BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

5. Josefs Brüder belügen ihren Vater und täuschen seinen Tod vor. Josef wird in Ägypten an einen Beamten Pharaos verkauft (1. Mose 37,29 - 36)


1. MOSE 37,29-35

29 Als nun Ruben wieder zur Grube kam und fand er Joseph nicht darin, zerriß er sein Kleid 30 und kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht da! Wo soll ich hin? 31 Da nahmen sie Josephs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut 32 und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob's deines Sohnes Rock sei oder nicht. 33 Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Joseph zerrissen. 34 Und Jakob zerriß sein Kleider und legte einen Sack um seine Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit. 35 Und alle seine Söhne und Töchter traten auf, daß sie ihn trösteten; aber er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid hinunterfahren in die Grube zu meinem Sohn. Und sein Vater beweinte ihn.

1. KORINTHER 15,33.34

33 Lasset euch nicht verführen! Böse Geschwätze verderben gute Sitten. 34 Werdet doch einmal recht nüchtern und sündigt nicht! Denn etliche wissen nichts von Gott; das sage ich euch zur Schande.

Als Ruben wieder zur Grube kam, um seinen Bruder heimlich zu retten, fand er ihn nicht mehr. Es wurde ihm nur zu klar, daß seine klug eingefädelte Berechnung nichts genutzt hatte. Was sollte er nun dem Vater sagen? Wie sollte er dessen Enttäuschung beschwichtigen? Würde er selbst je für sein eigenes Inneres wieder Frieden finden können? Wahrlich, wir erleben es immer wieder: Wer der Sünde nicht ganz energisch absagt – wer ihr auch nur den kleinen Finger gibt, den packt sie ganz! Der Herr schenke uns doch allezeit klare Augen, daß wir die Anschläge Satans rechtzeitig und völlig durchschauen und in der Kraft des Herrn überwinden! (Lies Röm. 12,21; 3. Joh. 11; Ps. 52,1–5; [Luther 52,1–6].)

Römer 12,21 -- Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. / 3. Johannes 11 -- Mein Lieber, folge nicht nach dem Bösen, sondern dem Guten. Wer Gutes tut, der ist von Gott; wer Böses tut, der sieht Gott nicht. / Psalm 52,1-6 -- 1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen; 2 da Doeg, der Edomiter, kam und sagte Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen. 3 Was trotzest du denn, du Tyrann, daß du kannst Schaden tun; so doch Gottes Güte täglich währet? 4 Deine Zunge trachtet nach Schaden und schneidet mit Lügen wie ein scharfes Schermesser. 5 Du redest lieber Böses denn Gutes, und Falsches denn Rechtes. Sela. 6 Du redest gerne alles, was zu verderben dient, mit falscher Zunge.

Nichts Gutes ahnend, kehrte Ruben zu seinen Brüdern zurück und sprach: „Der Knabe ist nicht mehr da!“ Was soll ich dem Vater antworten, wenn er von mir Rechenschaft fordert?“ „Schweig doch still!“ – herrschten ihn die Brüder an. Es war ihnen klar, daß ein Mittel gefunden werden mußte, um die Schuld dem Vater gegenüber zu verdecken. Daraufhin nahmen sie Josephs Rock, zerrissen ihn und tauchten ihn in das Blut eines eben geschlachteten Ziegenböckleins und sandten ihn durch einen Sklaven ihrem Vater. Selber hätten sie ihm jetzt nicht begegnen mögen. Erst wollten sie die furchtbaren Gewissensanklagen in ihrem Innern abschwächen. Daß jedoch über unvergebene Sünden kein Gras wächst, daß man sein Gewissen wohl unterdrücken, aber nicht befreien kann, das bedachten sie nicht! [Lies Ps. 139,1–12.23.24; Pred. 12,13.14; Röm. 2,16.]

Psalm 139,1-12.23.24 -- 1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, Du erforschest mich und kennest mich. 2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. 3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. 4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wissest. 5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. 6 Solche Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch; ich kann sie nicht begreifen. 7 Wo soll ich hin gehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin fliehen vor deinem Angesicht? 8 Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. 9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, 10 so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten. 11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken! so muß die Nacht auch Licht um mich sein. 12 Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht. ... 23 Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich's meine. 24 Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege / Prediger 12,13.14 -- 13 Laßt uns die Hauptsumme alle Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gehört allen Menschen zu. 14 Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse. / Römer 2,16 -- auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird laut meines Evangeliums.

Als sie schließlich nach Hause zurückkehrten, da fanden sie den Vater um Jahre gealtert. Wie beklommen waren sie! Wie mußten sie sich verstellen, wenn sie den Vater zu trösten suchten! – Herr, laß doch in meinem Herzen und Gewissen diese Geschichte ausrichten, wozu Du sie mir vor Augen stellst.

(Sonntag, 26. April 1953)

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