BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 090 (Der HERR ließ das Meer zurückweichen, die Israeliten gingen trocken hindurch, und die Ägypter kamen darin um)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
B. GERICHT über Ägypten und RETTUNG Israels (2. Mose 7-14)

22. Der HERR ließ das Meer zurückweichen, die Israeliten gingen trocken hindurch, und die Ägypter kamen darin um (2. Mose 14,21-15,2)


2. MOSE 14,29-15,2

29 Aber die Kinder Israel gingen trocken mitten durchs Meer; und das Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur Linken. 30 Also half der HERR Israel an dem Tage von der Ägypter Hand. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres 31 und die große Hand, die der HERR an den Ägyptern erzeigt hatte. Und das Volk fürchtete den HERRN, und sie glaubten ihm und seinem Knecht Mose. ... 15,2 Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen; er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben.

Noch einmal wird der Gegensatz betont zwischen dem Geschick Ägyptens und dem Geschick Israels. Was für die Ägypter der Untergang war, war Schutz und Rettung für die Kinder Israel gewesen: „Die Meereswasser waren für Israel eine Mauer zur Rechten und zur Linken!“ - Lautere Kinder Gottes müssen es verstehen lernen, daß der Herr sie tatsächlich beständig durch Anfechtungen, Nöte und schwierige Lagen führt, die der natürliche Mensch überhaupt nicht ertragen und aushalten könnte! Was für diesen den Untergang bedeutet, ist in Gottes heiliger Erziehungsschule für den neuen Menschen Schutzmauer, Förderung und schließlich Erfahrung der Herrlichkeit Gottes. V. 30: „So rettete der Herr Israel an diesem Tage aus der Hand der Ägypter. Und Israel sah am anderen Morgen die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen. Und Israel erkannte die mächtige Hand, mit welcher der Herr Sich an den Ägyptern erwiesen hatte!“ Welch ein wunderbarer Sieg und Triumph: „Gott ließ Sein Volk aus Ägypten wegziehen gleich Schafen und leitete sie gleich einer Herde in der Wüste. Er führte sie sicher, so daß sie sich nicht fürchteten; und ihre Feinde bedeckte das Meer!“ (Lies Ps. 66,6.7; Jes. 43,1-4; 51,10.)

Psalm 66,6.7 -- 6 Er verwandelt das Meer ins Trockene, daß man zu Fuß über das Wasser ging; dort freuten wir uns sein. 7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich; seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen werden sich nicht erhöhen können. (Sela.) / Jesaja 43,1-4 -- 1 Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! 2 Denn so du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht sollen ersäufen; und so du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen. 3 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige in Israel, dein Heiland. Ich habe Ägypten für dich als Lösegeld gegeben, Mohren und Seba an deine Statt. 4 Weil du so wert bist vor meinen Augen geachtet, mußt du auch herrlich sein, und ich habe dich lieb; darum gebe ich Menschen an deine Statt und Völker für deine Seele. ... 51,10 Bist du es nicht, der das Meer, der großen Tiefe Wasser, austrocknete, der den Grund des Meeres zum Wege machte, daß die Erlösten dadurchgingen?

Ja, Gott ließ Seinen herrlichen Arm zur Rechten Moses einherziehen und spaltete die Wasser vor ihm her, um sich einen ewigen Namen zu machen. Also hast Du Dein Volk geleitet, um Dir einen herrlichen Namen zu machen!“ [Lies Jes. 63,7-14.]

