BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 683 ( Josef gibt den Brüdern Geschenke, besonders viele für seinen Bruder Benjamin und für seinen Vater )
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

35. Josef gibt den Brüdern Geschenke, besonders viele für seinen Bruder Benjamin und für seinen Vater (1. Mose 45,21-24)


1. MOSE 45,21-24

21 Die Kinder Israels taten also. Und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl Pharaos und Zehrung auf den Weg 22 und gab ihnen allen, einem jeglichem, ein Feierkleid; aber Benjamin gab er dreihundert Silberlinge und fünf Feierkleider. 23 Und seinem Vater sandte er dabei zehn Esel, mit Gut aus Ägypten beladen, und zehn Eselinnen mit Getreide und Brot und Speise seinem Vater auf den Weg. 24 Also ließ er seine Brüder von sich, und sie zogen hin; und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege

MATTHÄUS 5,9

Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Mit reichen Gaben entließ Joseph nun seine Brüder. Wie Pharao geboten, so hatte er getan. Jedem der Brüder hatte er ein Feierkleid gegeben, Benjamin sogar fünf Feierkleider und dreihundert Silberlinge. Seinem Vater sandte er zehn Esel, mit dem Besten Ägyptens beladen, und zehn Eselinnen mit Getreide und allerlei Speisevorräten für die Reise. Das konnte wirklich eine fröhliche Heimreise sein. Und doch waren die Herzen der Brüder nicht ganz leicht und froh. Es stand ihnen ja eines bevor: Sie mußten dem Vater bekennen, wie schmählich sie ihn einst belogen und was sie an Joseph vor vielen Jahren begangen hatten. Darum gab Joseph ihnen als Letztes noch die Mahnung mit: „Erzürnet euch nicht auf dem Wege“ oder „Zanket nicht miteinander auf dem Wege!“ Ein solcher Streit hätte leicht unter ihnen ausbrechen können, denn sie waren ja nicht alle in gleichem Maß schuldig an der an Joseph begangenen Missetat. Ruben und die anderen hätten Juda und Simeon Vorwürfe machen können. – Außerdem war Benjamin auch dieses Mal wieder in so besonderer Weise ausgezeichnet worden, und darin konnten sie einen Anlaß finden, ihn zu beneiden. Joseph wollte unter allen Umständen solche Möglichkeiten schon von vornherein unterbinden. Die Brüder hatten so viel Grund zur Freude und Dankbarkeit, und dies durfte durch nichts gestört werden! (Lies Psalm 133,1-3; Kol. 3,12-15.)

Psalm 133,1-3 -- 1 Ein Lied Davids im höhern Chor. Siehe, wie fein und lieblich ist's, daß Brüder einträchtig beieinander wohnen! 2 wie der köstliche Balsam ist, der von Aarons Haupt herabfließt in seinen ganzen Bart, der herabfließt in sein Kleid, 3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions. Denn daselbst verheißt der HERR Segen und Leben immer und ewiglich. / Kolosser 3,12-15 -- 12 So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und vertrage einer den andern und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. 14 Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 15 Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe; und seid dankbar!

Auch wir wollen Josephs letzte Mahnung zu Herzen nehmen: Wenn zum Beispiel in einer Familie ein verkehrter Weg eingeschlagen worden ist und dies stellt sich hernach heraus, so möchte wohl jedes gern die Schuld von sich abwälzen und auf die anderen schieben. Das ist aber nicht der Weg des Herrn. Als einst das Schiff, mit dem der Apostel Paulus nach Rom gebracht werden sollte, in große Seenot geriet, betonte er allerdings, daß man seinen Vorschlag nicht hätte abweisen, sondern befolgen sollen. Damit wollte er aber den Mitfahrenden keinen Vorwurf machen, sondern sie ermutigen, nun dem großen Gott zu vertrauen, der auch jetzt ihr Geschick noch zum Besten wenden konnte. [Lies Apg. 27,9-44.]

