Nächste Andacht?
DER TITUSBRIEF
Titus 1,12-14
12 Es hat einer aus ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: "Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche." 13 Dies Zeugnis ist wahr. Um der Sache willen strafe sie scharf, auf daß sie gesund seien im Glauben 14 und nicht achten auf die jüdischen Fabeln und Gebote von Menschen, welche sich von der Wahrheit abwenden
3. Mose 19,17b
Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, auf daß du nicht seineshalben Schuld tragen müssest.
Paulus muß aus eigener Erfahrung dem kretischen Dichter- und Prophetenspruch beistimmen: „Dieses Zeugnis ist wahr!“ O wie wichtig, daß wir Kinder Gottes aufmerksam und bußfertig lauschen, was Gott über unser aller natürliches Wesen und Tun sagt: „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer! Da ist keiner, der verständig sei! Da ist keiner, der Gott suche! Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tue - auch nicht einer!“ (Lies aufmerksam Röm. 3,9-20!)
Römer 3,9-20 -- 9 Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen, daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind, 10 wie denn geschrieben steht: "Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer. 11 Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage. 12 Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer. 13 Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich. Otterngift ist unter den Lippen. 14 ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. 15 Ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen, 16 auf ihren Wegen ist eitel Schaden und Herzeleid, 17 und den Weg des Friedens wissen sie nicht. 18 Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen." 19 Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopft werde und alle Welt Gott schuldig sei. 20 darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.
Das sagt Er, der Herzenskündiger, von allen Menschen! Stimmen wir im Blick auf unser eigenes Herz und Wesen, wie es von Natur ist, voll und ganz Gott zu? Sagen wir auch: „Dieses Zeugnis ist wahr?“ - Nur dann können wir als Kinder Gottes bewahrt und geheiligt werden; Buße und Beugung ist unbedingt erforderlich! - Weil nun der natürliche Charakter der Kreter so schlecht war, bedurften die Geretteten strenger Zurechtweisung und Erziehung! Diese Anweisung des Apostels ging durchaus nicht aus einem Mangel an Liebe hervor, wie heute manche weichlich-gefühlvollen Christen denken würden. Im Gegenteil - gerade die heilige, weise vorausschauende Liebe des Apostels wollte die Neugeretteten so gerne vor Rückfall bewahren - sie von den ihnen noch anhaftenden Schäden und Untugenden geheilt sehen! Deshalb gab Paulus dem Timotheus diese ernsten Anweisungen für die Behandlung der kretischen Christen! „Besser offener Tadel als verhehlte Liebe!“ „Der Gerechte schlage mich: es ist Güte; er strafe mich: es ist Öl für mein Haupt; nicht soll mein Haupt sich weigern!“
„Auf daß sie gesund seien im Glauben.“ Ein gesundes Glaubensleben, das sich zeigt im Sieg über Sünde und Ichleben - das Nein sagt zu Versuchung und Verführung - das die Sanftmut und Demut Christi anzieht und die selbstlose, heilige Liebe Christi übt, das ist köstlich vor Gott! Gesundes Glaubensleben freut sich täglich kindlicher an Christo und der herrlichen Erlösung und bringt Gott die Früchte, die Er erwarten kann und die Er durch Seinen Geist so gerne wirkt! [Lies Gal. 5,22; 1. Petr. 3,8-16.]
Galater 5,22 -- Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit / 1. Petrus 3,8-16 -- 8 Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. 9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen erbet. 10 Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. 11 Er wende sich vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. 12 Denn die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des HERRN steht wider die, die Böses tun. 13 Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Gutem nachkommt? 14 Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht. 15 heiligt aber Gott den HERRN in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist, 16 und das mit Sanftmütigkeit und Furcht; und habt ein gutes Gewissen, auf daß die, so von euch afterreden als von Übeltätern, zu Schanden werden, daß sie geschmäht haben euren guten Wandel in Christo.
Gesundes Glaubensleben gründet sich täglich fester in der Heiligen Schrift und kann deshalb Irrtümer und Menschengebote als solche erkennen und ablehnen. (Lies Jes. 29,13.14; Mark. 7,6-13.)
Jesaja 29,13.14 -- 13 Und der HERR spricht: Darum daß dies Volk zu mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nach Menschengeboten, die sie lehren. 14 so will ich auch mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs wunderlichste und seltsamste, daß die Weisheit seiner Weisen untergehe und der Verstand seiner Klugen verblendet werde. / Markus 7,6-13 -- 6 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wohl fein hat von euch Heuchlern Jesaja geweissagt, wie geschrieben steht: "Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir. 7 Vergeblich aber ist's, daß sie mir dienen, dieweil sie lehren solche Lehre die nichts ist denn Menschengebot. 8 Ihr verlasset Gottes Gebot, und haltet der Menschen Aufsätze von Krügen und Trinkgefäßen zu waschen; und desgleichen tut ihr viel. 9 Und er sprach zu ihnen: Wohl fein habt ihr Gottes Gebote aufgehoben, auf daß ihr eure Aufsätze haltet. 10 Denn Mose hat gesagt: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren," und "Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben." 11 Ihr aber lehret: Wenn einer spricht zu Vater oder Mutter "Korban," das ist, "es ist Gott gegeben," was dir sollte von mir zu Nutz kommen, der tut wohl. 12 Und so laßt ihr hinfort ihn nichts tun seinem Vater oder seiner Mutter 13 und hebt auf Gottes Wort durch eure Aufsätze, die ihr aufgesetzt habt; und desgleichen tut ihr viel.
Abergläubischen Fabeln schenkt es keinen Glauben und läßt sich „in nichts erschrecken von den Widersachern“! Menschen, die sich von der einfachen biblischen Wahrheit abwenden [2. Tim. 4,3.4; 2. Petr. 2,20-22], sind für lautere Gotteskinder abgetan; sie haben ihnen nichts zu sagen. [Lies Gal. 4,8-11; Hebr. 12,25.]
2. Timotheus 4,3.4 -- 3 Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden; sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach dem ihnen die Ohren jucken, 4 und werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu Fabeln kehren / 2. Petrus 2,20-22 -- 20 Denn so sie entflohen sind dem Unflat der Welt durch die Erkenntnis des HERRN und Heilandes Jesu Christi, werden aber wiederum in denselben verflochten und überwunden, ist mit ihnen das Letzte ärger geworden denn das Erste. 21 Denn es wäre ihnen besser, daß sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, als daß sie erkennen und sich kehren von dem heiligen Gebot, das ihnen gegeben ist. 22 Es ist ihnen widerfahren das wahre Sprichwort: "Der Hund frißt wieder, was er gespieen hat;" und: "Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot."/ Galater 4,8-11 -- 8 Aber zu der Zeit, da ihr Gott nicht erkanntet, dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind. 9 Nun ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch denn wiederum zu den schwachen und dürftigen Satzungen, welchen ihr von neuem an dienen wollt? 10 Ihr haltet Tage und Monate und Feste und Jahre. 11 Ich fürchte für euch, daß ich vielleicht umsonst an euch gearbeitet habe / Hebräer 12,25 -- Sehet zu, daß ihr den nicht abweiset, der da redet. Denn so jene nicht entflohen sind, die ihn abwiesen, da er auf Erden redete, viel weniger wir, so wir den abweisen, der vom Himmel redet
Liebes Kind Gottes, prüfe dich: Ist dein Glaubensleben ein gesundes? Folgst du gehorsam und dankbar deinem großen Erretter nach in Demut und Vertrauen - in Liebe und Hingebung?
(Sonntag, den 26. September 1926)