BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 072 (Die Woche der ungesäuerten Brote: zum Gedenken an den Auszug aus der Knechtschaft.)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
B. GERICHT über Ägypten und RETTUNG Israels (2. Mose 7-14)

17. Die Woche der ungesäuerten Brote: zum Gedenken an den Auszug aus der Knechtschaft. (2. Mose 13,3-7)


2. MOSE 13,3-7

3 Da sprach Mose zum Volk: Gedenket an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten, aus dem Diensthause, gegangen seid, daß der HERR euch mit mächtiger Hand von hinnen hat ausgeführt; darum sollst du nicht Sauerteig essen. 4 Heute seid ihr ausgegangen, in dem Monat Abib. 5 Wenn dich nun der HERR bringen wird in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Heviter und Jebusiter, daß er deinen Vätern geschworen hat dir zu geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt, so sollst du diesen Dienst halten in diesem Monat. 6 Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, und am siebenten Tage ist des HERRN Fest. 7 Darum sollst du sieben Tage ungesäuertes Brot essen, daß bei dir kein Sauerteig noch gesäuertes Brot gesehen werde an allen deinen Orten.

Wenn Israel in das Land Kanaan kommt, das jetzt noch in der Hand mächtiger, feindlicher Stämme ist, das aber der Herr längst den Erzvätern für ihre Nachkommen zugeschworen hat, dann soll der köstliche Dienst heiliger Feste dem Herrn stets gehalten werden. Hier handelt es sich vor allem um das mit dem Passatage beginnende siebentägige Fest der ungesäuerten Brote. Die „sieben Tage“ sind ein Bild unseres ganzen nun durch Jesus Gott geweihten Lebens, in welchem wir beständig die Sünde ablehnen und den heiligen Willen Gottes erwählen und tun dürfen: Weihet euch Gott aus Dankbarkeit für Seine großen Erbarmungen. Weihet Ihm euren Leib als ein lebendiges heiliges und ihm wohlgefälliges Opfer. Dies sei euer verständnisvoller Dienst für Gott. Gestaltet eure Lebensführung nicht nach der Welt Weise und seid ihr nicht gleich. Bildet euch nicht nach den Grundsätzen dieser Weltzeit! Laßt euch vielmehr umwandeln, da ihr ja einen neuen Sinn bekommen habt!“ – Der letzte Tag jenes israelitischen Festes bildete den Höhepunkt. Muß es nicht unbeschreiblich köstlich sein, wenn ein Kind Gottes von seiner Bekehrung ab das ganze Leben hindurch seinem Gott treu blieb – wenn es einen Schritt des Gehorsams und der Hingabe nach dem anderen tat und so auf dem Weg der Bewahrung und Heiligung voranschritt bis zum herrlichen Ziel? Dann ist der Abschluß seines irdischen Lebens wirklich der Höhepunkt desselben, wie der siebente der sieben Tage ein besonderes Fest dem Herrn! (Lies 2. Tim. 4,6-8.)

2. Timotheus 4,6-8 -- 6 Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden. 7 Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; 8 hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der HERR an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebhaben.

So war es einst bei dem gottgeweihten Kaleb. Er und Josua waren unter den zwölf Kundschaftern, die Mose nach Kanaan voraussandte, die Menschen des Glaubens, die alles ansahen, wie Gott es ansah. Deshalb gestaltete sich ihr Weg auch bis ins hohe Alter außerordentlich köstlich. Mit dem in der Wüste aufgewachsenen neuen Geschlecht Israels schließlich nach Kanaan gelangt und im Besitz seines schönen Erbteils konnte Kaleb nach all den heißen Proben und Kämpfen der Vierzigjährigen Wüstenwanderung freudig bekennen: „Siehe, ich bin heute 85 Jahre alt. Und heute noch bin ich so stark wie an jenem Tage, als Mose mich als Kundschafter aussandte. Wie meine Kraft damals, so ist meine Kraft jetzt zum Kampf und um aus- und einzuziehen!“ Ja, Kaleb ist uns eine Darstellung des Wortes der Sprüche 4,18: „Der Pfad des Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur vollen Tageshöhe.“ Mose konnte dem Kaleb dicht vor dem Einzug ins gelobte Land das Zeugnis ausstellen, das, ach, so wenige empfangen: „Du bist dem Herrn, deinem Gott, völlig nachgefolgt!“ [Lies Josua 14,6-15.]

