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JAHRGANG 1935
Mai 1935

Sonnabend, den 11. Mai 1935


2. Mose 32,26-29

Das Lager Israels, der Ruheplatz Jehovas unter Seinem Volke, war verunehrt - verunreinigt worden durch das Goldene Kalb. Der Herr konnte hier nicht länger weilen; denn „Seinem Hause geziemt Heiligkeit auf immerdar“! [Lies 2. Kor. 6,14-7,1.] - In richtigem Empfinden nahm Mose sein Zelt und schlug es außerhalb des Lagers auf, fern vom Lager, und nannte es: „Zelt der Zusammenkunft“! (Kap. 33,7.) - Ja, es mußte eine Scheidung im Volke geben. Wir haben gehört, wie Mose sich an den Eingang des Zeltlagers Israels gestellt und gerufen hatte: „Her zu mir, wer für den Herrn ist!“ - Sie waren alle Israeliten; aber wer war in Wahrheit für den Herrn? - Es handelt sich für jeden einzelnen von uns nicht nur um die Frage: Bist du bekehrt? sondern auch darum: Stehst du entschlossen auf der Seite des Herrn? Liebst du Ihn in Wahrheit so, daß du gegen dich selbst und gegen die, die dir am nächsten stehen, Stellung nehmen kannst, wenn es um der Wahrheit und Ehre Gottes willen nötig ist? - Der Herr Jesus sagt: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht würdig! Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht würdig! Und wer nicht sein Kreuz aufnimmt und Mir nachfolgt, der ist Meiner nicht würdig!“ [Matth. 10,37. 38.] - Wir haben gesehen, daß die Leviten sich wie ein Mann auf die Seite des Herrn stellten - eine schöne und notwendige Vorbedingung für den heiligen Dienst, den sie hernach üben sollten. Sie bewahrten hier, wo das ganze Vorn bundbrüchig wurde, den Bund ihres Gottes! So konnten sie hernach dazu ausersehen werden, das Volk Israel die heiligen Rechtsansprüche Gottes zu lehren und Sein Gesetz zu verkündigen - Weihrauch zu bringen vor Gott und Ganzopfer auf Seinen Altar. [Vgl. 5. Mos. 33,8-11] - Im Blick auf die Leviten hat Gott später gesprochen: „Mein Bund mit ihnen bedeutet Leben und Frieden! Ich gab Levi Meine Vorschriften, ihm zur Furcht; und er fürchtete Mich und zitterte vor Meinem Namen. Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und Unrecht fand sich nicht auf seinen Lippen! Er wandelte mit Mir in Frieden und Geradheit, und viele brachte er von ihrer Ungerechtigkeit zurück!“ [Mal. 2,5. 6.] - Zitternd ließ das Volk das Furchtbare geschehen, ohne daß irgend jemand es gewagt hätte, sich zu wehren. Das erklärt sich aus dem hohen Ansehen, das ihm die ihn begleitende Gegenwart Gottes verlieh! Es erklärt sich aus dem geschlagenen Gewissen des Volkes, das sich seines schmählichen Abfalls wohl bewußt war und daher auch fühlte, daß es ein solches Strafgericht verdiente! Die übrigen Stämme des Volkes - in ihren Herzen war Unentschlossenheit - ja, Widersetzlichkeit! Sie liebten die Finsternis mehr als das Licht - das goldene Kalb mehr als ihren Gott! - Da blieb nur eine Art der Strafvollstreckung übrig - eine Strafvollstreckung, bei der die Auswahl der zu Bestrafenden der Zulassung Gottes überlassen wird! - So überließ es auch hier Mose der Zulassung Gottes, wen das Schwert der Leviten treffen würde.

Ja, aus Ehrfurcht vor Gott schonten diese: Leviten ihre Nächsten nicht. Es war schwer für sie - bitter schwer, es erforderte höchste Kraft und tiefste Demut, hier gehorsam zu sein - das Schwert zu nehmen und ohne Ansehen der Person Nachbarn, Freunde, Brüder zu töten! - Aber Moses Entschiedenheit und brennender Eifer für Gott forderten sofortige Entscheidung und Scheidung! Sie, die bisher schwächlich beiseite gestanden, mußten in zweimaligem Gang durch das Lager die frechen Sünder strafen und heiligsten Eifer für den Herrn beweisen, indem sie auch ihre Nächsten und liebsten nicht schonten: „Weihet euch heute dem Herrn, indem ein jeder von euch gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder Stellung nimmt für Gott, um heute Segen auf euch zu bringen!“ (vgl. 5. Mos. 13,1-11 [Luth. 2-12].) - Auch heute fragt der Herr: „Wer ist bereit, Mir die Ehre zu geben die Mir gebührt? Wer geht in Wahrheit mit mir?“

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