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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 004 (Der erwachsene Mose erschlägt einen Ägypter und sein Verbrechen wird entdeckt)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
A. Die NOT Israels in Ägypten (2. Mose 1-6)

4. Der erwachsene Mose erschlägt einen Ägypter und sein Verbrechen wird entdeckt (2. Mose 2,11-15a)


2. MOSE 2,11-14

11 Zu den Zeiten, da Mose war groß geworden, ging er aus zu seinen Brüdern und sah ihre Last und ward gewahr, daß ein Ägypter schlug seiner Brüder, der Hebräischen, einen. 12 Und er wandte sich hin und her, und da er sah, daß kein Mensch da war, erschlug er den Ägypter und scharrte ihn in den Sand. 13 Auf einen andern Tag ging er auch aus und sah zwei hebräische Männer sich miteinander zanken und sprach zu dem Ungerechten: Warum schlägst du deinen Nächsten? 14 Er aber sprach: Wer hat dich zum Obersten oder Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch erwürgen, wie du den Ägypter erwürgt hast? Da fürchtete sich Mose und sprach: Wie ist das laut geworden?

Als Mose 40 Jahre alt war, kam mitten im Glanz des Königshofes in seinem Herzen – von Gott gewirkt – das Verlangen auf, nach seinen verachteten Volksgenossen zu schauen! Ohne irgend etwas im Palast merken zu lassen, entfernte sich Mose und suchte die Stätte auf, wo die Israeliten ihrer schweren Fronarbeit oblagen. Voll Mitgefühl sah er ihnen zu – sah, wie schwer sie sich mühten - wie grausam sie behandelt wurden. Ein heiliger Ingrimm erfaßter ihn! Fortan trieb es ihn immer wieder hin zu den Stätten der Mühe und des Leidens seiner Brüder. – Eines Tages traf es sich, daß an einem einsamen Platz ein Israeli durch einen Ägypter gequält und ungerecht behandelt wurde. Da hielt es Mose nicht länger zurück. Schnell schaute er sich um, und da niemand weiter im Umkreis war, erschlug er den Ägypter um seinen Volksgenossen aus seiner Hand zu befreien, und verscharrte ihn im Sand. „Er meinte, seine Brüder würden verstehen, daß Gott durch seine Hand ihnen Rettung gäbe!“ (Apgesch. 7,22-25.)

Apostelgeschichte 7,22-25 -- 22 Und Moses ward gelehrt in aller Weisheit der Ägypter und war mächtig in Werken und Worten. 23 Da er aber vierzig Jahre alt ward, gedachte er zu sehen nach seinen Brüdern, den Kindern von Israel. 24 Und sah einen Unrecht leiden; da stand er bei und rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter. 25 Er meinte aber, seine Brüder sollten's verstehen, daß Gott durch seine Hand ihnen Heil gäbe; aber sie verstanden's nicht.

Wohl war es Liebe und Glaube, von Gott gewirkt, die sein Herz trieben. Er sah in seinen Brüdern nach dem Fleische das Volk Gottes, und mit diesem sich eins zumachen, war sein Begehren. – Menschliche Klugheit hätte es für ratsam gehalten, die hohe Stellung am Hofe des Pharaos zu wahren und von hier aus Israel einige Erleichterung zu erwirken! Der Glaube dagegen veranlaßte Mose, seine Stellung aufs Spiel zu setzen. Er wollte nicht Israel von obenher begünstigen, sondern sein ganzes Herz drängte ihn, sich mit dem Volke Gottes einszumachen – dessen Leiden, dessen Schmach und Verachtung zu teilen. (Lies Hebr. 11,24-26.)

Hebräer 11,24-26 -- 24 Durch den Glauben wollte Mose, da er groß ward, nicht mehr ein Sohn heißen der Tochter Pharaos, 25 und erwählte viel lieber, mit dem Volk Gottes Ungemach zu leiden, denn die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben, 26 und achtete die Schmach Christi für größern Reichtum denn die Schätze Ägyptens; denn er sah an die Belohnung.

Schneller als er gedacht, kam es zu einem völligen Bruch mit der Prinzessin, seiner Pflegemutter - zum Abbruch der Beziehungen zum Hofe Pharaos! Die rasche Tat, die Tötung des Ägypters, führte den Bruch herbei. – Diese Tat des Mose war ein merkwürdiges Gemisch, und es war nur gut für ihn, daß Gott das Herz ansieht. – Gott wertete seinen lebendigen Glauben, der in den unterdrückten Sklaven das erwählte Volk Gottes erkannte und sie als seine Brüder liebte und befreien wollte. Doch wie stark mischte sich eigener Drang in dieses Tun, obwohl das Wort Gottes es als eine Handlung zu Befreiung eines Gliedes des Volkes Gottes anerkennt! – Moses zeigt hier, daß sein heftiger Charakter ihn jetzt noch unfähig macht, das Werkzeug in Gottes Hand zu sein, das er einmal werden soll! Gottes Stunde zur Rettung Israels war noch nicht gekommen. Israels Not mußte erst noch höher steigen, und Moses mußte erst noch lange und tief geläutert werden, ehe er imstande war, der Retter und Führer Israels aus der Sklaverei Ägyptens zu werden. [Lies Hebr. 12,1-15.]

Hebräer 12,1-15 -- 1 Darum wir auch, dieweil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist. 2 und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten auf den Stuhl Gottes. 3 Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Mut matt werdet und ablasset. 4 Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden in den Kämpfen wider die Sünde 5 und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet als zu Kindern: "Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des HERRN und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. 6 Denn welchen der HERR liebhat, den züchtigt er; und stäupt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt." 7 So ihr die Züchtigung erduldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8 Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sind alle teilhaftig geworden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. 9 Und so wir haben unsre leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt und sie gescheut, sollten wir denn nicht viel mehr untertan sein dem Vater der Geister, daß wir leben? 10 Denn jene haben uns gezüchtigt wenig Tage nach ihrem Dünken, dieser aber zu Nutz, auf daß wir seine Heiligung erlangen. 11 Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. 12 Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee 13 und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. 14 Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den HERRN sehen, 15 und sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch dieselbe verunreinigt werden;

Schon seine Unsicherheit – „er wandte sich hierhin und dorthin!“ – lieferte den Beweis, daß Sein Auftreten der göttlichen Vollmacht entbehrte. Wer im Auftrage Gottes handelt, braucht sich nicht voll Menschenfurcht umzuschauen; ihm gilt das Wort des Herrn: „Du aber gürte deine Lenden und mache dich auf und rede zu ihnen alles, was Ich dir gebieten werde. Verzage nicht vor ihnen, damit Ich dich nicht vor ihnen verzagt mache!“ (Jer. 1,17-19.)

Jeremia 1,17-19 -- 17 So begürte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen alles, was ich dich heiße. Erschrick nicht vor ihnen, auf daß ich dich nicht erschrecke vor ihnen; 18 denn ich will dich heute zur festen Stadt, zur eisernen Säule, zur ehernen Mauer machen im ganzen Lande, wider die Könige Juda's, wider ihre Fürsten, wider ihre Priester, wider das Volk im Lande, 19 daß, wenn sie gleich wider dich streiten, sie dennoch nicht sollen wider dich siegen; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dich errette.

(Freitag, 5. Januar 1934)

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