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JAHRGANG 1935
September 1935

Freitag, den 13. September 1935


2. Mose 37,17; Matthäus 5,14-16

Es ist beachtenswert, daß das vom goldenen Leuchter ausstrahlende Licht bei Tag und Nacht das einzige Licht im Heiligtum war, da das natürliche Licht der Sonne nicht eindrang. (1. Kön. 8,12.) Die Stiftshütte hatte kein Fenster, und wenn auch die goldene Bretterhütte keine Kopfdecke hatte, so waren doch jene wundervollen großen Teppiche von Byssus, von Ziegenhaar, von rotgefärbten Widderfellen und von Dachsfellen über sie gebreitet, so daß im Heiligtum Dunkel geherrscht hätte, wenn nicht der goldene Leuchter sein siebenfaches Licht Tag und Nacht ausgestrahlt hätte! - Nur bei diesem Licht, das ja die Erleuchtung des Heiligen Geistes darstellt, taten die Priester ihren Dienst im Heiligtum! Solange sie vor Gott in Seiner Wohnung dienten, lebten und wandelten sie nur in diesem Lichte. - Dies hat uns Kindern Gottes viel zu sagen. Vielfach ist es bei uns nicht ausschließlich das göttliche Licht, von dem wir uns bestimmen und durchdringen lassen in unserer Denkungsart und in unserem Wandel! (Lies Gal. 5,[7-10.]16-26!) Wieviel kann bei Kindern Gottes, die doch Priester sein sollten, noch mitsprechen an weltlicher und menschlicher Beeinflussung! - Es gibt sehr wenige Gläubige, in deren Denken und Leben einzig und allein der Wille Gottes die bestimmende Macht ist, in deren Anschauungen und Entschlüssen nur noch das Licht von oben, wie es uns in bei Heiligen Schrift leuchtet, alles regiert! Ja, es gibt sehr wenige, die ihre herrliche Priesterstellung Gott und Menschen gegenüber verstehen und einnehmen! - Paulus schreibt den Philippern: „Ich bete darum, daß eure Liebe immer mehr zunehme - ja, daß sie überfließe und begleitet sei von klarer Einsicht und von dem richtigen Feingefühl, damit ihr prüfen und unterscheiden könnt, was in jedem Fall das Richtige ist. So kommt ihr lauter, lichtdurchdrungen und ohne Fehltritt hindurch bis zum Tage Christi, voll der Früchte der Gerechtigkeit, die Jesus Christus in euch hervorbringt, und die zur Herrlichkeit und zum Preise Gottes dienen!“ [Vgl. Eph. 5,8-17.] - Die sieben Arme des Leuchters bildeten mit ihren Lampen nicht eine Pyramide, sondern nach übereinstimmender Überlieferung eine gerade Linie, parallel mit der Südseite des Heiligtum. (Gegenüber - an der Nordseite - stand der goldene Tisch mit den Schaubroten.) So ist der goldene Leuchter auch abgebildet auf dem heute noch in Rom zu sehenden Triumphbogen des römischen Feldherrn Titus, der Jerusalem nach harter Eroberung im Jahre 70 zerstörte und die heiligen Geräte des damaligen (herodianischen) Tempels als Siegesbeute nach Rom brachte. - Es ist die Zeit und die Sammlung wert, daß wir vor Gott unsere hohe Berufung ins Auge fassen und sie mit heiliger Energie betätigen: das göttliche Licht selbstloser Liebe und himmlischer Klarheit durch unser ganzes Wesen und Handeln auszustrahlen dem vielen Mitmenschen gegenüber, welche noch in innerer Finsternis, belastet und befleckt von Schuld, ins Verderben laufen! - Der Teufel sucht ja auf alle Weise ein klares Zeugnis ihnen gegenüber zu vereiteln: „Der Gott dieser Welt verdunkelt den Menschen das Denkvermögen durch Unglauben, damit ihnen der helle Lichtglanz der frohen Botschaft von der Herrlichkeit Christi nicht entgegenleuchte und ins Herz strahle!“ - Die Macht der Liebe und des Geistes Jesu Christi in Seinen lauteren und demütigen Zeugen ist aber stärker als der Wille des Teufels!

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