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JAHRGANG 1935
März 1935

Donnerstag, den 28. März 1935


2. Mose 32,2-4

Leichten Kaufs gibt also Israel seinen Glauben an den lebendigen Gott preis - hält sein Bekenntnis zu Ihm nicht fest - wirft seine Zuversicht weg und erwählt an Stelle des Unsichtbaren, Ewigen ein totes Götzenbild! - Um dieses herzustellen, bringt ihr Fanatismus gern auch große Opfer. Aarons Aufforderung: „Reißt die goldenen Ringe ab, die eure Frauen, eure Söhne und Töchter an den Ohren tragen, und bringt sie mir her!“ wird ohne Zögern und Besinnen erfüllt! - Es ist auffallend, daß der Mensch zu jedem Opfer bereit ist, wenn sein Eigenwille und seine Torheit von irgendeiner ungöttlichen Idee erfaßt ist, während dem Willen Gottes - der unendlichen Liebe und Herrlichkeit Gottes so selten ein großes und ganzes Opfer gebracht wird! - Aaron schmilzt die große Menge des zusammengebrachten Goldes und gießt daraus ein Kalb; und das ganze Volk jubelt: „Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat!“ - O wie tief ist das Volk des lebendigen Gottes gesunken: „Sie machten ein Kalb am Horeb und bückten sich vor einem gegossenen Bilde. Sie vertauschten ihre Herrlichkeit gegen das Bild eines Stieres, der Gras frißt!“ [Lies 5. Mos. 9,16; Apgesch. 7,41.] - Nichts wurzelt so tief wie eine falsche Religion im Herzen eines Volkes! - Die Idee des goldenen Kalbes ist in Israel fortan immer neu aufgetaucht und zur Tatsache geworden. Was muß doch dies ausmachen für Aaron vor dem Richterstuhl Gottes - selbst wenn er, Wie Wir glauben, diese große Sünde tief bereut und vor Gott verurteilt hat! - Die Tatsache bleibt, und wir finden goldene Kälber wieder als das Machwerk des ersten unrechtmäßigen Königs von Israel, Jerobeam [1. Kön. 12,26-30], die dann durch die ganze traurige Geschichte des Zehnstämmereiches hindurch ein Fallstrick und Verderben für Israel blieben! [Lies 2. Kön. 10,29; 2. Chron. 11,15; 13,8.] - Das Goldene Kalb bedeutete nichts mehr und nichts weniger als einen vollständigen Abfall von Jehova. - Und was ist es anders als „Anbetung des Goldenen Kalbes“, Wenn das Vertrauen eines Gläubigen sich mehr auf Geld und Besitz stützt als auf den lebendigen Gott? - Irgendeine heidnische Götzengestalt anzubeten erscheint allerdings den meisten in der Christenheit schmachvoll oder lächerlich - aber einem Häuflein von Goldstücken oder einem Haufen von Kassenscheinen und Wertpapieren göttliche Ehre zu erweisen, indem man seine Gegenwart und seine Zukunft auf diese aufbaut, das findet man „natürlich“ und bedenkt nicht, was man damit dem lebendigen, herrlichen Gott antut, welcher in Seiner großen Liebe zu uns allein die Ehre haben will, unser Erhalter und Versorger zu sein! - In Psalm 52,5-9 [Luth. 7-11] heißt es: „Gott wird dich zerstören auf immerdar; Er wird dich fassen und dich herausreißen aus dem Zelte - dich auswurzeln aus dem Lande der Lebendigen, so daß die Gerechten es sehen und sich fürchten. Und sie werden über dich lachen: Seht da, einen Mann, der nicht Gott zu seiner Stärke machte, sondern auf die Größe seines Reichtums vertraute! -Ich dagegen bin wie ein grünender Ölbaum, gepflanzt im Hause Gottes; ich setze mein Vertrauen auf die Gnade Gottes immer und ewiglich. Ja, Herr, ich will Dich preisen immerdar, weil Du es vollbringst!“ (Vgl. [Hiob 31,24.25.28; Ps. 62,10b-12 (Luth. 11b-13)]; Spr. 11,28; 1. Tim. 6,17-19.)

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