BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 665 ( Josef stellt seinen Brüdern eine Falle: Er schmuggelt seinen Becher in Benjamins Sack und bezichtigt ihn des Diebstahls )
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

29. Josef stellt seinen Brüdern eine Falle: Er schmuggelt seinen Becher in Benjamins Sack und bezichtigt ihn des Diebstahls (1. Mose 44,1-16)


1. MOSE 44,1-11

1 Und Joseph befahl seinem Haushalter und sprach: Fülle den Männern ihre Säcke mit Speise, soviel sie führen können, lege jeglichem sein Geld oben in seinen Sack; 2 und meinen silbernen Becher lege oben in des Jüngsten Sack mit dem Gelde für das Getreide. Der tat, wie ihm Joseph gesagt hatte. 3 Des Morgens, da es licht ward, ließen sie die Männer ziehen mit ihren Eseln. 4 Da sie aber zur Stadt hinaus waren und nicht ferne gekommen, sprach Joseph zu seinem Haushalter: Auf jage den Männern nach! und wenn du sie ereilst, so sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten? 5 Ist's nicht das, daraus mein Herr trinkt und damit er weissagt? Ihr habt übel getan. 6 Und als er sie ereilte, redete er mit ihnen solche Worte. 7 Sie antworteten ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Es sei ferne von deinen Knechten, ein solches zu tun. 8 Siehe, das Geld, das wir fanden oben in unsern Säcken, haben wir wiedergebracht zu dir aus dem Lande Kanaan. Und wie sollten wir denn aus deines Herrn Hause gestohlen haben Silber und Gold? 9 Bei welchem er gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des Todes; dazu wollen auch wir meines Herrn Knechte sein. 10 Er sprach: Ja, es sei, wie ihr geredet habt. Bei welchem er gefunden wird, der sei mein Knecht; ihr aber sollt ledig sein. 11 Und sie eilten, und ein jeglicher legte seinen Sack ab auf die Erde, und ein jeglicher tat seinen Sack auf.

SPRÜCHE 17,13

Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird Böses nicht lassen.

Noch eine letzte Prüfung verhängte Joseph über seine Brüder. Davon, daß sie sich nicht an Benjamin wie einst an ihm äußerlich vergriffen, hatte er sich überzeugt. Doch nun wollte er auch noch sehen, ob ihr hartes, gefühlloses Herz, das einst den Vater in so tiefe Trauer brachte, nunmehr wirklich gebrochen und zu einer ähnlichen Tat nicht mehr fähig war. Diese seelsorgerliche Weisheit, mit welcher Joseph seine natürlichen Gefühle bemeisterte, um Gottes Weg mit den Brüdern zu ihrem Besten zu gehen, ist bewunderungswürdig. Gegen Schluß des Mahles ließ Joseph durch seinen Haushalter die Säcke der Brüder von neuem mit Getreide füllen, soviel dieselben fassen konnten. Das Geld eines jeden sollte er wieder oben hineinlegen, in Benjamins Sack aber dazu noch seinen silbernen Becher. Daraufhin wurden sie am Morgen mit ihren Eseln entlassen. Kaum aber waren sie zur Stadt hinaus, da gebot Joseph seinem Hausverwalter, den Männern nachzueilen, sie einzuholen und ihnen zu sagen: „Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten!“ Der Haushalter führte seinen Auftrag sofort aus. Es war natürlich ein Schrecken für die Brüder, als sie die Botschaft vernahmen, und im Gefühl ihrer Unschuld erwiderten sie: „Warum redet mein Herr solche Worte zu deinen Knechten. Fern sei es von uns, eine solche Sache zu tun.“ [Lies Ps. 119. 23. 24; vgl. Hiob 31, 5. 6; Spr. 28, 26.]

Psalm 119.23.24 -- 23 Es sitzen auch die Fürsten und reden wider mich; aber dein Knecht redet von deinen Rechten. 24 Ich habe Lust zu deinen Zeugnissen; die sind meine Ratsleute. / Hiob 31,5.6 -- 5 Habe ich gewandelt in Eitelkeit, oder hat mein Fuß geeilt zum Betrug? 6 So wäge man mich auf der rechten Waage, so wird Gott erfahren meine Unschuld. / Sprüche 28,26 -- 26 Wer sich auf sein Herz verläßt, ist ein Narr; wer aber mit Weisheit geht, wird entrinnen.

Sie waren so gewiß in ihrer Redlichkeit, daß sie fortfuhren: „Bei welchem der Becher gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des Todes schuldig!“ Mit reinem Gewissen stellten sie ihr Gepäck vor den Verwalter Josephs hin, damit er alles durchsuchen könne. – Wer sich schuldlos weiß und ein gutes Gewissen hat, der wird stets auch furchtlos sein. Es ist ja das Kennzeichen von uns Kindern Gottes, daß wir stets ein gutes Gewissen haben sollen vor Gott und vor jedermann. Hast du es heute auch? [Lies Apg. 24, 16; 23, 1; 1. Tim. 1, 19. 20.]

Apostelgeschichte 24,16 -- 16 Dabei aber übe ich mich, zu haben ein unverletzt Gewissen allenthalben, gegen Gott und die Menschen. / Apostelgeschichte 23,1 -- Paulus aber sah den Rat an und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, ich habe mit allem guten Gewissen gewandelt vor Gott bis auf diesen Tag. / 1. Timotheus 1,19.20 -- 19 und habest den Glauben und gutes Gewissen, welches etliche von sich gestoßen und am Glauben Schiffbruch erlitten haben; 20 unter welchen ist Hymenäus und Alexander, welche ich habe dem Satan übergeben, daß sie gezüchtigt werden, nicht mehr zu lästern

(Montag, 2. November 1953)

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