BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 286 ( Warum Abram weiter nach Ägypten gezogen ist)
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
D. ABRAHAM, seine Verwandtschaft und seine acht Söhne (1. Mose 11,10 - 25,18)

5. Warum Abram weiter nach Ägypten gezogen ist (1. Mose 12,9-13)


1. MOSE 12,11-13

11 Und da er nahe an Ägypten kam, sprach er zu seinem Weib Sarai: Siehe, ich weiß, daß du ein schönes Weib von Angesicht bist. 12 Wenn dich nun die Ägypter sehen werden, so werden sie sagen: Das ist sein Weib, und werden mich erwürgen, und dich leben lassen. 13 Sage doch, du seist meine Schwester, auf daß mir's wohl gehe um deinetwillen und meine Seele am Leben bleibe um deinetwillen.

SPRÜCHE 29,25

25 Vor Menschen sich scheuen bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verläßt, wird beschützt.

Abraham sagte nun zu Sara: „Wenn die Aegypter dich sehen, werden sie sagen: sie ist seine Frau! Und sie werden mich erschlagen und dich am Leben lassen, um dich zu besitzen! Sage doch, du seiest meine Schwester, damit es mir gut gehe um deinetwillen!“ – Wäre Sara wirklich unverheiratet gewesen, so meinte Abraham dann würden die ägyptischen Männer sich die Gunst des sie begleitenden Bruders durch Geschenke zu gewinnen suchen, um dann auf diesem Weg in den Besitz der Schwester zu gelangen. So hat also Abraham aus Eigenliebe, Menschenfurcht und Todesfurcht seine Sara, die ihm doch Gott zur Frau gegeben hatte, verleugnet! (Lies Spr. 16,25; Joh. 12,24.)

Sprüche 16,25 -- Manchem gefällt ein Weg wohl; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode. / Johannes 12,24 -- Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt's allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte.

Sollte sie doch nach Gottes hohen Absichten noch die Mutter eines ganzen Volkes – ja schließlich die Stammutter des Messias, des großen Heilandes, werden! – Es ist tiefschmerzlich, daß Abraham in diesem Augenblick nicht in erster Linie an die Frauenehre Saras dachte. Nein, dieser Punkt tritt hier leider ganz in den Hintergrund. Ihm geht es augenblicklich vielmehr darum, daß sein eigenes Leben erhalten bleibe. Ganz nieder und ungöttlich dachte er! Errötet man nicht unwillkürlich, wenn man den Patriarchen hier beobachtet? Ein Mann, der seine Frau preisgibt, damit er sein eigenes Leben erhalte und es ihm wohlgehe - ist das nicht ein tiefbeschämendes Bild? Lassen wir uns doch um jeden Preis davor bewahren, einen Mitmenschen unseren eignen Interessen, unserem eigenen Wohl zum Opfer zu bringen! Damit gewinnen wir nichts, auch gar nichts, sondern laden im Gegenteil eine furchtbare Schuld auf unser Gewissen. Gott findet nicht nur unser verborgenstes und niederstes tun heraus, Er kennt und prüft sogar die geheimsten Ueberlegugen und Beweggründe unseres Herzens! [Lies Ps. 139,1-24.] Und wie stehen wir da vor Seinen heiligen Augen?

Psalm 139,1-24 -- 1 HERR, Du erforschest mich und kennest mich. 2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. 3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. 4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wissest. 5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. 6 Solche Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch; ich kann sie nicht begreifen. 7 Wo soll ich hin gehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin fliehen vor deinem Angesicht? 8 Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. 9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, 10 so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten. 11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken! so muß die Nacht auch Licht um mich sein. 12 Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht. 13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleib. 14 Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl. 15 Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde. 16 Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und alle Tage waren auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben keiner da war. 17 Aber wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer so eine große Summe! 18 Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr sein denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir. 19 Ach Gott, daß du tötetest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müßten!20 Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache. 21 Ich hasse ja, HERR, die dich hassen, und es verdrießt mich an ihnen, daß sie sich wider dich setzen. 22 Ich hasse sie im rechten Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden. 23 Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich's meine. 24 Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

(Donnerstag, 6. Juli 1950)

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