BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 406 (Abraham schickt Hagar mit ihrem Sohn in die Wüste, wo Gott sie vor dem Verdursten rettet)
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
D. ABRAHAM, seine Verwandtschaft und seine acht Söhne (1. Mose 11,10 - 25,18)

40. Abraham schickt Hagar mit ihrem Sohn in die Wüste, wo Gott sie vor dem Verdursten rettet (1. Mose 21,13-21)


1. MOSE 21,14-17

14 Da stand Abraham des Morgens früh auf und nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und legte es Hagar auf ihre Schulter und den Knaben mit und ließ sie von sich. Da zog sie hin und ging in der Wüste irre bei Beer-Seba. 15 Da nun das Wasser in dem Schlauch aus war, warf sie den Knaben unter einen Strauch 16 und ging hin und setzte sich gegenüber von fern, einen Bogenschuß weit; denn sie sprach: Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben. Und sie setzte sich gegenüber und hob ihre Stimme auf und weinte. 17 Da erhörte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief vom Himmel der Hagar und sprach zu ihr: Was ist dir Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat erhört die Stimme des Knaben, da er liegt.

PSALM 119,166.174

166 HERR, ich warte auf dein Heil und tue nach deinen Geboten. ... 174 HERR, mich verlangt nach deinem Heil, und ich habe Lust an deinem Gesetz.

Daß Hagar so trotzig und unbesonnen in die Wüste hineingelaufen war, das brachte ihrem Sohn fast den Tod. Das Wasser im Schlauch ging zu Ende, und der Siebzehnjährige war am Verschmachten. Immer flehentlicher bat er um ein wenig Wasser, doch es war kein Tropfen mehr im Schlauch. Erschöpft sank er nieder, und Hagar suchte ihn im Schatten der Sträucher einigermaßen zurechtzulegen. Sie selbst lief ein Stück weiter weg, setzte sich nieder und brach in lautes Weinen aus. Bittere, anklagende Gedanken zogen durch ihren Sinn. Ja, sie weinte laut und trotzig und rief: Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben! Solches Weinen, solche Stimmung macht die Augen blind für Gottes Hilfe. So sah sie nicht einmal drüben die kleine Quelle, aus der sie Wasser zum Trinken hätte schöpfen können. Kommst du in Nöte hinein, so gib nicht dem wilden Weinen Raum – hadere nicht mit Gott, denn damit besserst du nichts an der Lage, sondern schadest nur dir selbst und denen, die du lieb hast! [Lies Klagel. 3,25.26.55-57; Jes. 30,15; vgl. 2. Chron. 33,10-13.]

Klagelieder 3,25-26.55-57 -- 25 Denn der HERR ist freundlich dem, der auf sie harrt, und der Seele, die nach ihm fragt. 26 Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. ... 55 Ich rief aber deinen Namen an, HERR, unten aus der Grube, 56 und du erhörtest meine Stimme: Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien! 57 Du nahest dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und sprichst: Fürchte dich nicht! / Jesaja 30,15 -- Denn so spricht der Herr, HERR, der Heilige in Israel: Wenn ihr umkehrtet und stillebliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht /2. Chronik 33,10-13 -- 10 Und wenn der HERR mit Manasse und seinem Volk reden ließ, merkten sie nicht darauf. 11 Darum ließ der HERR über sie kommen die Fürsten des Heeres des Königs von Assyrien, die nahmen Manasse gefangen mit Fesseln und banden ihn mit Ketten und brachten ihn gen Babel. 12 Und da er in Angst war, flehte er vor dem HERRN, seinem Gott, und demütigte sich sehr vor dem Gott seiner Väter 13 und bat und flehte zu ihm. Da erhörte er sein Flehen und brachte ihm wieder gen Jerusalem zu seinem Königreich. Da erkannte Manasse, daß der HERR Gott ist.

Nein, das war nicht das Benehmen des Glaubens, der selbst in der größten Not dennoch vertraut, sondern die Art, die jeden Halt im Leben verloren hat. Bei Ismael war es anders: er fing auf einmal an, nach Gott zu rufen. Das Rufen zu Gott kannte er von seinem Vater Abraham her. Wenn er auch ein Spötter und häßlich zu dem kleinen Bruder gewesen war, kam ihm doch jetzt der Gedanke an Gott und dessen Hilfe. Wir hören: Gott hörte auf die Stimme des Knaben. Nicht das trotzige Weinen der Mutter hörte Gott, sondern Er erhörte die Stimme des Knaben. Zufluchtnehmendes Rufen, und wäre es nur ein schwaches Seufzen, erhört der große, gnadenvolle Gott! [Lies Ps. 65,2; 107,4-6; Jes. 41,10.13.14; 64,4.5.]

Psalm 65,2 (Lu 3) -- Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir. / Psalm 107,4-6 -- 4 Die irregingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten, 5 hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtete; 6 die zum HERRN riefen in ihrer Not, und er errettete sie aus ihren Ängsten / Jesaja 41,10.13-14 -- 10 fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. .... 13 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand stärkt und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! 14 So fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, ihr armer Haufe Israel. Ich helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige in Israel. / Jesaja 64,4-5 -- 4 Du begegnest dem Fröhlichen und denen, so Gerechtigkeit übten und auf deinen Wegen dein gedachten. Siehe, du zürntest wohl, da wir sündigten und lange darin blieben; uns ward aber dennoch geholfen. 5 Aber nun sind wir allesamt wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein unflätig Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden führen uns dahin wie Wind.

(Samstag, 21. Juli 1951)

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Zuletzt geändert am 16.04.2014 22:16 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)