BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1952
April 1952

Dienstag, 8. April 1952


1. Mose 25,19-21; Psalm 101,6; Sprüche 11,2b

Von dem reichen Glaubensleben Abrahams herkommend, tritt man mit hohen Erwartungen an das Leben Isaaks heran. Man vermutet die Fortsetzung des geistlichen Höhenflugs des Glaubens eines Abraham, doch wesentlich Neuem begegnen wir in dem Glaubensleben Isaaks nicht! Dennoch war auch dessen Leben ein unentbehrliches Glied in der Geschichte des auserwählten Volkes Israels. In Gottes Augen ist auch jedes kleine Leben wertvoll - ein unentbehrlicher Beitrag zur Vollendung des Ganzen! [Lies 1. Kor. 12,4-7.14-18.24.25.] Wenn dein Leben vielleicht recht schlicht und einfach verläuft - wenn es nur ein lebendiges, freudiges Glaubensleben nach der Schrift ist und der Geist Gottes in dir wirkt, dann kannst du Gott verherrlichen! Mag unser Leben auch nicht so, wie in anderen Fällen, in die breitere Öffentlichkeit eingreifen, so legt doch der Sohn Gottes großen Wert auf die Stillen im Lande, die mit ihren Gebeten und ihrem geheiligten täglichen Leben die Ehre Seines Namens fördern, und durch ein klares Zeugnis des praktischen Lebens für Christus ihre Mitmenschen gewinnen. Gerade auch die Kranken und Leidenden im stillen oder unruhigen Krankenzimmer können durch ihre Geduld, Liebe und Freudigkeit ein großer Segen sein. Sie können durch ihre Gebete und ihr freudiges Zeugnis ihren Mitmenschen dienen! (Lies 1. Sam. 16,7; Ps. 147,10.11.)

Ich hörte von einer älteren Frau, die schon 28 Jahre lang an furchtbarem Rheumatismus leidet. Seit 16 Jahren hat sie das Bett nicht verlassen. Beständig hat sie Schmerzen und kann kein Glied rühren. Doch sie ist so dankbar, daß Gott ihr noch eines gelassen hat: sie kann einen Daumen noch brauchen. Sie hat eine zweizinkige Gabel, mit der sie ihre große Brille abnehmen und mit Anstrengung wieder aufsetzen kann. Sie kann auch gerade noch selbst ihr Essen zu sich nehmen - etwas anderes kann sie auch hoch mit ihrem einen Daumen: sie kann die Blätter ihrer großen Bibel umschlagen, wenn man sie ihr hinlegt. Als jemand sie bedauerte, daß sie immer so allein sein müsse, da antwortete sie mit ihrer einzigartig fröhlichen Stimme: „ich bin allein und doch nicht allein. Ich fühle, der Herr ist beständig bei mir, und mit meinen Gebeten kann ich die ganze Welt umspannen!“ (Lies KoI. 4,2-4.)

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