeworden ist, das durch die Engel geredet ist, und eine jegliche Übertretung und jeder Ungehorsam seinen rechten Lohn empfangen hat, 3 wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? welche, nachdem sie zuerst gepredigt ist durch den HERRN, auf uns gekommen ist durch die, so es gehört haben; / Hebräer 12,25 -- Sehet zu, daß ihr den nicht abweiset, der da redet. Denn so jene nicht entflohen sind, die ihn abwiesen, da er auf Erden redete, viel weniger wir, so wir den abweisen, der vom Himmel redet

(Donnerstag, 30. August 1934)

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