Apostelgeschichte 27,9-44 -- 9 Da nun viel Zeit vergangen war und nunmehr gefährlich war zu schiffen, darum daß auch das Fasten schon vorüber war, vermahnte sie Paulus 10 und sprach zu ihnen: Liebe Männer, ich sehe, daß die Schiffahrt will mit Leid und großem Schaden ergehen, nicht allein der Last und des Schiffes sondern auch unsers Lebens. 11 Aber der Unterhauptmann glaubte dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr denn dem, was Paulus sagte. 12 Und da die Anfurt ungelegen war, zu überwintern, bestanden ihrer das mehrere Teil auf dem Rat, von dannen zu fahren, ob sie könnten kommen gen Phönix, zu überwintern, welches ist eine Anfurt an Kreta gegen Südwest und Nordwest. 13 Da aber der Südwind wehte und sie meinten, sie hätten nun ihr Vornehmen, erhoben sie sich und fuhren näher an Kreta hin. 14 Nicht lange aber darnach erhob sich wider ihr Vornehmen eine Windsbraut, die man nennt Nordost. 15 Und da das Schiff ergriffen ward und konnte sich nicht wider den Wind richten, gaben wir's dahin und schwebten also. 16 Wir kamen aber an eine Insel, die heißt Klauda; da konnten wir kaum den Kahn ergreifen. 17 Den hoben wir auf und brauchten die Hilfe und unterbanden das Schiff; denn wir fürchteten, es möchte in die Syrte fallen, und ließen die Segel herunter und fuhren also. 18 Und da wir großes Ungewitter erlitten, taten sie des nächsten Tages einen Auswurf. 19 Und am dritten Tage warfen wir mit unseren Händen aus die Gerätschaft im Schiffe. 20 Da aber an vielen Tagen weder Sonne noch Gestirn erschien und ein nicht kleines Ungewitter uns drängte, war alle Hoffnung unsres Lebens dahin. 21 Und da man lange nicht gegessen hatte, trat Paulus mitten unter sie und sprach: Liebe Männer, man solltet mir gehorcht haben und nicht von Kreta aufgebrochen sein, und uns dieses Leides und Schadens überhoben haben. 22 Und nun ermahne ich euch, daß ihr unverzagt seid; denn keines Leben aus uns wird umkommen, nur das Schiff. 23 Denn diese Nacht ist bei mir gestanden der Engel Gottes, des ich bin und dem ich diene, 24 und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus! du mußt vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir schiffen. 25 Darum, liebe Männer, seid unverzagt; denn ich glaube Gott, es wird also geschehen, wie mir gesagt ist. 26 Wir müssen aber anfahren an eine Insel. 27 Da aber die vierzehnte Nacht kam, daß wir im Adria-Meer fuhren, um die Mitternacht, wähnten die Schiffsleute, sie kämen etwa an ein Land. 28 Und sie senkten den Bleiwurf ein und fanden zwanzig Klafter tief; und über ein wenig davon senkten sie abermals und fanden fünfzehn Klafter. 29 Da fürchteten sie sich, sie würden an harte Orte anstoßen, und warfen hinten vom Schiffe vier Anker und wünschten, daß es Tag würde. 30 Da aber die Schiffsleute die Flucht suchten aus dem Schiffe und den Kahn niederließen in das Meer und gaben vor, sie wollten die Anker vorn aus dem Schiffe lassen, 31 sprach Paulus zu dem Unterhauptmann und zu den Kriegsknechten: Wenn diese nicht im Schiffe bleiben, so könnt ihr nicht am Leben bleiben. 32 Da hieben die Kriegsknechte die Stricke ab von dem Kahn und ließen ihn fallen. 33 Und da es anfing licht zu werden, ermahnte sie Paulus alle, daß sie Speise nähmen, und sprach: Es ist heute der vierzehnte Tag, daß ihr wartet und ungegessen geblieben seid und habt nichts zu euch genommen. 34 Darum ermahne ich euch, Speise zu nehmen, euch zu laben; denn es wird euer keinem ein Haar von dem Haupt entfallen. 35 Und da er das gesagt, nahm er das Brot, dankte Gott vor ihnen allen und brach's und fing an zu essen. 36 Da wurden sie alle gutes Muts und nahmen auch Speise. 37 Unser waren aber alle zusammen im Schiff zweihundert und sechundsiebzig Seelen. 38 Und da sie satt geworden, erleichterten sie das Schiff und warfen das Getreide in das Meer. 39 Da es aber Tag ward, kannten sie das Land nicht; einer Anfurt aber wurden sie gewahr, die hatte ein Ufer; dahinan wollten sie das Schiff treiben, wo es möglich wäre. 40 Und sie hieben die Anker ab und ließen sie dem Meer, lösten zugleich die Bande der Steuerruder auf und richteten das Segel nach dem Winde und trachteten nach dem Ufer. 41 Und da wir fuhren an einen Ort, der auf beiden Seiten Meer hatte, stieß sich das Schiff an, und das Vorderteil blieb feststehen unbeweglich; aber das Hinterteil zerbrach von der Gewalt der Wellen. 42 Die Kriegsknechte aber hatten einen Rat, die Gefangenen zu töten, daß nicht jemand, so er ausschwömme, entflöhe. 43 Aber der Unterhauptmann wollte Paulus erhalten und wehrte ihrem Vornehmen und hieß, die da schwimmen könnten, sich zuerst in das Meer lassen und entrinnen an das Land, 44 die andern aber etliche auf Brettern, etliche auf dem, das vom Schiff war. Und also geschah es, daß sie alle gerettet zu Lande kamen.

(Samstag, 16. Januar 1954)

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