BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DER TITUSBRIEF


Titus 3,4-7

4 Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes, 5 nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, 6 welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, 7 auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung.

2. Korinther 3,5.6

5 Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, 6 welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstaben, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Schon unter dem Alten Bunde rief David aus: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist; glückselig der Mensch, der auf Ihn vertraut!“ Aber erst als Jesus kam, ging die Sonne der Liebe Gottes über der schuldigen, verlorenen Sünderwelt in Wahrheit auf. In Ihm strahlt uns die ganze Gnade und Herrlichkeit Gottes entgegen - in Ihm erblicken wir Gottes Herz voll Liebe: „Denn der Gott, der aus der Finsternis Licht leuchten hieß, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat, um uns den Lichtglanz der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi erstrahlen zu lassen!“ (Vgl. Jes. 60,1-3; Apgesch. 7,55.56.)

Jesaja 60,1-3 -- 1 Mache dich auf, werde licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir. 2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. 3 Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht. / Apostelgeschichte 7,55.56 -- 55 Wie er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes; 56 und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen.

Diese wunderbare Liebesoffenbarung Gottes wurde in keinerlei Weise von unserer Seite aus hervorgerufen - etwa daß wir etwas Gott besonders Wohlgefälliges getan hätten und Gottes Heils- und Liebestat hier für eine Anerkennung gewesen wäre! O nein, weit entfernt! Einzig und allein die im Herzen Gottes wohnende Liebe ist es, die sich betätigen wollte und mußte - die der Anlaß Seines gnadenvollen Handelns gegen uns war. „Sehet, welch eine Liebe uns der Vater erzeigt hat!“

Singet Gott, denn Gott ist Liebe -
Liebe, die da ewig währt!
Singt durch Seines Geistes Triebe,
Wer es an sich selbst erfährt!
Liebe laß es mir gelingen
Dich zu kennen, wie Du bist!
Liebe, lehr mich ewig singen,
Was zu Deinem Preise ist!

Wenn auf unserer Seite irgend etwas mitgewirkt hat, Gott zu dieser Offenbarung Seiner Liebe zu veranlassen, so ist es nur unser selbstverschuldetes Elend, unsere Sünde und Schuld und das dadurch hervorgerufene allgemeine Verderben in der Welt. Und das allerdings veranlaßte den Gott der Liebe, Sich über uns, Seine abtrünnigen Geschöpfe, zu erbarmen und uns Heil und Rettung zu schenken in Seinem eingeborenen, geliebten Sohn. „Hierin ist die Liebe: nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß Er uns geliebt und Seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden! - Geliebte, wenn Gott uns also geliebt hat, so sind auch wir schuldig, einander zu lieben!“ - „Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe!“ (Lies Eph. 2,4-10; 1. Joh. 3,16.17.)

Epheser 2,4-10 -- 4 Aber Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebt hat, 5 da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht (denn aus Gnade seid ihr selig geworden) 6 und hat uns samt ihm auferweckt und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt in Christo Jesu, 7 auf daß er erzeigte in den zukünftigen Zeiten den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christo Jesu. 8 Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme. 10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen. / 1. Johannes 3,16.17-- 16 Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. 17 Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm?

Gottes rettende Gnade ist also eine nach allen Seiten völlig freie, uns gänzlich unverdient zuteil gewordene Liebestat: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, der nach Seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergezeugt hat zu einer lebendigen Hoffnung!“ [Vgl. Luk. 1,78.79; Röm. 3,20-24.]

Lukas 1,78.79 -- 78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch welche uns besucht hat (Andere Überlieferung: "besuchen wird".) der Aufgang aus der Höhe, 79 auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens / Römer 3,20-24 -- 20 darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. 21 Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart und bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. 22 Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christum zu allen und auf alle, die da glauben. 23 Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, 24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Jesum Christum geschehen ist.

(Freitag, den 22. Oktober 1926)

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