Josua 14,6-15 -- 6 Da traten herzu die Kinder Juda zu Josua zu Gilgal, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, der Kenisiter, sprach zu ihm: Du weißt, was der HERR zu Mose, dem Manne Gottes, sagte meinet- und deinetwegen in Kades-Barnea. 7 Ich war vierzig Jahre alt, da mich Mose, der Knecht des HERRN, aussandte von Kades-Barnea, das Land zu erkunden, und ich ihm Bericht gab nach meinem Gewissen. 8 Aber meine Brüder, die mit mir hinaufgegangen waren, machten dem Volk das Herz verzagt; ich aber folgte dem HERRN, meinem Gott, treulich. 9 Da schwur Mose desselben Tages und sprach: Das Land, darauf du mit deinem Fuß getreten hast, soll dein und deiner Kinder Erbteil sein ewiglich, darum daß du dem HERRN, meinem Gott, treulich gefolgt bist. 10 Und nun siehe, der HERR hat mich leben lassen, wie er geredet hat. Es sind nun fünfundvierzig Jahre, daß der HERR solches zu Mose sagte, die Israel in der Wüste gewandelt ist. Und nun siehe, ich bin heute fünfundachtzig Jahre alt 11 und bin noch heutigestages so stark, als ich war des Tages, da mich Mose aussandte; wie meine Kraft war dazumal, also ist sie auch jetzt, zu streiten und aus und ein zu gehen. 12 So gib mir nun dies Gebirge, davon der HERR geredet hat an jenem Tage; denn du hast's gehört am selben Tage. Denn es wohnen die Enakiter droben, und sind große und feste Städte. Ob der HERR mit mir sein wollte, daß ich sie vertriebe, wie der HERR geredet hat. 13 Da segnete ihn Josua und gab also Hebron Kaleb, dem Sohn Jephunnes, zum Erbteil. 14 Daher ward Hebron Kalebs, des Sohnes Jephunnes, des Kenisiters, Erbteil bis auf diesen Tag, darum daß er dem HERRN, dem Gott Israels, treulich gefolgt war. 15 Aber Hebron hieß vorzeiten Stadt des Arba, der ein großer Mensch war unter den Enakitern. Und der Krieg hatte aufgehört im Lande.

Es wird als ganz selbstverständlich angenommen, was wir auch schon in Kapitel 12 fanden, daß die Israeliten ihre Kinder frühe hineinzogen in den herrlichen Dienst für Gott und sie frühe in das Verständnis der hohen, göttlichen Segensabsichten hineinführten. Wenn unsere Kinder uns in unserem praktischen Alltagsleben als wahrhaft Gottgeweihte erkennen können – wenn sie merken, daß Gehorsam und Hingabe an den Herrn wahre Glückseligkeit ist, dann wird es nicht schwer sein, sie für Ihn zu gewinnen. Gerade die siebentägige Weihe des Festes der ungesäuerten Brote konnte nur aus einem dankbaren glücklichen Herzen heraus verwirklicht werden. Der Vater erklärte seinem Söhnchen: „Dieses Fest feiern wir um deswillen, was der Herr an uns getan hat, als wir aus Ägypten zogen: „Lobe den Herrn meine Seele, und vergiß nicht, was Er dir Gutes getan hat – der dein Leben erlöst hat vom Verderben, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit!“ (Lies 5. Mos. 4,5-9.)

5. Mose 4,5-9 -- 5 Siehe, ich habe euch gelehrt Gebote und Rechte, wie mir der HERR, mein Gott, geboten hat, daß ihr also tun sollt in dem Lande, darein ihr kommen werdet, daß ihr's einnehmet. 6 So behaltet's nun und tut es. Denn das wird eure Weisheit und Verstand sein bei allen Völkern, wenn sie hören werden alle diese Gebote, daß sie müssen sagen: Ei, welch weise und verständige Leute sind das und ein herrlich Volk! 7 Denn wo ist so ein herrlich Volk, zu dem Götter also nahe sich tun als der HERR, unser Gott, so oft wir ihn anrufen? 8 Und wo ist so ein herrlich Volk, das so gerechte Sitten und Gebote habe wie all dies Gesetz, daß ich euch heutigestages vorlege? 9 Hüte dich nur und bewahre deine Seele wohl, daß du nicht vergessest der Geschichten, die deine Augen gesehen haben, und daß sie nicht aus deinem Herzen kommen all dein Leben lang. Und sollst deinen Kindern und Kindeskindern kundtun

(Dienstag, 13. März 1934)

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