Sonnabend, den 19. Februar 1927
4. Mose 28; 29 (Überblick)
Wie in 3. Mose 23 ist bei der Aufzählung der Feste die heilige Siebenzahl gewahrt. Aber die Darstellung ist hier eine andere als dort. Was in 4. Mos. 28 u. 29 im Vordergrund steht, ist die große Menge der Brandopfer. Der leitende Gedanke ist hier: Das Wohlgefallen, welches Gott am Herrn Jesus hat! Morgens und abends, Tag für Tag, Woche um Woche, von einem Neumond zum anderen, von einem Jahr zum anderen ist es Christus, der Gottes Herz und Gottes Gesichtskreis ausfüllt - der Seine Wonne, Sein Wohlgefallen, Seine Kostbarkeit ist! Und wie beglückt es uns, daß wir, die Glaubenden, an Gottes Wonne, an Jesus, teilhaben dürfen - daß uns gesagt wird: „Euch nun, die ihr glaubet, gehört diese Kostbarkeit!“ (1. Petr. 2,7!) Wahrlich, wir rufen mit Paulus aus: „Gott aber sei Dank für Seine unaussprechliche Gabe!“ - Das Sündopfer tritt im Kreis dieser Festopfer sehr zurück. Wohl ist es da; aber es bildet durchaus nicht die Hauptsache; nein, das Brandopfer, das Opfer lieblichen Wohlgeruchs, steht im Vordergrund! - Viele Kinder Gottes kommen nie über Christum als ihr Sündopfer hinaus! Wohl ist es wahr, Gott sei ewig Dank dafür, daß Jesus unsere Sünde getragen, gesühnt und für immer hinweggetan hat! Aber weit mehr ist geschehen: In Christo Jesu, unserem Herrn und Erlöser, sind wir auf immerdar Gott nahe gebracht als geliebte Kinder, Gott angenehm und wohlgefällig gemacht in Ihm, dem Geliebten! Ja, „durch ein Opfer hat Er auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden!“ „Ihr seid vollendet in Ihm, welcher das Haupt jedes Fürstentums und jeder Gewalt ist!“ Das ist unsere unerschütterliche, ewige Segnung und Gnadenstellung schon jetzt, wenn wir auch praktisch noch in allem heranzuwachsen haben zu Ihm, der unser Haupt im Himmel ist! - Möchte das Studium dieser beiden kostbaren Kapitel mir und dir, lieber Leser, dazu dienen, daß auch unser Herz, unser Gesichtskreis völlig von Jesus, unserem wunderbaren Erlöser, ausgefüllt wird - daß wir uns selbst vergessen und von Ihm hingenommen sind - von Seiner Gnade und Kostbarkeit, von Seiner Liebe und Herrlichkeit!
Ja, möchten alle aufrichtigen, verlangenden Seelen zu einem völligen Ruhen in Ihm gelangen, daß sie mit der Braut im Hohenliede sprechen können: „Ich habe mich mit Wonne in Seinen Schatten gesetzt und Seine Frucht ist meinem Gaumen süß! Sein Panier über mir ist die Liebe! Ich bin in Seinen Augen geworden eine, die Ruhe gefunden hat!“