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JAHRGANG 1935
Juni 1935

Sonntag, den 2. Juni 1935


2. Mose 33,19-23

Und Ich werde begnadigen, wen Ich begnadige, und werde Mich erbarmen, wessen Ich Mich erbarme!“ - Diese Worte sollen Mose zeigen, was er bei Gott für das wankelmütige, untreue Volk erreicht hat. Gott zieht Sich von dem Boden der Gerechtigkeit, auf welchem das Volk alles verspielt hatte, auf den Boden Seiner freien Erbarmung - Seiner unumschränkten Gnade zurück. Nur von hier aus ist es Ihm möglich, das Volk zu verschonen und Sich noch weiter mit ihm abzugeben. Irgendeinen Rechtsanspruch auf weitere Betreuung von seiten Jehovas hatte Israel ja nicht! - In diesem Sinn gebraucht der Apostel Paulus in Röm. 9,15 diese Worte des Herrn, um die Ansprüche selbstgerechter Israeliten auf das Heil zurückzuweisen. Es ist nur Barmherzigkeit, wenn Gott und daß Gott die Hochmütigen, Selbstgerechten noch zu tiefer Beugung und Sündenerkenntnis auffordert und ihnen Begnadigung anbietet, was Er in so großer Liebe und Langmut tut. [Lies Jes. 48,11; Hes. 20,8-17.] - Die Menschen in ihrer Beschränktheit und Verkehrtheit werfen so häufig unserem herrlichen Gott Ungerechtigkeit in Seiner Handlungsweise vor. Entweder jedoch ist Gott der Herrliche, Gnädige, Allweise und Gerechte oder Er ist überhaupt nicht! - Lügen oder ungerecht sein kann Gott nicht; damit würde Er Sich Selbst, Sein Wesen und Dasein verneinen! - Wer in Wahrheit an Gott und Seine Offenbarung in der Heiligen Schrift glaubt, der huldigt Ihm auch und ehrt Ihn in allem, was Er tut und spricht. - Auf das bittende und ringende Flehen Moses, Seines geliebten Knechtes, das ja so ganz nach Seinem Herzen und aus Seiner Liebe zu Israel geschöpft war, macht Gott hier Gebrauch von Seiner Unumschränktheit, um das Volk von der sicheren Strafe zu retten. Nichts als diese Unumschränktheit Gottes - Sein Recht, zu tun, was Er will, konnte Israel noch vom Untergang retten! Gott konnte begnadigen, wen Er begnadigen wollte - auch dieses Israel, das so furchtbare Schuld auf sich geladen hatte! - Er konnte Sich erbarmen, wessen Er Sich erbarmen wollte - auch dieses frevelhaften Volkes, das den Gott, der seine Herrlichkeit war, leichthin vertauscht hatte mit einem Stier, der Gras frißt! (2. Mos. 32,7. 8; Ps. 106,19-23.) - Ja, Gottes freies, herzliches Erbarmen, das niemand Ihm verbieten kann - das war jetzt Israels Rettung. Nur Seine Unumschränktheit - d. h. Seine Freiheit, zu handeln wie Er will - konnte jetzt noch für sie, die Schuldigen - eine Tür der Rettung werden! - In diesem wie in tausend anderen Fällen zeigt sich Gottes Herz und Gottes Handlungsfreiheit in der Erweisung von Gnade, von unverdienter Gnade! - Und jeder Begnadigte wird es demütig rühmen: Nicht durch mein Wollen, nicht durch mein Bemühen habe ich Gnade erlangt! Nein, es ist Gottes freies Erbarmen, das sich meiner angenommen und mich aus meiner Sünde, meiner Blindheit, meiner Gottesferne herausgehoben hat! (Lies [Ps. 89,30-34 (Luth. 31-35)]; Jer. 31,20; Hos. 14,4-8 [Luth. 5-9].)

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