BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

1. EXKURS: Das Gesetz im Licht unseres Lebens in Christus (Römer 7,1-8,2)

a) Durch den Leib Christi sind wir vom Gesetz frei geworden und dem Gesetz abgestorben. (Römer 7,1-6)


RÖMER 7,1-6

1 Wisset ihr nicht, liebe Brüder (denn ich rede mit solchen, die das Gesetz wissen), daß das Gesetz herrscht über den Menschen solange er lebt? 2 Denn ein Weib, das unter dem Manne ist, ist an ihn gebunden durch das Gesetz, solange der Mann lebt; so aber der Mann stirbt, so ist sie los vom Gesetz, das den Mann betrifft. 3 Wo sie nun eines andern Mannes wird, solange der Mann lebt, wird sie eine Ehebrecherin geheißen; so aber der Mann stirbt, ist sie frei vom Gesetz, daß sie nicht eine Ehebrecherin ist, wo sie eines andern Mannes wird. 4 Also seid auch ihr, meine Brüder, getötet dem Gesetz durch den Leib Christi, daß ihr eines andern seid, nämlich des, der von den Toten auferweckt ist, auf daß wir Gott Frucht bringen. 5 Denn da wir im Fleisch waren, da waren die sündigen Lüste, welche durchs Gesetz sich erregten, kräftig in unsern Gliedern, dem Tode Frucht zu bringen. 6 Nun aber sind wir vom Gesetz los und ihm abgestorben, das uns gefangenhielt, also daß wir dienen sollen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens.

Da wir im 20. Kapitel des zweiten Buches Mose nun an das Gesetz kommen, ist für uns die Frage von größter Bedeutung: Welche Stellung nimmt nach der Heiligen Schrift der wahre Gläubige dem Gesetz gegenüber ein? – Auf diese Frage gibt der Apostel Paulus in Römer 7 und 8 eine klare und umfassende Antwort. Wir glauben deshalb unseren Lesern wesentlich zum Verständnis von 2. Mose 19 und 20 zu helfen, wenn wir einige Betrachtungen über Römer 7 und 8 hier einfügen. – Die römische Christengemeinde bestand zum größten Teil aus bekehrten Juden, so daß die meisten das Gesetz und seine Forderungen kannten. Sie alle wußten, daß das Gesetz Macht hat über den Menschen, solange er lebt. Ja, den Juden begleitete sein unsterbliches und allgegenwärtiges Gesetz, wie ihn sein Gott begleitet – bis an die Enden der Erde und bis ans Ende seines Lebens! (Lies Psalm 139,7-12!)

Psalm 139,7-12 -- 7 Wo soll ich hin gehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin fliehen vor deinem Angesicht? 8 Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. 9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, 10 so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten. 11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken! so muß die Nacht auch Licht um mich sein. 12 Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht.

Um dies an einem Beispiel klarzumachen, greift der Apostel das Gesetz der Ehe heraus. Solange Mann und Frau leben, ist dieses göttliche Gesetz bindend für sie; es bindet sie unlöslich aneinander: „Es werden die zwei ein Fleisch sein!“ – Gott Selbst hat die heilige Ehe gestiftet. Jesus spricht: „Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden!“ – Heute muß dieses Wort wie mit Posaunen in das Herz und Gewissen der Menschen hineingerufen werden; die Menschen müssen aus ihrer Schuld und Gottesferne – aus ihrer Sünde und Verstocktheit aufgerüttelt werden. Denn wie wird doch gerade dieses Gebot heute mit Füßen getreten!! – Die Menschen zertrümmern ihr Glück und machen ihr Leben zum Verderben durch ihren Ungehorsam und Frevel auf diesem Gebiet. Verläßt eine Frau ihren Mann, um sich mit einem anderen zu verbinden, läßt ein Ehemann sich mit einer anderen ein, so ist das einfach Ehebruch – eine der Sünden, welche Gott am allerschwersten heimsucht und welche auch das menschliche Gewissen aufs schwerste verurteilt! [Lies 1. Korinther 6,12-18; 1. Petrus 2,11.12]

1. Korinther 6,12-18 -- 12 Ich habe alles Macht; es frommt aber nicht alles. Ich habe alles Macht; es soll mich aber nichts gefangen nehmen. 13 Die Speise dem Bauche und der Bauch der Speise; aber Gott wird diesen und jene zunichte machen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem HERRN, und der HERR dem Leibe. 14 Gott aber hat den HERRN auferweckt und wird uns auch auferwecken durch seine Kraft. 15 Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Christi Glieder sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne! 16 Oder wisset ihr nicht, daß, wer an der Hure hangt, der ist ein Leib mit ihr? Denn "es werden", spricht er, "die zwei ein Fleisch sein." 17 Wer aber dem HERRN anhangt, der ist ein Geist mit ihm. 18 Fliehet der Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, sind außer seinem Leibe; wer aber hurt, der sündigt an seinem eigenen Leibe. / 1. Petrus 2,11.12 -- 11 Liebe Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, 12 und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übeltätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird.

Denn die Heiligkeit und Unantastbarkeit der Ehe gehört zu den Grundgesetzen, die der Schöpfer uns Menschen gegeben hat. [Lies Matthäus 19,3-6]

Matthäus 19,3-6 -- 3 Da traten zu ihm die Pharisäer, versuchten ihn und sprachen zu ihm: Ist's auch recht, daß sich ein Mann scheide von seinem Weibe um irgendeine Ursache? 4 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß, der im Anfang den Menschen gemacht hat, der machte, daß ein Mann und ein Weib sein sollte, 5 und sprach: "Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und werden die zwei ein Fleisch sein"? 6 So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

Liebes Gotteskind, ist dein Herz und Leben schon tiefgehend gereinigt auf sittlichem Gebiet? – Doch dies nur im Vorübergehen! Paulus greift das Ehegesetz heraus, um überhaupt an demselben die bindende Macht des göttlichen Gesetzes über den Mensch während seiner ganzen Lebzeit aufzuzeigen: Nur der Tod hebt diese bindende Macht auf! – Welche Gnade ist es doch, wenn Gott dein Herz schon neugeschaffen hat in unserem Herrn Jesus Christus! – Paulus schreibt den Galatern: „Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt! Denn weder Beschnittensein noch Nicht-Beschnittensein (wir würden heute sagen: Weder Getauft- und Konfirmiertsein noch Ungetauftsein) hat einen Wert; man muß eine neue Schöpfung im Herrn Jesus geworden sein!“

(Mittwoch, 30. Mai 1934)

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