Jesaja 63,7-14 -- 7 Ich will der Gnade des HERRN gedenken und des Lobes des HERRN in allem, was uns der HERR getan hat, und in der großen Güte an dem Hause Israel, die er ihnen erzeigt hat nach seiner Barmherzigkeit und großen Gnade. 8 Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Kinder, die nicht falsch sind. Darum war er ihr Heiland. 9 Wer sie ängstete, der ängstete ihn auch; und der Engel seines Angesichts half ihnen. Er erlöste sie, darum daß er sie liebte und ihrer schonte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her. 10 Aber sie erbitterten und entrüsteten seinen heiligen Geist; darum ward er ihr Feind und stritt wider sie. 11 Und sein Volk gedachte wieder an die vorigen Zeiten, an Mose: "Wo ist denn nun, der sie aus dem Meer führte samt dem Hirten seiner Herde? Wo ist, der seinen heiligen Geist unter sie gab? 12 der Mose bei der rechten Hand führte durch seinen herrlichen Arm? der die Wasser trennte vor ihnen her, auf daß er sich einen ewigen Namen machte? 13 der sie führte durch die Tiefen wie die Rosse in der Wüste, die nicht straucheln? 14 Wie das Vieh ins Feld hinabgeht, brachte der Geist des HERRN sie zur Ruhe; also hast du dein Volk geführt, auf daß du dir einen herrlichen Namen machtest."

„Und das Volk Israel fürchtete den Herrn, und sie glaubten an den Herrn und an Mose (als) Seinen Knecht!“ - War schon der Auszug aus Ägypten ein wundervoller Augenblick der Krönung des Glaubens und des Gehorsams für Mose, so steht dieser große Diener Gottes hier auf dem Höhepunkt herrlichen Erlebens, das Siegel Gottes an seiner Stirn! Er stimmt den Lobgesang für Gott an, und das ganze Volk stimmt mit ein in das Lied der Erlösung! Aber obwohl dies letztere der Fall ist, sagt Mose doch „Ich“ und nicht „wir“: „Singen will ich dem Herrn; denn hoch erhaben ist Er; Roß und Reiter hat Er ins Meer gestürzt. Meine Stärke und mein Gesang ist der Herr; denn Er ist mir zur Rettung geworden! Ja, Er ist mein Gott, und ich will Ihn verherrlichen - meines Vaters Gott, und ich will Ihn erheben!“ - Wir werden im Blick auf Moses erinnert an das Wort: „Das Herz kennt allein seine schmerzlichen Erlebnisse, und auch in seine Freude kann sich kein Fremder mischen!“ -- Mit wie wenig oder wie viel Kraft und Tiefe ich sagen kann: „Mein Gott!“ das hängt ganz davon ab, ob und inwieweit ich schon wirkliche persönliche Erlebnisse und Erfahrungen gemacht habe mit Ihm und wie nahe ich Ihm stehe! (Lies Ps. 31,7.8 [Luth. 8.9].)

Psalm 31,8.9 -- 8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, daß du mein Elend ansiehst und erkennst meine Seele in der Not 9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Als das Volk Israel diese große Rettung seines Gottes erlebte - die wunderbare Macht des Herrn schaute, die sich an ihren Feinden erweisen hatte, da kam eine tiefe Ehrfurcht Ihm gegenüber in ihr Herz, und ihr Vertrauen wurde fest und stark. die Schrift sagt: „Es ist gut, daß das Herz durch Gnade fest werde!“ - Tiefe Ehrfurcht und starkes, zuversichtliches Vertrauen unserem Gott gegenüber - beides wird von uns gefordert; beides ehrt Gott und macht unser Leben fruchtbringend und glückselig! [Lies Spr. 10,27-32; 23,17.]

Sprüche 10,27-32 -- 27 Die Furcht des HERRN mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt. 28 Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein. 29 Der Weg des HERRN ist des Frommen Trotz; aber die Übeltäter sind blöde. 30 Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben. 31 Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber die Zunge der Verkehrten wird ausgerottet. 32 Die Lippen der Gerechten lehren heilsame Dinge; aber der Gottlosen Mund ist verkehrt. / Sprüche 23,17 -- Dein Herz folge nicht den Sündern, sondern sei täglich in der Furcht des HERRN.

(Mittwoch, 4. April 1934)

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